Wenn es etwas gibt, das Hollywood mehr als Glamour und das Spiel mit der Eitelkeit liebt, dann ist es Geld. An den harten Fakten von Einspielergebnissen kommen selbst die renommiertesten Filmemacher nicht vorbei. Erfolg macht eben unwiderstehlich, wie jene zehn erfolgreichsten Regisseure aller Zeiten beweisen, die nachfolgend aufgelistet werden: Vorhang auf für die Top 10!
10: Peter Jackson: Der neuseeländische „Herr der Ringe“
Als der unscheinbare Neuseeländer noch skurrilen Trash-Horror wie „Braindead“ oder „Bad Taste“ produzierte, hätte wohl kaum jemand damit gerechnet, dass er knapp zwei Jahrzehnte später zu den Lieblingen Hollywoods zählen würde. Doch mit der grandiosen Verfilmung von Tolkiens „Herr der Ringe“ riss er Kritiker wie auch Zuschauer zu Begeisterungsstürmen hin.
Sein eigentliches Meisterwerk, der verstörende „Heavenly Creatures“ mit einer blutjungen Kate Winslet in der Hauptrolle, blieb hingegen bis heute vielen Filmfans unbekannt.
9: Tim Burton: Zweimal „Batman“ war genug
Ihn beneiden viele Frauen um das Privileg, gleich mehrere Male mit Johnny Depp gearbeitet zu haben. Seine größten Hits landete er aber mit „Batman“ und „Batman Returns“, denen er seinen unvergleichlichen Stil aufdrückte. Ungleich kreativeren Werken wie Ed Wood“ oder der „Krieg der Welten“-Groteske „Mars Attacks!“ war weniger Erfolg beschieden.
Doch abgesehen vom missratenen Remake des Klassikers „Planet der Affen“ zeichnet alle seine Filme immerhin ein Hang zum Mut aus, der vielen Regie-Kollegen fehlt. Allein schon aus diesem Grunde ist Tim Burton einfach unersetzbar und wird hoffentlich noch viele skurrile Abenteuer auf die große Leinwand projizieren.
8: Sam Raimi: Von „Tanz der Teufel“ zu „Spiderman“!
Dunkle Stoffe waren sein Metier: Mit „Tanz der Teufel“ – inklusive zweier Fortsetzungen – eroberte er die Herzen zahlreicher Horrorfans. Der ganz große Durchbruch wollte aber einfach nicht gelingen. Bis er ein unfehlbares Rezept entdeckte: Comichelden! „Spiderman“ katapultierte ihn mit einem Schlag in die Riege der Superstars.
Unklar bleibt jedoch, ob Raimi auch abseits des Spinnenmannes sein Publikum finden kann. Sein durchaus gelungenes Horrorfilm-Comeback „Drag Me To Hell“ erzielte jedenfalls nur einen Bruchteil der Einspielergebnisse von „Spiderman“.
7: Gore Verbinski: „Fluch der Karibik“ als Geldsegen
Was für eine Karriere für die Piraten: Von Disneyland nach Hollywood! Die „Fluch der Karibik“-Trilogie traf den Nerv des Publikums und erbeutete zahlreiche Millionen an den Kinokassen. Dabei hatte Gore Verbinski bereits mit „The Ring“ bewiesen, dass er atmosphärisch dichte Thriller produzieren kann. Doch gegen Johnny Depps Piratenrasselbande hatten selbst übel gelaunte Tote aus dem Brunnen keine Chance.
6: Michael Bay: Von „Pearl Harbor“ über „Armageddon“ hin zu „Transformers“
Neben Uwe Boll dürfte Michael Bay die Lieblingszielscheibe des Kritikerspotts sein: Seine Filme seien gigantisch teure, laute und weitgehend sinnfreie Materialschlachten, lauten viele der Vorwürfe. Ihm kann es egal sein: „The Rock“, „Armageddon“ oder die „Transformers“-Filme lockten Millionen Zuseher in die Kinos, unabhängig von Kritikerschelten.
Den vorläufigen Olymp seiner Karriere stellt natürlich „Transformers - Die Rache“ dar. Vorzüge des Films: Gigantisch teuer, laut und weitgehend sinnfrei …
5: Chris Columbus: Der Entdecker von „Harry Potter“
Der Spezialist für vergnügliche Familienkomödien schlechthin: „Kevin allein zu Haus“ mauserte sich 1990 zur Kinosensation, dito das Robin-Williams-Vehikel „Mrs. Doubtfire“. Mit dem bereits zum Zeitpunkt der Verfilmung nicht gänzlich unbekannten Harry Potter landete Columbus einen weiteren Volltreffer. Freilich: Subtiles, anspruchsvolles Kino darf man sich von ihm nicht erwarten. Seine Domänen waren und sind unterhaltsame Komödien für Jung und Alt.
4: George Lucas: Die Macht von „Star Wars“ war mit ihm
Er führte bei nur sechs Filmen Regie und zählt trotzdem zu den absoluten Superstars. Kein Wunder, handelte es sich doch bei nicht weniger als vier dieser Filme um „Star Wars“-Teile. Wohl kein anderer Regisseur ist dermaßen untrennbar mit einer seiner filmischen Kreationen verbunden wie George Lucas mit „Star Wars“.
So makellos seine „Star Wars“- Bilanz auch glänzt, gibt es dennoch einen kleinen Schönheitsfehler in seinem Schaffen. Lucas war immerhin Produzent des berühmt-berüchtigten Desasters „Howard – Ein tierischer Held“. Ein Werk, das selbst Darth Vader das Röcheln verschlagen hätte …
3: Ron Howard: „Happy Days“ dank „Da Vinci Code“
Eine eher untypische Karriere schlug Ron Howard ein. Nachdem er in zahlreichen Filmen und TV-Serien (am Bekanntesten „Happy Days“) aufgetreten war, schlug er schon mit Anfang 20 den Weg als Regisseur ein. Mit enormem Erfolg. Blockbuster pflastern seinen Weg. „Willow“, „Apollo 13“, „A Beautiful Mind“ oder „Da Vinci Code“, um nur einige zu nennen. Dass der Apfel nicht weit vom Stamm fällt, zeigen die Erfolge seiner Tochter Bryce Dallas Howard („Terminator: Die Erlösung“, „The Village“).
2: Robert Zemeckis: „Zurück in die Zukunft“ von „Forrest Gump“.
Ihm verdanken Michael J. Fox und Tom Hanks ihren Status als Superstars. Mit der fulminanten „Zurück in die Zukunft“-Trilogie oder „Forrest Gump“ kreierte er nicht einfach Unterhaltungsfilme, sondern Kultwerke, deren Protagonisten in die Popkultur Eingang fanden.
Darüber hinaus verfilmte er Carl Sagans Science-Fiction-Meisterwerk „Contact“ und die bahnbrechende Kombination aus Realfilm und Zeichentrick „Falsches Spiel mit Roger Rabbit“. Einzig die Leinwandadaption des Heldenepos „Beowulf“ vermochte nicht zu überzeugen. Wenig verwunderlich: Anthony Hopkins und vor allem Angelina Jolie genießen die meisten Filmfans doch lieber in ihrer realen Gestalt, denn als CGI-Figuren …
1: Steven Spielberg: „E.T.“, „Jurassic Park“, „Indiana Jones“, „Der weiße Hai“, etc.
Muss man noch große Worte über Steven Spielberg verlieren? Beinahe jeder seiner Filme avancierte zum Blockbuster und viele davon gelten längst als Kultklassiker. Wer hat nicht mit Indiana Jones im Kampf gegen Nazis mitgezittert? Oder bei „E.T.“ heimlich geheult? Und beim Badeurlaub an der Adria Angst gehabt, im Magen eines Haies zu landen? Niemand versteht es besser als Spielberg, Urängste, wie auch Sehnsüchte zu befriedigen.
Zu Recht thront er weit über seinen Konkurrenten. Alleine in den USA spielten seine Filme rund vier Milliarden Dollar ein. Sein Name genügt, um Millionen Menschen neugierig auf einen neuen Streifen zu machen und Stars stehen Schlange für eine Rolle. Was es zu erreichen gibt, hat er längst erreicht. Und dennoch gelingt es ihm immer wieder, das Publikum mit Neuem zu überraschen, anstatt sich mit dem Aufwärmen alter Erfolge in neuem Gewand zu begnügen.
War je ein Herrscher sympathischer als der König von Hollywood?
