Elektroloks der Baureihen 1061 und 1161 der ÖBB

Eine 1160 in Bischofshofen - Harald Rossa
Eine 1160 in Bischofshofen - Harald Rossa
1926 hatten die BBÖ die ersten Maschinen dieser Baureihen für den Rangier- und Verschubdienst beschafft. Teilweise waren sie bis 1994 im Einsatz.

Nach dem Ersten Weltkrieg schritt im Westen von Österreich die Elektrifizierung des Bahnnetzes schnell voran. So entstand Anfang der 20er Jahre bei den Bundesbahnen Österreichs (BBÖ) ein spürbarer Bedarf an leistungsstarken Elektrolokomotiven für den Verschub- und Rangierdienst. Die sollten die bisher eingesetzten Dampflokomotiven ablösen.

Die Anforderungen der BBÖ

Die neuen Lokomotiven sollten im leichten Verschubdienst in Bahnhöfen, leichten Streckendienst und Rangierdienst auf Ablaufbergen einsetzbar sein. Eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h musste erreichbar sein. Die maximale Achslast durfte 14 Tonnen nicht überschreiten.

Die ersten Loks

Die BBÖ bestellte 1925 drei ihren Anforderungen entsprechende Lokomotiven. Die AEG in Wien lieferte den elektrischen Teil und die Lokomotivfabrik Floridsdorf den mechanischen Teil. Diese Bestellung wurde noch vor der ersten Auslieferung einer Maschine um 2 Exemplare ausgeweitet.

Die fünf Maschinen wurden 1936 an die BBÖ ausgeliefert und unter der Bezeichnung 1070.0 in den Bestand der BBÖ eingegliedert. Zwischen 1928 und 1932 wurden 16 verbesserte Maschinen dieser Bauart durch die BBÖ beschafft und als Baureihe 1070.1 geführt.

Eingliederung in die Deutsche Reichsbahn

Nach dem Anschluss Österreichs im Frühjahr 1938 an das Deutsche Reich ging die BBÖ in der Deutschen Reichsbahn auf. Die Reihe 1070.0 wurde zur E 61., die 1070.1 zur E 61.1. In der Zeit von 1940 bis 1941 wurden sechs weitere Lokomotiven der Reihe E 61.1 beschafft.

Neubeginn bei der ÖBB

Die Lokomotive E 61 103 wurde im Krieg zerstört. Die anderen Maschinen wurden nach dem Zweiten Weltkrieg von den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übernommen und als 1061 für die ehemalige E 61 und 1161 für die ehemalige E 61.1 geführt.

Die Lokomotiven wurden teilweise über 50 Jahre weitgehend unverändert eingesetzt. Die Maschinen der Reihe 1061 wurden bis 1993 ausgemustert. Das letzte Exemplar der Reihe 1161 wurde 1994 verabschiedet.

Erhaltene Exemplare der Baureihen 1060 und 1061 der ÖBB

  • 1061.002, Baujahr 1926, Eigentümer ist die Österreichische Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG)
  • 1161.012, Baujahr 1932, Eigentümer ist der Verein Nostalgiebahnen in Kärnten (NBiK)
  • 1161.015 (Baujahr 1932 und rot lackiert) und 1161.017 (Baujahr 1940 und grün lackiert) stehen als Museumsexemplare in Bischofshofen
  • 1161.019, Baujahr 1940, gehört ebenfalls der ÖGEG
  • 1161.020, Baujahr 1940, befindet sich in Lienz bei den Lienzer Eisenbahnfreunden

Die Daten der Baureihen 1060 und 1061 der ÖBB

Die Angaben hinter | gelten für die Fahrzeuge der Baureihe 1061.

  • Nummerierung der BBÖ bis 1938:1070.01–05, BBÖ 1070.101–116
  • Nummerierung der DR: E 61.001-005, E61.101-121
  • Nummerierung der ÖBB ab 1945: 1061.01–05, ÖBB 1161.01–22 (ohne 03)
  • Beschaffte Exemplare: 5 Stück 1070.0, 16 Stück 1070.1 durch BBÖ, 5 Stück 1070.1 durch DR
  • Hersteller: ELIN/Wien, Floridsdorf und AEG
  • Baujahr(e): 1926, 1928–1932, 1940/41
  • Ausmusterung: zwischen 1988 und 1994
  • Spurweite: 1435 mm
  • Länge über Puffer: 9.990 | 10.500 Millimeter
  • Gesamtradstand: 5.000 Millimeter
  • Dienstmasse: 55 | 56 Tonnen
  • Achsfolge: D
  • Treibraddurchmesser: 1.140 mm
  • Anzahl der Fahrmotoren: 1
  • Antrieb: Schrägstangenantrieb
  • Dauerleistung: 540 | 560 Kilowatt
  • Anfahrzugkraft: 137 | 140 Kilonewton
  • Höchstgeschwindigkeit: 40 km/h
  • Stromsystem: 15 Kilovolt / 16+2⁄3 Hertz
  • Bremse: selbsttätige Druckluftbremse