Die Frühkartoffel Belana für den Kartoffel-Anbau im Garten

Frühkartoffel Belana: Sortenempfehlung für den Öko-Anbau - Dr. Gerald Albach
Frühkartoffel Belana: Sortenempfehlung für den Öko-Anbau - Dr. Gerald Albach
Belana gilt im Öko-Kartoffelanbau als Sortenempfehlung für festkochende Speisekartoffeln: Guter Geschmack für Kartoffelsalat, sowie Nematoden-Resistenz.

Für manche Menschen sind Kartoffeln lediglich knollenförmige Verdickungen mehrerer Internodien, für manch Knollengourmet sind dagegen Linda und La Ratte wohlklingende Kartoffelnamen und wohlschmeckende Liebhabersorten: Ein gellender Aufschrei der Empörung erschütterte das Erdreich der Sprossknollen, als der Pflanzenzüchter Europlant die Sorte Linda aus dem Programm nahm – da blieb auch bei der "Kartoffel des Jahres 2007" keine Auge trocken. Als Nachfolgersorte bietet Europlant (Hergen Berding) seit 2000 die Sorte Belana als Speisekartoffel in Deutschland an. In der beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes gehört Belana wie Marabel zur frühen Reifegruppe, angebaut wird die Frühkartoffel sowohl im konventionellen als auch im ökologischen Landbau.

Frühkartoffel Belana ist nicht so ertragreich wie Marabel

Im konventionellen und ökologischen Landbau Anbau gilt Belana gegenüber Marabel als ertragschwächer, in Baden-Württemberg erntete man von Belana zum Beispiel im konventionellen Landessortenversuch des Jahres 2011 im relativen Ertrag 95 Prozent, dagegen erreichte Marabel 102 Prozent. Angebaut werden die Kartoffelsorten dort auf den Bodentypen Braunerde, Parabraunerde und Pseudogley. Im ökologischen Anbau muss man mit weniger Ertrag rechnen, generell werden hier nur etwa 60 Prozent der Ernteerträge erreicht. Für den ökologischen Kartoffelanbau in Bayern gilt Belana als Sortenempfehlung, an den Versuchsstandorten erntete man im Jahr 2010 zwischen 2,6 und 3,4 Kilogramm pro Quadratmeter.

Belana ist festkochend für Salatkartoffeln und Salzkartoffeln

Die Frühkartoffel Belana hat eine ovale Knollenform und eine gelbe, glatte bis genetzte Schale. Das gelbfleischige Fruchtfleisch entwickelt einen guten bis sehr guten Geschmack – im baden-württembergischen Landessortenversuch des Jahres 2011 erhielten Belana und Caprice in puncto Geschmack die besten Boniturnoten. Auch die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen erwähnte 2009 im Sortenversuch des ökologischen Anbaus, dass Belana beliebt ist "durch ihren guten Geschmack". Als geschmackvolle Kartoffelknolle erreicht Belana einen Stärkegehalt zwischen etwa 13 und 14,5 Prozent. Als festkochende Sorte eignet sich Belana besonders für Kartoffelsalat und Salzkartoffeln.

Anbau und Düngung der Frühkartoffel Belana

Belana geht das Leben als Knolle keimträge an, deshalb hat sie eine hohe Lagerfähigkeit. Die Frühkartoffel gedeiht auf mittleren bis besseren Böden mit guter Wasserversorgung. Nach der empfohlenen Vorkeimung empfiehlt sich ein Legeabstand zwischen 32 und 34 Zentimeter. Im Garten düngt man bei einer normalen Nährstoffversorgung im Frühjahr mit organischen Dünger – etwa drei Liter verrotteter Kompost oder Stallmist pro Quadratmeter sollte man einplanen. Möchte man durch mineralische Stickstoffdünger das Wachstum fördern, sollte ein Stickstoff-Gesamtsollwert von etwa 16 Gramm pro Quadratmeter beachtet werden. Zur Kalkulation der Düngergaben für Frühkartoffeln eignet sich das kostenlose Programm "DiG – Düngung im Garten".

Anfälligkeiten und Resistenzen von Belana

Belana ist gering anfällig gegen Eisenfleckigkeit und Schwarzfleckigkeit, im ökologischen Anbau in Nordrhein-Westfalen erwies sich Belana als etwas anfällig gegenüber der Knollenfäule (Phytophthora infestans), war aber ansonsten optisch ansprechend und "meist sehr knollengesund". Gegenüber den Pathotypen Ro 1 und Ro 4 der Gelben Kartoffelnematode (Globodera rostochiensis) besitzen Belana und Marabel die höchste Resistenzstufe, allerdings gibt es keine Resistenz gegenüber der Weißen Kartoffelnematode (G. pallida).

  • Weitere Informationen & Literatur
  • Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste Kartoffeln 2011, Belana, Kenn-Nummer: K 3340.
  • Franz-Josef Mayer und Jeanette Gross: Informationen für die Pflanzenproduktion Heft 9/2010. Ergebnisse der Landessortenversuche mit Kartoffeln 2010, Landwirtschaftliches Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg, Außenstelle Donaueschingen.
  • Jeanette Gross (2011): Witterung zeigt Kompensationsfähigkeit einzelner Sorten. Landpost, Nummer 47, 2011.
Dr. Gerald Albach, Dr. Gerald Albach

Dr. Gerald Albach - Schreiben macht Spaß: mit Licht und mit Worten! Damit ich weiß, worüber ich schreibe, habe ich als Diplom-Biologe in der ...

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