Im Verlauf des 2. Weltkrieges war es für Deutschland notwendig seine Panzer ständig zu verbessern, da auch auf Seiten der Gegner immer stärkere Typen entwickelt wurden. So bereitete z.B. der russische T-34 große Probleme, da er allen bisherigen Kalibern widerstand. Die Antwort auf diese mächtige Waffe waren die deutschen Kampfwagen vom Typ Tiger und Panther.
Tiger
Der Panzerkampfwagen VI Tiger I war enorm stark gepanzert, 100 mm an der Front und 80 mm an den Seiten. Somit stellte er für Panzerabwehrgeschosse einen nahezu unzerstörbaren Gegner dar, die größte Gefahr ging für dieses Fahrzeug von feindlichen Jagdbombern aus. Auf Distanz erwies er sich mit einem 88 mm-Geschütz als jedem Gegner überlegen, außerdem war der Tiger noch mit zwei bis drei 7,92 mm-MGs bewaffnet. Eingeschränkt war die Reichweite des Fahrzeugs, sie betrug maximal 195 km auf der Straße. Doch es besaß ein vollsynchronisiertes Getriebe, bei dem der Fahrer nur noch den Gang vorwählen und kuppeln musste.
Panther
Der Panzerkampfwagen V Panther zeigte bei seinem ersten Einsatz in der Schlacht am Kursker Bogen 1943 aber aufgrund zahlreicher technischer Probleme noch keine guten Leistungen. Nach Behebung dieser Kinderkrankheiten änderte sich dies aber stark, der Panther entwickelte sich sogar zum besten deutschen Panzer des 2. Weltkriegs überhaupt. Er besaß eine bis zu 80 mm dicke Panzerung bei einem Gewicht von über 45 Tonnen. Er war bewaffnet mit einem 75 mm-Geschütz und drei 7,92 mm-MGs. Aufgrund seiner Komplexität erforderte der Panther jedoch eine lange Produktionszeit. Doch trotz Rohstoff- und Ersatzteilmangel sowie seinem übereiltem Einsatz war der Panther eine überragende Waffe, die den internationalen Panzerbau noch bis heute beeinflusst. Die Panzer vom Typ Tiger und Panther waren aber sehr teuer in der Produktion und griffen erst relativ spät, nämlich 1943, ins Geschehen ein.
Einsatz von Sturmgeschützen
Angesichts der Bedrohung starker feindlicher Kampfwagen kamen ab 1940 Sturmgeschütze zum Einsatz. Sie konnten kostengünstig produziert werden und stellten mit ihrer enormen Feuerkraft eine Art mobile Artillerie dar, weswegen die Angehörigen dieser Waffe auch zu den Artilleristen zählen. Sie trugen entsprechend auch feldgrau anstelle von schwarz wie der Panzersoldat. Zwar waren die Sturmgeschütze meist eher schwach gepanzert, doch wurde dieses Manko von ihrer hohen Mobilität ausgeglichen. Deutschland übernahm die Führung bei der Entwicklung dieser Geschütze, auch wenn häufig improvisiertes Gerät zum Einsatz kam: So setzte man oftmals einfach Pak-Geschütze auf ein beliebiges Chassis und hatte auf diese Weise schnell eine durchschlagende Waffe zur Verfügung.
Häufig erwiesen sich die Sturmgeschütze sogar als effektiver in der Ausschaltung feindlicher Panzer. Daher entschied man sich zum Bau eines leichten Jagdpanzers, bestehend aus einem Sturmgeschütz auf Panzer-Chassis. Das Ergebnis war der Jagdpanzer Hetzer, der sich zu einem der erfolgreichsten deutschen Jagdpanzer des 2. Weltkriegs entwickeln sollte. Zudem war er auch noch günstiger in der Anschaffung als andere Fahrzeuge seiner Art. Ein weiterer Vorteil war seine geringe Größe, die nicht nur ein schwer zu treffendes Ziel, sondern auch Schutz vor Entdeckung bot. Jedoch konnte er, ab Frühjahr 1944 erbaut, erst sehr spät in den Krieg eingreifen.
Nashorn
Ein weiterer erfolgreicher Panzerjäger, der Jagdpanzer Nashorn, hatte bereits 1943 bei der Schlacht um Kursk seine Feuertaufe. Es zeigte sich, dass er feindliche Fahrzeuge auch aus hoher Entfernung sehr effektiv bekämpfen konnte. Grund dafür war seine Pak 43, eine modifizierte 88 mm Panzerabwehrkanone mit verlängertem Lauf. Im Nahkampf verteidigte sich das Nashorn mit einem 7,92 mm-MG. Der Panzer wog 24 Tonnen bei einer Panzerung von 30mm.
Jagdpanther
Einer der berühmtesten Jagdpanzer überhaupt war der Jagdpanther. Bewaffnet mit einer 88 mm-Pak 34 und ein bis zwei 7,92 mm MGs für den Nahkampf, war der Jagdpanther in der Lage, in kleinen Gruppen auch weit überlegene Verbände aufzuhalten. Allerdings wurden von dieser Waffe zu geringe Stückzahlen gebaut um kriegsentscheidend zu wirken. Ein Nachteil des Jagdpathers war auch seine zu geringe Motorleistung, weshalb er nur in der Defensive wirkte. Die Panzerung dieses Fahrzeugs betrug bis zu 100 mm, das Gewicht lag bei 46 Tonnen.
Tiger II
Der Tiger II, von den Alliierten King Tiger (Königstiger) getauft, war trotz seiner Langsamkeit und geringen Reichweite der wohl kampfstärkste Panzer, der während des 2. Weltkriegs eingesetzt wurde. Seine Panzerung war so stark wie beim Tiger I und dabei geneigt wie beim Panther. Zusammen mit diesem bildete der Königstiger, der bereits im Juli 1944 in der Normandie seine Feuertaufe erhielt, bei der Ardennenoffensive die Speerspitze der deutschen Armee. Viele dieser Fahrzeuge mussten jedoch wegen Treibstoffmangels aufgegeben werden, nachdem sich der Angriff totgelaufen hatte. Der Königstiger war bewaffnet mit einem 88 mm-Geschütz sowie zwei 7,92 mm MGs. Seine Panzerung hatte eine Dicke von maximal 150 mm bei einem Gewicht von 68 Tonnen.
Jagdtiger
Der auf dem Tiger II basierende Jagdtiger war mit seinem 128 mm-Geschütz das schlagkräftigste Kampffahrzeug des Zweiten Weltkriegs. Bei einer Panzerung von bis zu 250 mm betrug das Gewicht dieses Wagens voll ausgerüstet 76 Tonnen. Ein enormes Gewicht, für das die Leistung seines Motors jedoch zu schwach war, sodass der Jagdtiger nur zu Verteidigungszwecken eingesetzt werden konnte. Später gebaute Wagen dieses Typs waren angeblich nur noch mit einem 88 mm-Geschütz bewaffnet, nachdem durch Bombenangriffe eine Produktion der 128-mm-Geschütze unmöglich geworden war. Für den Nahkampf besaß der Jagdtiger außerdem noch ein 7,92 mm-MG. Ein weiteres befand sich, abgesehen von den letzten 15 Exemplaren des Jagdtigers jedoch nicht standardmäßig, auf der Motorhaube zur Flugabwehr.
Feierte die deutsche Panzerwaffe zu Beginn des Zweiten Weltkrieges aufgrund ihrer beweglichen Führung ungeahnte Triumphe, war es im späteren Verlauf des Konfliktes dennoch nötig bessere Modelle zu bauen um den technologischen Anschluss nicht zu verlieren. Denn gerade an der Ostfront erschienen neue Panzertypen, welche den deutschen Modellen klar überlegen waren. Das daraus resultierende technologische Wettrüsten sollte schließlich den Grundstein für die heutigen, modernen Panzer legen.
