Neben einer Vielzahl von Anzeichen, die auf eine Schwangerschaft hindeuten können, wird auch immer wieder die sogenannte Einnistungsblutung als Hinweis genannt. Obwohl es medizinisch gesehen tatsächlich eine solche Blutung gibt, ist die Aussagekraft in Hinblick auf eine mögliche Schwangerschaft außerordentlich gering.

Die medizinische Erklärung für eine Einnistungsblutung

Die Einnistungsblutung, auch Nidationsblutung genannt, kann entstehen, wenn sich das befruchtete Ei in der Gebärmutter einnistet. Das geschieht etwa sechs bis zehn Tage nach dem Eisprung und der Befruchtung der Eizelle. Während dieser Zeit werden die Blutgefäße in der mütterlichen Gebärmutter mehr und mehr eröffnet. Beim Einnisten des Embryos können diese Blutgefäße auch verletzt werden. Dabei entstehen Blutungen, die aber in der Regel nach außen hin nicht wahrgenommen werden. Die Menge des Blutes ist also so klein, dass die Frau nichts davon mitbekommt. Lediglich in einigen Fällen treten die dabei entstehenden Blutungen auch aus der Scheide aus. Das Blut ist in diesem Fall im Unterschied zu den meisten Zwischenblutungen nicht dunkel und braun, sondern eher hellrot. Zudem ist die Menge meistens äußerst gering und meistens tritt diese Art der Blutung nur tröpfchen- oder schlierenweise auf.

Ein weiterer wichtiger Unterschied zu anderen Arten der Zwischenblutungen ist der kurze Zeitraum der Blutung. Eine Nidationsblutung wird in den folgenden Tagen nicht stärker, sondern bleibt relativ schwach oder hört nach kurzer Zeit wieder auf. Manche Gynäkologen sind auch der Meinung, dass sich diese Art der Blutung sich während der gesamten Frühschwangerschaft hinziehen kann. In einem solchen Fall empfehlen die Ärzte Ruhe und Schonung um die Schwangerschaft nicht zu gefährden. Einige Experten gehen davon aus, dass diese Art der Blutung bei jeder Schwangerschaft stattfindet, allerdings nur in wenigen Fällen nach außen hin auftritt.

Es gibt viele andere Ursachen für Zwischenblutungen

Blutungen, die nichts mit der monatlichen Mentruation zu tun haben, können auch viele andere Gründe haben und weisen nur in den seltensten Fällen wirklich auf eine Schwangerschaft hin.

Gelbkörperschwäche: Kommt es in der ersten Zyklushälfte zu einer Zwischenblutung, kann dies auch ein Hinweis auf eine Gelbkörperschwäche sein.

Östrogenspiegel: Auch ein plötzlicher Abfall des Östrogenspiegels, wie er nach dem Eisprung häufig auftritt, kann eine leichte Zwischenblutung auslösen.

Entzündung der Gebärmutterschleimhaut: Eine chronische Entzündung der Gebärmutterschleimhaut (Endometritis) kann Ursache für Zwischenblutungen sein.

Ist die Nidationsblutung ein sicheres Schwangerschaftsanzeichen?

Ein sicheres Anzeichen für eine Schwangerschaft ist eine Nidationsblutung in keinem Fall. Denn auf der einen Seite können die Blutungen auch andere Ursachen haben und zum Anderen muss nicht jede Einnistung einer befruchteten Eizelle eine sichtbare Blutung zur Folge haben. Daher zählt die Nidationsblutung nicht zu den Anzeichen, die Frau als Hinweis auf eine geglückte Befruchtung interpretieren sollte. Lediglich ein Schwangerschaftstest oder ein Besuch beim Gynäkologen kann also abklären, ob eine Blutung mit der Einnistung einer befruchteten Eizelle zusammenhängt, oder ob sie andere Ursachen hat.