Die Frühkartoffel Marabel für den Kartoffel-Anbau im Garten

Marabel: farbenfrohe Kartoffelschale im polarisierten Licht - Dr. Gerald Albach
Marabel: farbenfrohe Kartoffelschale im polarisierten Licht - Dr. Gerald Albach
Marabel gilt im Öko-Kartoffelanbau als Sortenempfehlung für vorwiegend festkochende Speisekartoffeln: Guter Geschmack, hoher Ertrag und Nematoden-Resistenz.

Manch Gärtner schwört bei seinen Speisekartoffeln auf wohlschmeckende Liebhabersorten wie Linda und La Ratte, manch Gärtner schwört auf gar nichts und probiert auch mal eine neue Kartoffelsorte aus: Seit 1993 ist die Sorte Marabel als Speisekartoffel in Deutschland zugelassen, im Jahr 2011 ist Marabel eine von 206 Kartoffeln aus der beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes. Marabel stammt von der Kartoffelzucht Böhm (Europlant), als Speisekartoffel gehört Marabel wie Belana zur frühen Reifegruppe. Angebaut wird die tolle Knolle sowohl in der konventionellen Landwirtschaft als auch im ökologischen Landbau (Bioland, Naturland).

Frühkartoffel Marabel ist ertragreich und ertragsstabil

Im konventionellen Anbau gilt Marabel als ertragreiche und ertragsstabile Sorte, in Baden-Württemberg erntete man im Landessortenversuch des Jahres 2010 im Durchschnitt 5,7 Kilogramm pro Quadratmeter. Angebaut wurde Marabel dort auf den Bodentypen Braunerde, Parabraunerde und Pseudogley. Im ökologischen Kartoffelanbau muss man mit niedrigeren Erträgen rechnen, hier werden generell nur knapp 60 Prozent der Ernteerträge erreicht. Für den ökologischen Kartoffelanbau in Bayern gilt Marabel als Sortenempfehlung, an den Versuchsstandorten erntete man im Jahr 2010 etwa 4 Kilogramm pro Quadratmeter. In der Schweiz erwies sich Marabel dagegen als nicht so tolle Knolle, hier erntete das Forschungsinstitut für biologischen Landbau im Durchschnitt nur 3,1 Kilogramm pro Quadratmeter.

Marabel ist vorwiegend festkochend für Pellkartoffeln und Salzkartoffeln

Marabel hat eine ovale Knollenform, hinter der gelben und glatten Schale verbirgt sich das gelbe Fruchtfleisch: Wie aus der Pellkartoffel gepellt entwickelt die Knolle einen feinen und mild aromatischen Geschmack. Dabei lobt die Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau aus Sachsen-Anhalt "die guten bis sehr guten Einstufungen bei Geschmack". Doch die Geschmäcker sind saisonal verschieden, ein Geschmackstest aus Nordrhein-Westfalen weist darauf hin, dass man Marabel am besten direkt nach der Ernte genießen sollte. Dann erreicht die Kartoffelknolle einen Stärkegehalt zwischen etwa 11 und 13 Prozent. Als vorwiegend festkochende Sorte eignet sich Marabel besonders für Pellkartoffeln und Salzkartoffeln, das Fruchtfleisch verfärbt sich nicht beim Kochen.

Anbau und Düngung der Frühkartoffel Marabel

Marabel geht das Kartoffelleben keimruhig an und gedeiht am besten auf besseren Böden mit guter Wasserversorgung. Nach der Vorkeimung empfiehlt sich ein Legeabstand zwischen 30 und 32 Zentimeter. Zur Düngung im Garten empfiehlt sich die normale Nährstoffversorgung für Kartoffeln – im Frühjahr sind im Nutzgarten als organischer Dünger etwa drei Liter verrotteter Kompost oder Stallmist pro Quadratmeter nützlich. Möchte man durch mineralische Stickstoffdünger das Blattwachstum fördern, sollte ein Stickstoff-Gesamtsollwert von etwa 14 Gramm pro Quadratmeter beachtet werden. Zur Berechnung der Düngergaben für Kartoffeln eignet sich das kostenlose Programm "DiG – Düngung im Garten".

Anfälligkeiten und Resistenzen von Marabel

Marabel ist mittelmäßig anfällig gegen Eisenfleckigkeit, Knollenfäule (Phytophthora infestans) und Schorf, dagegen recht anfällig gegenüber der Pfropfenbildung durch den Tabak-Rattle-Virus (TRV). Marabel besitzt Resistenzen gegenüber den Pathotypen Ro 1 und Ro 4 der Gelben Kartoffelnematode (Globodera rostochiensis), allerdings keine Resistenz gegenüber der Weißen Kartoffelnematode (G. pallida).

  • Weitere Informationen & Literatur
  • Bundessortenamt: Beschreibende Sortenliste Kartoffeln 2011, Marabel, Kenn-Nummer: 2898.
  • Franz-Josef Mayer und Jeanette Gross: Informationen für die Pflanzenproduktion Heft 9/2010. Ergebnisse der Landessortenversuche mit Kartoffeln 2010, Landwirtschaftliches Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg, Außenstelle Donaueschingen.
  • Bernhard Speiser, Thomas Amsler und Lucius Tamm: Versuche 2010 mit neuen Kartoffelsorten für den Biolandbau. Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL).
  • Landesanstalt für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau – Sachsen-Anhalt: Hinweise zur Sortenwahl frühe Speisekartoffeln 2012.
Dr. Gerald Albach, Dr. Gerald Albach

Dr. Gerald Albach - Schreiben macht Spaß: mit Licht und mit Worten! Damit ich weiß, worüber ich schreibe, habe ich als Diplom-Biologe in der ...

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