Die Eisriesenwelt in Werfen, am Hang des Hochkogels im Tennengebirge liegend, ist ein faszinierendes Abenteuer. Bei einem Besuch im Salzburger Land sollte die Besichtigung dieser Höhle auf jeden Fall eingeplant werden. Man sollte aber gut zu Fuß sein, um alle Seiten der Höhle und den Aufstieg genießen zu können.
Der Zauber majestätischen Eises
Wer den Aufstieg zur Höhle wagt, wird mit dem einmaligen Anblick verzauberter Eiswelten belohnt. Auf einer etwa einstündigen Führung, ausgestattet nur mit atmosphärischen Grubenlampen und unter der Leitung eines kundigen Führers entdeckt man dann die schönsten Seiten dieses etwa 40 Kilometer langen Höhlensystems.
In der Höhle selbst ist es recht kühl – selbst im Sommer liegt die Temperatur bei nur etwa 0 Grad. Es sollte daher auf jeden Fall warme Kleidung mitgebracht werden. Auch Handschuhe sind zu empfehlen, da die Geländer in der Höhle aus Metall und entsprechend kalt sind.
Bei der Führung bekommt man nicht nur beeindruckende Eisfiguren zu sehen, sondern erfährt auch noch einiges über die Geschichte der Entdeckung dieser Höhle. So wurde sie zwar schon im Jahre 1879 vom Salzburger Naturforscher Anton von Posselt-Czorich entdeckt – dieser konnte aber mangels einer besseren Ausrüstung nur knapp 200 Meter tief in die Höhle eindringen, so die Betreiber.
Erst Anfang des vergangenen Jahrhunderts erkundete Alexander von Mörk, Begründer der Salzburger Höhlenforschung, die Höhle genauer und erschloss sie für den in den 1920er Jahren beginnenden Tourismus. Damals musste der Aufstieg zur Höhle noch komplett zu Fuß bewältigt werden, da die Straßen für Autos nicht befahrbar waren. Erst 1953 wurde die einspurige Eisriesenweltstraße gebaut, mit der zumindest ein Teil der Strecke mit dem Auto befahren werden konnte.
Ein Naturwunder – aber nichts für Kinder und körperlich Behinderte
So überwältigend der Besuch der Eisriesenwelt ist, er ist nicht jedermanns Sache. Zwar führt die Straße mittlerweile ein ganzes Stück den Berg hinauf und ist auch gut befestigt, aber man kommt um einen Fußmarsch nicht herum. Vom Eintrittsgebäude bis hin zur Seilbahn, die das steilste Stück bis zur Höhle überwindet, stehen bei guter körperlicher Fitness 20 Minuten Fußweg bevor. Wer es mag, kann die Seilbahn auslassen und die gesamte Strecke zu Fuß laufen. Dieser Abschnitt würde zusätzliche 90 Minuten bedeuten, fordert aber alpine Erfahrungen.
Von der Seilbahn aus zur Höhle sind es dann noch einmal 20 Minuten Aufstieg. Da die Strecke recht steil ist, sollte man sich vorher überlegen, ob man fit genug ist, um sie auf sich zu nehmen. Gerade ältere Menschen oder Kinder könnten hier überfordert sein. In der Eishöhle selbst gibt es dann auch noch mal etwa 1.400 Stufen zu bewältigen. Das Tempo ist hier zwar an die Gruppe angepasst, lässt aber wegen des Besucherandrangs keine Zeit für größere Pausen.
