1660 begann Kurfürst Friedrich Wilhelm mit der Neugestaltung der Insel Potsdam. Das Gebiet, in dem bereits eine Burg stand und zu diesem Zeitpunkt ein heruntergekommenes Renaissanceschloss stand, wurde von den brandenburgischen Markgrafen als Jagdrevier genutzt. Doch da gab es ein Problem: Das Areal war verpfändet.

Der Schlossbau unter dem Großen Kurfürsten

Es bedurfte langwierige Verhandlungen. Schließlich konnte Friedrich Wilhelm noch 1660 das Amt Potsdam auszulösen. Sofort wurden die Reste des 1598/99 für Kurfürstin Katharina errichteten Renaissanceschlosses abgeräumt. Die Ausführung des Baus leitete Johann Gregor Memhardt, der sein Handwerk auch in den Niederlanden erlernt hatte.

Es entstand eine Dreiflügelanlage. Der zum Havelufer ausgerichtete dreigeschossige Hauptbau war von drei Turmaufbauten bekrönt. In nördlicher Richtung schlossen sich zweigeschossige Seitenflügel an. Die waren auf der Stadtseite durch einen Querflügel verbunden. In ihm befand sich die Tordurchfahrt zum Hof. Um das Schloss herum war ein Wassergraben angelegt.

Das Zentrum des Schlosses war der „Große Saal“ mit 22 mal 13 Meter Grundfläche. Das Innere des Gebäudes ließ Friedrich Wilhelm überaus reich und luxuriös gestalten. Ledertapeten, Bildteppiche, kostbare Möbel und Gemälde sind in den überlieferten Inventaren erwähnt. Für die Stuckarbeiten waren eigens italienische Handwerker an die Havel verpflichtet worden. 1669 war das Schloss fertig.

Und da war es auch schon zu klein geworden. Denn die kurfürstliche Familie hielt sich seit 1669 immer häufiger in Potsdam auf. So wurde 1679 die Erweiterung der Potsdamer Residenz begonnen. Die Seitenflügel wurden aufgestockt und verlängert. Zur Stadt hin schloss eine halbkreisförmige Galerie mit einem Portal den Schlosshof ab. Die bis 1682 dauernden Erweiterungsarbeiten wurden von den Baumeistern Michael Mattias Smidt und Johann Arnold Nering geleitet.

Im Potsdamer Stadtschloss verbrachte der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm seine letzten Lebensjahre. Er starb hier am 29. April 1688.

Der Lustgarten beim Potsdamer Stadtschloss

Mit dem Schloss wurde auch die Anlage des Lustgartens zwischen Schloss und Havel begonnen, den ebenfalls Johann Gregor Memhardt plante. Der folgte den Prinzipien holländischer Gartenbaukunst. Etliche Orangenbäumen und andere subtropischen Zierpflanzen wurden dafür beschafft. Für sie musste eine Möglichkeit der Überwinterung her. So ließ der Kurfürst 1685 von Johann Arnold Nering neben dem Schloss eine Orangerie, damals Pomeranzenhaus genannt, bauen.

Das Potsdamer Stadtschloss nach dem Tod des Großen Kurfürsten

Dem Großen Kurfürsten folgte Friedrich III. Der residierte vorzugsweise in Berlin und nutzte das Potsdamer Stadtschloss nur gelegentlich. Nach seiner Erhebung zum König in Preußen 1701 führte er den Namen Friedrich I. Und diese Krönung war der Anlass zur Verschönerung des Potsdamer Stadtschlosses. Er ließ das von dem holländischen Architekten Jean de Bodt das Fortunaportal errichten, das als erstes Element des alten Schlosses wieder aufgebaut wurde.