
- Über den Wolken - Sylvia Schöbe
Den Urlaub in südlichen Ländern zu verbringen, gehört zu den Träumen von vielen Menschen. Leider sind die schönsten Strände oft nur mit dem Flieger zu erreichen. Doch auch wer unter Flugangst leidet, braucht nicht auf Ferien unter Palmen zu verzichten. Mit ein paar Tipps und Tricks lässt sich die Angst vorm Fliegen bekämpfen. Und dabei sind nicht immer solche drastischen Mitteln wie Hypnose erforderlich.
Vermeiden Sie negative Gedanken über das Fliegen
Wer sich ängstliche Gedanken über das Fliegen macht, mit einem Absturz rechnet, glaubt, sich übergeben zu müssen oder an die fehlenden Fluchtmöglichkeiten denkt, wird auch Flugangst haben. Es ist eine natürliche körperliche Reaktion auf Situationen, die der Mensch als gefährlich ansieht. Deshalb ist es wichtig, solche Fantasien nicht zuzulassen. Lenken Sie sich stattdessen ab. Denken Sie an Ihren Urlaub, was Sie alles geplant haben, was Sie noch tun könnten oder konzentrieren Sie sich auf ein anderes schönes Thema, das nichts mit dem Fliegen zu tun hat. So können Sie Ihre Angst überlisten und den Flug etwas entspannter genießen.
Eine weitere Möglichkeit, die Flugangst einzudämmen, ist es, sich angenehme Gedanken über das Fliegen zu machen. Der Blick aus dem Fenster kann faszinierend sein. Vielleicht haben Sie auch einen netten Sitznachbarn, mit dem sich ein Gespräch lohnt? Die Bordvideos bzw. Radio- und CD-Programme, die angeboten werden, eignen sich ebenfalls dazu, die Gedanken in eine andere Richtung zu lenken. Ist nichts für Sie dabei, hilft auch ein spannendes Buch zu vergessen, dass man in einem Flugzeug sitzt. Sollten Sie die ängstlichen Gedanken trotzdem nicht loslassen und zu überwältigen drohen, können Sie sich ablenken, indem Sie sich ganz fest in die Hand kneifen, so dass es weh tut.
Entspannungs- und Atemübungen helfen, die Flugangst zu bewältigen
Auch Entspannungs- und Atemübungen helfen, sich vor und während dem Fliegen zu beruhigen. Um die Muskeln zu entkrampfen, drücken Sie die Hände fest aneinander. Gleichzeitig spannen Sie Ihre Gesäßmuskeln an und pressen Ihre Füße auf den Boden. Halten Sie die Spannung ca. 5 Sekunden, bevor sie sie loslassen. In Abständen von je 20 Sekunden sollten Sie diese Übung mehrmals wiederholen.
Wem dies zu auffällig ist, kann es auch mit einer Atemübung probieren. Atmen Sie tief ein und fließend wieder aus, ohne den Atem anzuhalten. Nach dem Ausatmen, sollten Sie den Atem für etwa 6 Sekunden anhalten. Diese Übung können Sie solange durchführen, bis Sie sich beruhigter fühlen. Auch können Sie sie leicht während des Flugs immer wieder anwenden.
Weitere Entspannungsübungen findet man in entsprechenden Fachbüchern oder auf zahlreichen Audio-Cds.
Geräusche beim Fliegen richtig deuten
Oftmals kommt die Angst vorm Fliegen daher, dass fremde Geräusche falsch interpretiert und mit einer Gefahr verbunden werden. Dabei verursachen das Ein- und Ausfahren der Start- und Landeklappen, die veränderte Triebwerksleistung oder das Durchfliegen von verschiedenen Luftschichten Töne, die ganz normal sind und bei jedem Flug auftreten. Es gibt jedoch Hörbucher bzw. Sounddateien im Internet, die helfen, sich mit den typischen Fluggeräuschen vertraut zu machen. Wer es richtig deuten kann, wird nicht jedes Mal vor Schreck aus der Haut fahren, sobald ein Geräusch ertönt.
Wer den Hörbüchern nicht vertraut, hat die Möglichkeit, ein sogenanntes Flugangstseminar, wie es z. B. am Frankfurter oder Düsseldorfer Flughafen angeboten wird, zu besuchen. Ein zusätzlicher Einblick in die Technik sowie in die Sicherheitsstandards erzielen hierbei erste Erfolge bei der Bewältigung der Flugangst.
Keine Angst vor Turbulenzen
Turbulenzen sind ebenfalls ein häufiger Grund, der Angst erlöst. Dass ein Flugzeug aufgrund solcher Luftverwirbelungen, die durch Wetter, Hindernisse in der Luftströmung oder andere Flieger verursacht werden, abstürzt, ist recht unwahrscheinlich. Außerdem sind die Piloten erfahren und mussten während ihrer Ausbildung unzählige Male auch das Durchfliegen von Turbulenzen üben.
Luftwirbelungen können nur gefährlich werden, wenn Sie sich nicht anschnallen. Dann besteht tatsächlich ein Verletzungsrisiko. Wenn Sie jedoch ordnungsgemäß den Gurt anlegen, werden Sie auch diese „unruhige Phase" gut überstehen. Schauen Sie auf den Höhenmesser am Monitor oder aus dem Fenster und Sie werden feststellen, dass sich das Flugzeug immer noch auf der gleichen Höhe befindet und kein Absturz in Sicht ist.
Trotz Rückschläge ist Flugangst ist kein unüberwindbares Hindernis
Haben Sie verstanden, dass die Flugangst kein unüberwindbares Hindernis ist, dass man hinnehmen muss, steht dem ersten Testflug nichts mehr im Weg. Entscheiden Sie sich jedoch zunächst für eine Kurzstrecke. Ist diese erfolgreich absolviert, wird es Ihnen leichter fallen, auch längere Flugzeiten in Angriff zu nehmen. Lassen Sie sich jedoch von Rückschlägen nicht entmutigen. Es ist ganz normal, dass Sie Ihre Flugangst nicht sofort 100%ig abbauen werden können. Sie wird mal stärker und mal schwächer ausfallen, bevor sie irgendwann verschwindet.
