Die Finanzkrise

Der Blitz schlägt ein  - Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com /pixelio.de
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Finanzkrisen treten immer wieder auf. Doch was macht sie aus und wodurch ist die derzeitige Finanzkrise entstanden?

Finanzkrisen treten seit den 1980er Jahren immer wieder in Erscheinung. Es gab zum Beispiel Anfang der 80er die schwere Schuldenkrise in Lateinamerika, die Peso-Krise Anfang der 90er, 1997/98 die Südostasienkrise und dazwischen noch die Krisen in der Türkei und Russland zwischen 1994 und 2001. Ebenso gab es auch Krisen in den westlichen Zentren. Einen Börsenkrach 1987, die Krise der Europäischen Währungssysteme 1992/93 und die Krise an der Börse durch das Platzen der telecom bubble 2000/01.

Was ist eine Finanzkrise?

Seit 2007/08 besteht die derzeitige globale Finanzkrise. Wie entsteht so eine Krise? Was macht sie aus? Eine Finanzkrise ist eine meist innerhalb kurzer Zeit auftretende, nicht temporäre, gravierende Verschlechterung in den Ausprägungen von wesentlichen Finanzmarktindikatoren (Zinsen, Wertpapier- und Wechselkurse), die andauernde und massive realwirtschaftliche Folgen nach sich ziehen kann. Das Phänomen der Finanzkrisen ist sehr komplex und daher begrifflich schwer zu fassen.

Der Anfang der Krise von 2007/2008

Begonnen hat die Finanzkrise von 2007/08 als Subprime-Krise auf dem US-amerikanischen Immobilienmarkt. Der Subprime-Markt besteht aus Haushalten mit geringer Kreditwürdigkeit. Also solche, die früher keinen Kredit bekommen hätten. Auslöser für die Subprime-Krise war der schnelle Anstieg der kurzfristigen Zinsen.

Durch die restriktive Geldpolitik, der amerikanischen Zentralbank Fed wurde dem Immobilienboom ein Ende gesetzt. Viele Schuldner waren nicht mehr in der Lage, die angestiegenen Kreditkosten weiterhin zu tragen. Viele Forderungen mussten innerhalb kürzester Zeit abgeschrieben werden. Dadurch verwandelte sich die Hypothekenkrise in eine allgemeine Kreditkrise, die den gesamten amerikanischen Finanzmarkt erfasste. Noch vor dem sichtbaren Ausbruch der Krise konnten jedoch viele Banken ihre „faulen“ Forderungen in Credit Default Obligations verbriefen und diese von Ratingagenturen mit sehr guten Noten bewerten lassen. So ließen sich die verbrieften Forderungen weltweit unter Anleger bringen. Die toxischen Papiere erreichten andere Weltregionen. Dies war keine außergewöhnliche Aktion, auch wenn so andere Banken vorsätzlich geprellt wurden. Der Markt für Kreditverbriefungen florierte seit Jahren. Hier refinanzieren sich Banken indem sie Kreditforderungen in Credit Default Obligations umwandeln und weltweit verkaufen.

Kreditgeschäfte lassen sich so endlos refinanzieren und zwar ohne Fremdbestimmung der Zentralbanken. Die Zentralbanken verloren an Einfluss und der Markt für Verbriefungen hat die Geldschöpfung weiter privatisiert.

Das Problem der Kreditverbriefung

Das Problem an Kreditverbriefungen ist, dass sie oft automatisch zur Blasenbildung führen, wenn eine wachsende Anzahl von Anlegern solche Finanztitel nachfragt und den Preis künstlich – durch die Unkenntnis der enthaltenen Risiken – in die Höhe treibt. Irgendwann wird der Preisanstieg nicht mehr durch die Renditen gerechtfertigt, und mit den Risiken rückt dann die Spekulation auf Kreditausfall in den Mittelpunkt. Es folgt ein Run auf Kreditausfallversicherungen. Die Flucht aus toxisch gewordenen Vermögenstiteln beherrscht nun das Marktgeschehen und nicht mehr die steigenden Preise. Die Blase platzt. Vermögenspreise werden entwertet. Die Folge ist Kapitalvernichtung.

Durch die Insolvenz der Lehman Brothers im September 2008 wurde der Beginn der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise markiert. Nicht nur Banken wurden durch den massiven Kreditausfall in eine existenziell bedrohliche Lage versetzt, der amerikanische Versicherungsmarkt war ebenso betroffen. Die Liquiditätsversorgung der wichtigsten Volkswirtschaften der Welt wurde durch die Krise auf dem amerikanischen Finanzmarkt beeinträchtigt, auch die EU bekam die Krise zu spüren. Investitionen wurden behindert, die Banken drehten den Kredithahn zu und der amerikanische Absatzmarkt brach zusammen. Die globale Wirtschaftskrise ließ sich nicht mehr abwenden.

Quellen:

  • Payandeh, M.: Finanzmarktkapitalismus am Ende?, Die Rückkehr der Staates?, VSA: Verlag Hamburg,2011, S. 81-104.
  • Stockhammer, E:. Von der Subprimekrise zur Finanzkrise, Kurswechsel 2/2008, 2008, S.73-81.
  • wirtschaftslexikon.gabler.de: Finanzkrisen
Shirley V. Heubach, Shirley V. Heubach

Shirley V. Heubach - Shirley V. Heubach hat ihre Leidenschaft für das Schreiben schon in ihrer Kindheit und Jugend entdeckt, als sie angefangen hat ...

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