Die Folgen des russisch-japanischen Krieges 1905

Alte russische Hauptstadt St.Petersburg - tokamuwi-pixelio.de
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Im Frieden von Portsmouth wurden die Folgen des russisch-japanischen Krieges geregelt. Der Verlierer Russland kam dabei glimpflich davon.

Auf Vermittlung des amerikanischen Präsidenten Theodore Roosevelt wurden im September 1905 die Feindseligkeiten zwischen Russland und Japan beendet. Obwohl eindeutiger Verlierer des Krieges, lehnt das Zarenreich fast alle japanischen Forderungen ab, weshalb die Verhandlungen einen äußerst zähen Verlauf nehmen.

Der Frieden von Portsmouth

Dennoch kommt es am 5.September zum sogenannten Frieden von Portsmouth mit folgenden Konditionen:

  • Korea wird zum japanischen Interessengebiet erklärt, also praktisch dessen Kolonie
  • Beide Länder - Russland und Japan - ziehen sich aus der Mandschurei zurück, der nördliche Teil der „Ostchinesischen Bahn“ bleibt aber unter russischer Kontrolle
  • Russland tritt nur einen Teil der Insel Sachalin an Japan ab
  • Japan erhält Port Arthur, die Halbinsel Liaotung und die Kontrolle über den südlichen Teil der „Ostchinesischen Bahn“
  • Russland wird von Reparationszahlungen befreit

Die Verkündung der Friedensbedingungen stößt im japanischen Kaiserreich auf Unverständnis und führt zu Unruhen. Die Regierung hatte dem Frieden aber in Hinsicht auf die immer noch gewaltige Größe Russlands und seiner Armee zugestimmt und wollte sich selbst gleichzeitig eine Regenerationsphase schaffen. US-Präsident Theodore Roosevelt hoffte vor allem, das Zarenreich als Machtfaktor in Europa zu erhalten und wurde für seine Bemühungen 1906 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet.

Die Folgen des Krieges für Russland

Die Niederlage trifft das zaristische Russland inmitten innenpolitischer Wirren, der sogenannten ersten Revolution von 1905, die den Sturz des Zaren beabsichtigt und durch Ereignisse wie den St.Petersburger Blutsonntag und der Meuterei auf dem Panzerkreuzer Potemkin die Weltöffentlichkeit erschüttert. Um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu gießen, versucht Nikolaus II., das militärische Desaster zu verharmlosen, ja er spricht sogar mit voller Ignoranz des Geschehens von einem „wuchtigen Schlag“ gegen Japan.

Russlands Bündnispartner Deutschland und Frankreich haben ebenfalls ihr Ziel verfehlt: Anstatt sich nach einem Sieg vermehrt auf Ostasien zu konzentrieren, um sich dort mit den Briten herumzuärgern, konzentriert sich die russische Außenpolitik verständlicherweise mehr auf Europa, genauer auf den Balkan. In Asien bleibt es trotzdem, dank der Unterstützung Frankreichs und der USA, ein bedeutender Machtfaktor, dessen Bedeutung aber zugunsten des Siegers Japan deutlich abgenommen hat.

Die Folgen des Krieges für Japan

Das Kaiserreich hatte einen Sieg auf der ganzen Linie errungen: von der Lokalmacht stieg es zur imperialen Großmacht auf und überraschte damit vor allem die westliche Welt. Außenpolitisch hatte sich Japan einmal mehr Respekt erworben und Großbritannien schätzte sich glücklich, 1902 bereits einen Bündnisvertrag geschlossen zu haben, der nun 1905 bestätigt und erweitert wird. Eine Klausel des Kontrakts spricht Korea endgültig der neuen Großmacht zu, die gleichzeitig die englischen Besitzungen respektieren soll. Innenpolitisch führen die beiden gewonnenen Kriege gegen China und Russland zu einer patriotischen Unterstützung der Politik der japanischen Regierung und stärken dadurch nach der kurzen Enttäuschung der Bevölkerung über den „schwachen“ Friedensvertrag das geschlossene und sichere Auftreten Japans in der Welt.

Quellen:

  • John Withney Hall: „Das japanische Kaiserreich“; Fischer, Frankfurt a.M., 1984
  • Lothar Ruehl: „ Rußlands Weg zur Weltmacht“; Econ, Düsseldorf/Wien, 1981
  • Edward Crankshaw: „Winterpalast“; Heyne, München 1978
  • Bernhard Pollmann: „Chronik 1905“; Chronik, Dortmund 1992

Bild: tokamuwi-pixelio.de

Benedikt Grimmler, B.Grimmler

Benedikt Grimmler - Jahrgang 1980, Kulturwissenschaftler. Geboren im Frankenwald, seit Jahren am Bodensee. Freut sich über Anregungen und ...

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