Die Führung ins Münchner Lehel - eine Reise in die Vergangenheit

Stadtfühung Lehel München Trinkl Tattenbachstraße - Mieth
Stadtfühung Lehel München Trinkl Tattenbachstraße - Mieth
Der Münchner Stadtteil Lehel hat viel erlebt und kann viel von Schriftstellern, Klöstern und Museen erzählen. Stadtteilführer Trinkl war dort unterwegs.

Der Münchner Stadtführer Stefan Trinkl zeigt den begeisterten Zuhörern seine sehr persönlichen Schauplätze, erzählt Geschichten aus dem 19. Jahrhundert und gibt Rätsel auf. Gleich führt er die Gruppe der Lehel-Besucher in den Hinterhof des Hauses Widenmayerstraße 2. „Wo sind wir jetzt?" Die Auflösung des Rätsels gibt der Stadtführer am Drehort: Die Bayerische Kultserie Pumuckl wurde hier bis ins Jahr 1985 gedreht. Die Gruppe steht am Originalschauplatz von Meister Eders Schreinerwerkstatt. In einer der letzten Folgen loderten Flammen, in der Küche des Meisters ließ die Filmcrew es richtig brennen.

Vom Ort der Filmproduktion über die Gewürzmühlstraße zum St. Anna Platz

Der in München 1884 geborene Schriftsteller Lion Feuchtwanger verbrachte im Haus am Platz seine Kindheit. Um eine Berühmtheit aus der Neuzeit geht es im dritten Rätsel des Lehel-Führers Stefan Trinkl: „Welcher Liedermacher hat gesungen: München – bist a oide schnall´n und: gestern ham´s den Willi erschloag´n?“ Ein Zuhörer weiss es: „Konstantin Wecker!“ Am Platz liegt auch die liebliche Barockkirche des Klosters St. Anna aus dem 18. Jahrhundert. Erbaut in den Jahren 1727 bis 1733 unter Architekt Johann Michael Fischer. Die Entstehung des barocken Gebäudes führt auf ein Gesuch der Bevölkerung zurück, die in Ermangelung der eigenen Mittel zum Kirchenbau den Kurfürsten ersuchten, ein Kloster „zu spendieren.“ Die Zeit brachte es, dass die Kurfürstin Maria Amalia im Jahr 1727 den Grundstein für das Seelenheil der Bürger legen ließ. Die Gebrüder Asam schmückten den Innenraum aus und anderen Größen der Barockzeit wirkten bei der Erbauung des Gotteshauses mit. Stefan Trinkl führt seine Gruppe ins Innere des heutigen Franziskaner-Klosters, wo noch Reliquien aus alter Zeit aufgebahrt sind: „das Grabmal Wilhelms von Ockham (auch Occam) konnte erhalten werden, die Gruft beherbergt Gebeine aus dem alten Friedhof.

Dieser Ruhestätte gegenüber liegt die Pfarrkirche St. Anna aus dem Jahr 1880

Die Entstehungsgeschichte des romanischen Baus trug sich folgendermaßen zu: „in der Fußnote des Testaments Franz Erlachers zu Gunsten des Kirchbaus stand geschrieben, dass auf dem vererbten Grundstück innerhalb von fünf Jahren ein Gotteshaus zu entstehen habe, ansonsten falle der Baugrund zurück in die Hände der anderen Erben." In Windeseile wurde der Architekt Gabriel von Seidel mit dem Bau beauftragt, Grundsteinlegung fand 1887 statt und die Kirche konnte 1892 geweiht werden. Entlang der Liebigstraße geht die Führung dem Ende zu, macht noch einmal Station am Haus 16 in der Tattenbachstraße. Dort wurden die Außenaufnahmen der beliebten Serie „Pumuckl“ gedreht, da am Schauplatz der Werkstatt Meister Eders keine Möglichkeit dafür gegeben war. Denn dort raste der große Verkehr entlang. Angekommen in der Prinzregentenstraße, zeigt der Stadtführer Trinkl auf die Schackgalerie. Dieser Ort geht auf das 19. Jahrhundert mit seiner Historienmalerei zurück. Großer Förderer der Kunstrichtung war Sammler Graf Adolf von Schack, Preuße und Kenner der Künstler „Arnold Böcklin“ oder „Moritz von Schwind.“ Mit der Vorgabe, die Sammlung müsse als Ganzes in München erhalten bleiben, gab Graf Schack dem Preußischen Kaiser Wilhelm II. die Sammlung zu treuen Händen. 1907 wurde dem preußischen Gesandten ein Palais gebaut und die Sammlung Schack kam dort unter.

Letzte Station der Führung ist das Bayerische Nationalmuseum

Das Museum wurde unter Prinzregent Luitpold erbaut und beherbergt die „Sandtnerschen Stadtmodelle“ der Städte Landshut, Straubing, München, Ingolstadt und Burghausen aus der Zeit der Renaissance. Der Herzog liebte seine Residenzstädte im Modell. Diese berühmten Modelle des Drechslermeisters Jakob Sandtners aus Straubing in einer folgenden Führung anzuschauen, ist eine weitere Geschichte, die bei Regen stattfinden kann. Bei schönstem Münchner Sonnenschein entlässt der Stadtführer Stefan Trinkl seine begeisterten und gut informierten Gäste: „Ich sehe, ihr lächelt alle, ich sehe, das Lehel (Lechel) hat euch gefallen."

Fotostudio München, All eyes on you

Katti Mieth - Nach dem Studium Wirtschafts-und Gesellschaftskommunikation in Berlin lernte ich die Agenturarbeit kennen, wurde in den 80er Jahren ...

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