
- Reineke - Stefanie Abel / pixelio.de
Wer kennt sie nicht? "Der Rabe und der Fuchs", "Der Löwe und das Mäuschen" oder "die Ameise und die Heuschrecke" sind beliebte Fabeln bei Jung und Alt. Äsop gilt als der berühmteste Fabeldichter aller Zeiten und machte die literarische Gattung der Fabel weltweit bekannt. Doch was zeichnet Fabeln aus? Welches sind typische Fabelmerkmale und wie kann man Fabeln im Unterricht vermitteln?
Fabel - Ursprung und Definition
Fabeln gehören ebenso wie Märchen, Sagen und Legenden zur Großform der literarischen Gattung der Epik. Die ältesten überlieferten Fabeln stammen aus Mesopotamien und wurden im Jahre 2000 vor Christus niedergeschrieben. Unser heutiges Bild von Fabeln ist allerdings durch den griechischen Fabeldichter Äsop geprägt, welcher 600 vor Christus als Sklave lebte. Die bekanntesten Fabeln stammen aus seiner Feder und erfreuen sich großer Beliebtheit. Fabeln sind definiert als kurze Erzählungen, oft auch in Versform verfasst, an deren Ende eine Moral beziehungsweise ein Lehrsatz steht. Der Leser soll diese Lehre auf sein eigenes Leben übertragen und einen sozialkritischen Blick einnehmen.
Die Tierfabel als bekannteste Gattung der Fabel
Die bekannteste und meistverbreitete Form der Fabel ist die Tierfabel. Hier wird den Tieren menschliche Charaktereigenschaften zugesprochen und sie werden sowohl der Sprache als auch der Vernunft bemächtigt. Dabei werden die Tiere meist stereotypisch charakterisiert. Der Fuchs ist beispielsweise immer sehr listig, der Löwe stolz und mächtig, der Esel störrisch und der Rabe vorlaut und dumm. Die Tiere erhalten in Fabeln eigene Fabelnamen, die durchweg in allen Fabeln gleich gebraucht werden: So heißt der Fuchs zum Beispiel Reineke und der Hase Meister Lampe.
Der Rabe und der Fuchs - Vermittlung im Unterricht
Die Fabel "Der Rabe und der Fuchs" wurde von Äsop erzählt und ist mit eine der bekanntesten Fabeln überhaupt: Der schöne und eingebildete Rabe hat ein Stück Käse ergattert, das der listige Fuchs unbedingt für sich haben möchte. Er schmeichelt dem Raben so lange, bis dieser versehentlich den Käse fallen lässt, als er dem Fuchs eine Gesangsprobe mit seiner schönen Stimme geben möchte.
Anhand dieser Fabel, können die Schüler im Unterricht typische Fabelmerkmale erarbeiten:
- Im Mittelpunkt stehen Tiere mit menschlichen Eigenschaften
- Die Tiere sind stereotypisch charakterisiert
- Am Ende der Fabel steht eine Moral
- Die Fabel ist als kurze Geschichte erzählt; es gibt auch Versionen der Fabel in Versform
- Die Fabel ist in einfacher Sprache verfasst
- Es gibt nur eine Haupthandlung und keine Nebenhandlung
Die Eigenschaften der Protagonisten können herausgearbeitet werden, ebenso die Moral der Geschichte. Dies basiert zunächst einmal auf dem Leseverständnis der Schüler. Da die Fabel nur sehr kurz ist und starken bildlichen Charakter hat, eignet sie sich gut zum Auswendiglernen. Sie kann szenisch umgesetzt und nachgespielt werden. Dadurch müssen sich die Schüler in die Charaktere hineinversetzen. Fuchs und Rabe ergeben sehr schöne Tiermasken, die gemeinsam im Unterricht gebastelt werden können. Die Fabel könnte aber auch als Minihörspiel aufgenommen werden. So wird der Fokus auf Artikulation und Stimme gelegt. Natürlich eignet sich die Fabel zudem zum Nacherzählen, Malen und Genießen. Viel Spaß!
Quellen:
- Texte, Themen und Strukturen. Grundband für die gymnasiale Oberstufe. Ausgabe B. Cornelsen
- Literaturwissenschaftsvorlesung an der Uni Düsseldorf (Letzter Zugriff: 27.12.2011)
