
- Expo 2010 Shanghai, Deutscher Pavillon - Yovohagrafie
Seit 1851 finden alle paar Jahre Weltausstellungen statt, wobei das Gastgeberland immer wieder wechselt. In guter Erinnerung ist uns Deutschen noch die Expo 2000 in Hannover. Am 1. Mai 2010 eröffnet nun die Expo 2010 in China, genauer gesagt in Shanghai.
Weltausstellungen brachten Eiffelturm und Kristallpalast hervor
Die erste Weltausstellung überhaupt fand in London statt. Dort wurde im berühmten Hyde Park der Crystal Palace (zu Deutsch „Kristallpalast“) errichtet, in dem dann Aussteller aus allen Teilen der Welt zeigten, was sie in technischer Hinsicht, aber auch im Bereich des Kunsthandwerks zu bieten hatten. In der Folge war London, ebenso wie beispielsweise Paris, wiederholt Austragungsort der Weltausstellung.
Der Crystal Palace blieb bis zu seiner Zerstörung durch ein Feuer 1936 ein Wahrzeichen Londons, und auch für andere Weltausstellungen wurden Gebäude errichtet, die das Bild der jeweiligen Stadt für immer prägen sollten. Das Berühmteste ist wohl der Eiffelturm in Paris, der anlässlich der Ausstellung von 1889 (es war bereits die vierte in der französischen Hauptstadt) errichtet wurde.
Die Expo 2010 soll alle Rekorde brechen
Und nun also Shanghai. Unter dem Motto „Better City, Better Life“ („Bessere Stadt, besseres Leben“) soll die Expo 2010 die größte Weltausstellung aller Zeiten werden. Schon jetzt ist klar, dass das für die Zahl der Aussteller gilt – mehr als 240 Länder und internationale Organisationen haben sich angemeldet, ein neuer Rekord. Aber auch den bisherigen Besucherrekord will China brechen, man hofft auf 70 Millionen, darunter mindestens 3,5 Millionen Ausländer.
Auch das Ausstellungsgelände ist gewaltig: Es hat eine Größe von 5,28 Quadratkilometern, das sind 528 Hektar. Zum Vergleich: Die Expo 2000 in Hannover fand auf einer Fläche von 160 Hektar statt! Quer durch das Ausstellungsgelände fließt der Fluss Huangpu. Die zentrale Anlage ist diesmal die so genannte Expo-Achse, ein Boulevard mit der größten Membran-Konstruktion der Welt.
China tritt mit mehreren Pavillons an
Natürlich wird auch diesmal auf das Konzept der Länderpavillons zurückgegriffen, das seit 1867 die Weltausstellungen prägt. So enthüllte etwa Spanien am 23. April in seinem Pavillon ein sechseinhalb Meter großes Riesenbaby, und natürlich ist auch Deutschland mit einem eigenen Pavillon vertreten – er trägt den Namen „balancity“.
China selbst hat gleich mehrere Pavillons zu bieten. Neben dem eigentlichen China-Pavillon gibt es etwa einen 19,99 Meter hohen Pavillon in Form eines großen Kaninchens, der mit seiner Höhe das Jahr 1999 symbolisiert. Damals wurde die ehemalige portugiesische Kolonie Macao wieder offiziell ein Teil der Volksrepublik China. Aber auch Hongkong und Taiwan – aus Sicht der Volksrepublik noch immer Teil Chinas – verfügen über eigene Pavillons.
China, Taiwan, Tibet und die Uiguren
Damit ist aber auch schon eines der zahlreichen Probleme in China angesprochen, die mit der Expo 2010 wieder verstärkt in das Bewusstsein der Weltöffentlichkeit treten werden. Neben dem Konflikt um Taiwan gibt es ja beispielsweise auch das Problem mit den Uiguren oder die Auseinandersetzung um Tibet und den Dalai Lama.
Shanghai heißt „über dem Meer“
Auf der anderen Seite wird sicher die Begeisterung für China gerade unter jungen Menschen im Westen durch die Ausstellung weiter zunehmen. So dürfte auch die chinesische Sprache mit ihrer erstaunlich einfachen Grammatik neue Freunde bei uns finden. Bald werden viele Deutsche wissen, dass „Shanghai“ die Stadt „über dem Meer“ bedeutet – von „shang“ („oben“) und „hai“ („Meer“) – oder dass sich die Namen der Stadtteile Pudong und Puxi aus dem Begriff „Pu“ (für den Fluss Huangpu) sowie den Wörtern „dong“ („Osten“) und „xi“ („Westen“) herleiten.
Die Eröffnung der Expo 2010 ist schon ausverkauft
Wer nun Lust bekommen hat, die Weltausstellung zu besuchen und gleichzeitig die Metropole Shanghai mit ihren mehr als 13 Millionen ständigen Einwohnern kennen zu lernen, hat dazu noch bis zum Ende der Ausstellung am 31. Oktober 2010 Zeit. Für eine Eintrittskarte sind je nach Tag etwa 16 bis 20 Euro zu rechnen. (Es wird dabei zwischen „Standard Days“ und „Peak Days“, etwa bestimmten Feiertagen, unterschieden.)
Am 24. April wurde allerdings von den Veranstaltern gemeldet, dass die Eintrittskarten für den Eröffnungstag ausverkauft sind. Auch das ist sicher ein Zeichen für die gewaltige Resonanz, die diese Weltausstellung jetzt schon findet.
