Als zu Beginn des 1. Weltkrieges die Fronten zu erstarren drohten, hatte der britische Pionieroffizier Ernest Swinton die Idee, mit gepanzerten Kampffahrzeugen die Grabensysteme des Feindes zu durchbrechen. Am 15.9.1916 erfolgte der erste britische Panzerangriff mit Fahrzeugen des Typs Mark I. Am 20.11.1917 begannen die Briten die erste große Panzeroffensive der Militärgeschichte bei Cambrai. Damit waren sie Pioniere im Einsatz der Panzerwaffe.
Das Deutsche Reich war während des Krieges an Panzern zahlenmäßig unterlegen. Es waren nie mehr als 13 Panzer im Einsatz. Hier wurde die Entwicklung der Panzerwaffe nicht genügend vorangetrieben, um mit den Alliierten mithalten zu können. Das deutsche Oberkommando konzentrierte sich statt dessen auf den Stellungskrieg und sah nur wenig Möglichkeiten für den Einsatz der neuen Waffengattung, was vor allem an der traditionellen Vorstellung von der Kavallerie als "Königin der Schlachten" lag.
Der erste funktionstüchtige deutsche Panzer überhaupt war der A7V Sturmpanzer, der nach der Abteilung 7 Verkehrswesen benannt wurde. Er wurde 1917 entworfen und ab März 1918 erfolgreich eingesetzt, jedoch wurden insgesamt nur 18 Exemplare gebaut. Er wog 30 Tonnen und besaß eine Panzerung von 30 mm Dicke. Seine Bewaffnung bestand aus einem 57-mm-Geschütz und sechs 7,92-mm-MGs.
Die Entwicklung nach dem Ersten Weltkrieg
Nach Ende des Krieges zog der deutsche Generalstab jedoch seine Lehren aus den vertanen Möglichkeiten. Zwar verbot der Versailler Vertrag die Produktion von Panzern, doch wurde diese Vorgabe geschickt umgangen - z.B. indem man Panzer schlicht als landwirtschaftliches Gerät tarnte. Oder man baute Kampfwagen wie den Panzerspähwagen SDKFZ 231, der mit seinem LKW-Laufwerk keinen Panzer im eigentlichen Sinne darstellte und bei dem das Gewicht der Panzerung die Geländegängigkeit massiv einschränkte.
Bereits Mitte der dreißiger Jahre übernahmen deutsche Ingenieure zusammen mit den Franzosen die Führungsrolle in der Panzerentwicklung. Doch wurde diese Waffengattung nicht nur verbessert: Unter der Führung Hans von Seeckts entwickelte man eine komplett neue Strategie, die sich im 2. Weltkrieg als überlegen herausstellen sollte. Einer der Urheber dieser Strategie war Basil Liddell-Hart, ein britischer Militärhistoriker und Stratege, der mit seinem visionären Konzept im eigenen Land auf wenig Zuspruch stieß, im Gegensatz zu deutschen Militärs wie Rommel oder Guderian. Diese erkannten die Vorteile der beweglichen Kriegsführung und setzten sie in ihren Planungen um. Mit Harts Vorstellungen als Grundlage bauten sie die deutsche Panzerwaffe auf.
Blitzkriegstrategie
Die neue Strategie sah grob gesagt vor, dass die Panzer als Instrument des Bewegungskrieges in enger Zusammenarbeit mit den anderen Waffengattungen, wie den Luftstreitkräften, eingesetzt werden sollten. Dabei war geplant, mobile Infanterieverbände den raschen Vorstoß der Panzerspitzen begleiten zu lassen. Die sogenannte Blitzkriegstaktik war geboren. Hinzu kam die Ausrüstung der Fahrzeuge mit Funkgeräten, die schnelle Reaktionen auf gegenwärtige Ereignisse ermöglichten und somit die bewegliche Führung der Streitkräfte wesentlich verbesserten. Vor allem in der Anfangsphase des Krieges zeigte sich die überlegene Wirkung der Blitzkriegstaktik. Die spätere alliierte Luftüberlegenheit schränkte zwar die Möglichkeiten der deutschen Panzer ein, doch konnten sie aufgrund besserer Panzerung und Bewaffnung dem Feind noch immer erhebliche Verluste zufügen.
Es entstanden in den dreißiger Jahren zwei unterschiedliche Typen mittelschwerer Panzer. So sollten Vertreter des ersten Typs die Infanterie unterstützen, während dem anderen die Bekämpfung feindlicher Panzer zukam. Während der ersten beiden Jahre des Krieges überwogen jedoch leichte Panzer und Panzerwagen. Die Fahrzeuge der Wehrmacht waren den Gegnern hier oft an Panzerung und Durchschlagskraft unterlegen, doch wurden diese Nachteile durch die enorme Beweglichkeit der deutschen Panzerwaffe ausgeglichen. So konnten auch Siege gegen übermächtig scheinende Gegner errungen werden.
Panzerkampfwagen I
Unter strikter Geheimhaltung geplant lief der PzKpfw I schon 1934 ganz offiziell als Panzer vom Band. Er wurde im Spanischen Bürgerkrieg getestet und im Polenfeldzug eingesetzt. Es stellte sich heraus, dass seine Effizienz durch eine hohe Verwundbarkeit eingeschränkt war. So betrug die Dicke seine Panzerung nur 13 mm. Er war 5,9 Tonnen schwer und mit zwei 7,92-mm-MGs bewaffnet.
Panzerkampfwagen II
Der Panzerkampfwagen II sollte ab 1935 die Zeit bis zur Entwicklung verbesserter Modelle überbrücken. Entwicklungsgeschichtlich stand er zwischen dem PzKpfw I und den PzKpfw III(IV. Mit diesem Typ übte man jene taktischen Manöver, die im Zweiten Weltkrieg zu den frühen Siegen des Deutschen Reiches führten. Mit einer maximalen Panzerung von 35 mm wog der PzKpfw II 9650 kg, bewaffnet war er mit einem 20-mm-Geschütz und einem 7,92-mm-MG.
Panzerkampfwagen III
1939 begann die Serienproduktion dieses Typs, der als Panzerjäger konzipiert wurde. Zu Beginn des Russland-Feldzugs war der PzKpfw III der meistproduzierte deutsche Panzer. Ständig in seiner Bewaffnung aufgerüstet, war er einer der besten Panzer, die im 2. Weltkrieg zum Einsatz kamen. Auch in Nordafrika fand er Verwendung, wo er mit seiner hohen Feuerkraft allen britischen Fahrzeugen weit überlegen war. Seine Panzerung besaß eine Stärke von maximal 30 mm bei einem Gewicht von etwa 19,5 Tonnen. Der PzKpfw III war bewaffnet mit einem 37-mm-Geschütz und wurde später mit einem 50-mm-Geschütz nachgerüstet. Ergänzt wurde das Arsenal durch zwei 7,92-mm-MG.
Panzerkampfwagen IV
1937 begann die Produktion dieses berühmten Panzertyps. Er wurde in zahlreichen Versionen erbaut und erwies sich allen Herausforderungen gewachsen. Ursprünglich als Unterstützung für die Infanterie vorgesehen, wurde er nach ersten Gefechten mit dem russischen T-34 nachgerüstet und bildete in schlagkräftigerer Form als PzKpfw IV G das Rückgrat der deutschen Panzerdivisionen. Diese Version war bewaffnet mit einem 75-mm-L/43-Geschütz und zwei 7,92-mm-Mgs, war etwa 22.350 kg schwer und mit einer maximal 50 mm dicken Panzerung versehen. Der PzKpfw IV wurde in verschiedenen Versionen den ganzen Krieg hindurch produziert. Von der letzten Version, Modell J, wurden noch ab 1944 1.700 Stück gebaut. Der Panzerkampfwagen IV wurde nach Kriegsende auch von anderen Staaten wie z.B. Russland verwendet, noch im Sechstagekrieg kam er gegen Israel zum Einsatz.
Alles in allem war die deutsche Panzerwaffe, auch zu Beginn des Zweiten Weltkrieges, weniger aufgrund ihrer Panzermodelle überlegen sondern vielmehr aufgrund der revolutionären Strategie. Die bewegliche Führung der Panzer ermöglichte es, auch ohne materielle Überlegenheit den Gegner auszumanövrieren. Erst in den späteren Jahren des folgenden Krieges sollten überlegene deutsche Modelle wie Tiger oder Panther in den Kampf eingreifen.
