
- Der Köllnitzer Fischerstuben - Harald Rossa
Da gibt es im Südosten von Berlin im Seenland Oder-Spree einen Geheimtipp: die Erlebniswelt Fischerei Köllnitz.
Schon im 13. Jahrhundert gab es die Fischerei Köllnitz. Sie liegt in einem landschaftlich besonders reizvollen Gebiet Brandenburgs. Heute bewirtschaften die Köllnitzer Fischer die ca. 1.000 Hektar große Groß Schauener Seenkette. Die ist ein einmaliges Naturschutzgebiet und gehört zu den besonders bedeutenden Flachwasserseen Europas. Breite Uferzonen mit Schilf und Röhricht bieten Lebensraum für bedrohte Pflanzen- und Tierarten wie Orchideen, Fischotter, Fisch- und Seeadler, Beutelmeise, Rohrdommel, Eisvogel und viele mehr.
Dieses Naturschutzgebiet hat die Heinz Sielmann Stiftung erworben, Die Stiftung und die Fischer bringen hier nun Natur- und Artenschutz sowie wirtschaftliche Nutzung und die Erlebnisbereiche des Fischerhofes in Einklang.
Am 9. Juli 2009 zog es Matthias Platzeck, der Ministerpräsident von Brandenburg, mal wieder persönlich nach Köllnitz. Er enthüllte gemeinsam mit Peter Witzke, dem Vorsitzenden der Genossenschaft, und dem Bildhauer Peter Lindner eine Adlerstele. Die ist Symbol des Landes Brandenburg wie Symbol der Genossenschaft, in deren unmittelbarer Nähe ein Seeadlerpaar Nachwuchs aufzieht.
Die Fischerei Köllnitz
Vor allem Aal, Zander, Hecht und Karpfen sind in der Groß Schauener Seenkette zu fangen. In der Räucherei werden täglich Fische traditionell über Buchenspänen geräuchert. Den Räucherfisch gibt es exklusiv nur vor Ort neben lebendem oder küchenfertig zubereitetem Fisch im Pavillon der Fischerei Köllnitz.
Die Köllnitzer Fischerstuben
Köllnitz ist immer noch so etwas ein Geheimtipp. Aber unter Fischfreunden in Brandenburg und in der Bundeshauptstadt Berlin ist diese Adresse wohlbekannt. Denn seit 1994 bieten die rustikalen „Köllnitzer Fischerstuben" vielfältigste Fischspezialitäten. Ob als Filet gebraten, gedünstet oder auf andere Art lecker zubereitet findet sich für jeden Geschmack etwas. Das Köllnitzer Zanderfilet ist eine weit bekannte Spezialität. Und es gibt gegenüber mit dem Aalhof Gödecke ein weiteres Restaurant mit viel Fisch auf der Karte. Auch hier gilt der Satz, dass Konkurrenz das Geschäft belebt.
Der Köllnitzer Hof
Das Hotel garni „Köllnitzer Hof" ist ein kleines, liebevoll eingerichtetes Haus in direkter Seenlage. Es schmückt sich mir 3 Sternen und verfügt über 11 komfortabel ausgestattete Doppelzimmer. Eine Blockbohlensauna, Tennisplatz, hauseigene Ruderboote und Fahrräder sind vorhanden. Das dichte Radwegenetz macht von Köllnitz aus reizvolle Tagesausflüge auf der Teufels- oder Jan-Ullrich-Tour möglich.
Rechtzeitig reservieren ist ratsam. Die Fischer haben das Haus etwas zu klein gebaut. Daher ist es ziemlich gut ausgelastet.
Das Fischereimuseum Köllnitz
Stolz sind die Köllnitzer auf ihr Fischereimuseum. Die meisten Exponate haben aktive und ehemalige Mitarbeiter eingebracht. So wird viel Authentisches, das meist viele Jahre auf den Seen im Einsatz war, gezeigt. Eins wird in dem Museum deutlich: Die hier seit Jahrhunderten betriebene Fischerei war ein Knochenjob.
Sielmanns Naturlandschaft Groß Schauener Seen
Südwestlich der Stadt Storkow liegt die Groß Schauener Seenkette im Naturpark Dahme-Heideseen. Dazu gehören der Schaplowsee, der Groß Schauener See, der Große Wochowsee, der Schweriner See und der Bugker See. Über 1000 Hektar sind hier für den Naturschutz gesichert worden und bieten gleichzeitig die Lebensgrundlage der Köllnitzer Fischer.
In Köllnitz auf dem Fischerhof gibt es ein Informationszentrum der Heinz Sielmann Stiftung. Das informiert über die Projekte der Stiftung und vor allem über die Groß Schauener Seen. Bis hin zur Internetübertragung aus der Kinderstube der Fischadler auf einem Hochspannungsmast.
Vom Parkplatz in Köllnitz führt durch den Wald ein schöner Weg. Am Ende wartet ein Aussichtsturm, der einen schönen Rundblick über die Seenlandschaft bietet und mit ein wenig Glück lassen sich seltene Vögel beobachten.
Lage und Anreise nach Köllnitz
Ein Stopp in Köllnitz lohnt sich immer. Sei es wegen des Fischgenusses oder um den Kindern die Arbeit der Fischer zu erläutern. Oder um selbst mit der Angel hier auf Hecht und Zander zu lauern.
Autofahrer verlassen die Autobahn A 12 an der Anfahrt Storkow. Von dort nach Storkow fahren und in der Stadt der B 246 in Richtung Zossen/Königs Wusterhausen folgen. Rund 10 km hinter Storkow ist die Fischerei Köllnitz an der Straße nicht zu übersehen.
Radfahrer können mit der Bahn bis Storkow reisen und erreichen Köllnitz über Radwege oder Nebenwege.
Alle sollten nicht vergessen, in der Stadt Storkow mal auf der Burg vorbeizuschauen. Die neue aufgebaute Burg bietet interessante Ausstellungen. Und die Touristinformation hat immer ein paar gute Tipps auf Lager.
Mehr Information zu Köllnitz
Wie das alles in Köllnitz entstanden ist, das ist in der Geschichte der Erlebniswelt Fischerei Köllnitz nachzulesen.
