
- Eichenwurzel in Feengrotten - Christine Rödel
Am Pfingstsonntag, den 31. Mai 1914, wurde das einstige Bergwerk, die heutigen Feengrotten, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Mit ihrer Farbenpracht und den über hundert Brauntönen gingen sie 1993 in das Guinessbuch der Rekorde als die farbenreichsten Grotten der Welt ein. Auch ihren Namen verdankt die Grotte ihrem vielfältigen Farbenspiel. Seit der Eröffnung besuchten etwa 18 Millionen Gäste die Grotte. Heute finden verschiedene Veranstaltungen unter Regie der Feen in den Feengrotten und dem Feenwäldchen für Jung und Alt statt.
Abbau von Alaunschiefer, dem schwarzen Gold
Um 1530 wurde in dem Bergwerk das schwarze Gold, der blau-schwarze Alaunschiefer, abgebaut. Es war ein Wirtschaftszweig, der sich nicht wirklich rentierte. Die kostengünstigere chemische Herstellung von Alaunsalzen brachte den Bergbau mehrfach und endgültig 1850 zum Erliegen. Auch die Farbstoffgewinnung von Ocker aus der Grube war nicht rentabel. 1910 wurden die hiesigen Wasser eingehend untersucht, und als mineralhaltiges Heilwasser von der Bevölkerung für Heilungszwecke genutzt. Während der Suche nach der Quelle dieses Wassers wurden die farbenreichen Grotten entdeckt. Am 22. Dezember 1913 entdeckte man den Märchendom mit seinem berühmten Tropfstein Gralsberg. Pfingstsonntag im Jahre 1914, wurden die Grotten feierlich eröffnet und der Bevölkerung zugänglich gemacht.
Erster deutscher Heilstollen
Bereits 1931 wurde die heilsame Wirkung der Feengrottenluft entdeckt. 1937 wurde hier der erste deutsche Inhalationsstollen seiner Art eröffnet. Die extrem reine Luft mit einer relativen Luftfeuchte von circa 100 % weist konstant 10 Grad Celsius auf. Sie wirkt antiallergisch, entzündungshemmend, schleim- und krampflösend. Der gesamte Organismus wird gestärkt und allergische Krankheitssymptome können auf natürliche Art und Weise behoben werden.
Mit über dreißig Liegen ist der Heilstollen ausgestattet und die Gäste können an einem Kurprogramm teilnehmen. An 18 Tagen, mit täglich 2 Stunden Aufenthalt im Heilstollen, können sich die Kurgäste unter Beaufsichtigung einer Krankenschwester hier entspannen und die gesunde, keimfreie Luft zur Regenerierung des Wohlbefindens inhalieren.
Die Saalfelder Heilquellen aus den Feengrotten
Im Jahre 1928 wurde das neu errichtete Quellenhaus dem Quellenforschungsinstitut übergeben. Es begann die Vermarktung der Saalfelder Heilquellen, die seinerzeit einzigen Heilquellen ihrer Art Deutschlands. Ihre medizinisch nachgewiesene natürliche Heilwirkung verdankt das Heilwasser der Konzentration von Arsen, Eisen, Phosphat und Sulfat.
Das aus der zweiten Grubensohle gewonnene, weniger stark mineralisierte Wasser, Gralsquelle, kam 1934 auf den Markt und wurde zum Renner. Seine Mineralbestandteile wirken harntreibend und tragen aufgrund des Fluoridgehaltes zur Karies-Prophylaxe bei. Es wird heute ausschließlich im Quellenhaus der Feengrotten abgefüllt.
Im Märchendom der Feengrotten träumen oder heiraten
Wo einst, im Mittelalter, die Grubenleute zwischen 10 und 12 Stunden an sechs Tagen sich im Dunkeln mit Hammer und Meißel plagten, führt heute die Fee ihre Besucher durch ihr Reich. Jede halbe Stunde finden die Führungen durch die Unterwelt statt.
Einmal in das verwunschene Märchenreich eingedrungen, beherrscht der Feenzauber die menschliche Phantasie. Die Geschichten um den Butterstollen, das arsenhaltige Heilwasser,die in diesem Zusammenhang erwähnten, verschollenen untreuen Ehemänner, oder die heilige Barbara, die Schutzpatronin der Bergleute, sind so farbig, wie es die Phantasie der Besucher zulässt. Auch die kleine Feenschwester, die im Schloss des verschwundenen Atlantis lebt, was hier in Saalfeld, im 50 cm tiefen Gewässer des Märchendoms unerwartet auftaucht, kann für wenige Minuten zauberhaft real sein.
Und wer die dauerhafte Realität bevorzugt, kann sich hier in ungewöhnlich feierlicher Atmosphäre vermählen. Bis zu 25 Gäste können dieses Schauspiel begleiten. Das Fest kann in der Feengrottenschenke fortgesetzt und es kann auch vor Ort übernachtet werden.
Veranstaltungen für Jung und Alt in Thüringen
Kinderführungen durch die Feengrotten finden täglich um 15.00 Uhr statt. Für Kindergruppen im Alter von 6 bis 10 Jahren können separate Terminabsprachen getroffen werden. Mit dem Konzert für die Seele, lässt Kathrin Rosemann mit ihrer klaren Stimme meditativen Gesang durch die Feenwelt erklingen. Die Konzerte finden einmal monatlich im Frühjahr und Herbst statt. Auch eine abendliche Führung kann für Gruppen gebucht werden, die mit einem Thüringer Kräuterlikör untertage angereichert wird und mit einem zubuchbarem Menuegang ergänzt werden kann. Gruppen von mindestens 10 Personen können auch dabei sein, wenn sich Fee und Bergmann unter Tage treffen. Mit Feen und Trollen im Feenwäldchen Geburtstag zu feiern, wird sicher ein unvergesslicher Neustart ins neue Lebensjahr sein.
Die Autorin und Designerin, Sylvana von Ende, erzählt in ihrem Phantasieroman "Gefahr für die wundersame Welt des Grals König" Geschichten aus der Unterwelt der Feengrotten. Das Buch ist bei der Autorin oder in den Feengrotten erhältlich.
