
- Blick auf Burg von Ljubljana - Gabriele Eckhardt
Viele Menschen kennen Slowenien nur als Durchreiseland auf dem Weg nach Kroatien. Dabei ist Slowenien ein echter Geheimtipp. Das kleine Land südlich von Österreich, das auch „Kleinod am Südrand der Alpen“ genannt wird, bietet seinen Besuchern eine Vielfalt an Möglichkeiten, um spannende, erholsame, sportliche oder kinderfreundliche Ferien zu verbringen. Die fünf wichtigsten Sehenswürdigkeiten sind die Hauptstadt Ljubljana, das romantische Bled mit seinem verzauberten See, die mittelalterliche Burg von Predjama, die Höhlen von Postojna und das weltberühmte Pferdegestüt Lipizza.
Die slowenische Hauptstadt Ljubljana
Ljubljiana ist eine kleine Stadt, aber dennoch groß genug, um seinen Bewohnern alles bieten zu können, was eine Hauptstadt ausmacht. In den Kneipen und Diskotheken treffen sich junge Menschen aus aller Welt - Ljubljana ist hip! Die Stadt steckt voller jugendlicher Dynamik und Kreativität. Kein Wunder, denn ein Viertel der Einwohner der slowenischen Hauptstadt sind Studenten. Ljubljana hat eine Vielzahl an Museen, Theatern und Kunstgalerien. Das ganze Jahr über finden Ausstellungen und Aufführungen statt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der slowenischen Hauptstadt sind die Altstadt mit der berühmten Drachenbrücke, die Burg von Ljubljana, das Rathaus und die Dreibrücken. In den Markthallen wird täglich ein reichhaltiges Angebot verschiedenster Waren angeboten. Ljubljana ist auch ein Eldorado für Shopper. Das Einkaufszentrum „BTC“ (zu erreichen mit der Buslinie 27) ist eines der größten Einkaufszentren Europas. Im BTC befindet sich außerdem das Atlantis, ein großes Spaßbad mit mehreren Innen- und Außenpools.
Der Bleder See und das geheimnisvolle Glöckchen
Von der 130 Meter hohen Bleder Burg, die das Wahrzeichen des Ortes ist, hat man einen malerischen Blick auf die romantische Insel im Bleder See mit ihrer Marienkirche. Bei gutem Wetter kann man von dort bis in die Bergwelt der Julischen Alpen und der Karawanken sehen. Der See von Bled entstand beim Abschmelzen des Bohinjer Gletschers. Eine Besonderheit der Marienkirche ist die „Wunschglocke“ aus dem Jahr 1534. Laut Legende lebte im Bleder Schloss die Witwe Polixena, die ihren ermordeten Ehemann betrauerte. Sie sammelte ihr ganzes Edelmetall und ließ es einschmelzen, um daraus ein Glöckchen zu gießen. Als das fertige Glöckchen auf die Insel gebracht werden sollte, kam ein schwer Sturm auf und das Boot, auf dem es transportiert wurde, kenterte mitsamt seiner Besatzung. Noch heute, so sagt man, kann man das Läuten der Glocke aus den Tiefen des Sees hören. Nach dem Tode von Polixena sandte der Papst eine neue Glocke in die Marienkirche. Wer sie zu Ehren von Maria läutet, dem wird ein Wunsch erfüllt. Das Bistum Bled wurde im Jahr 1004 an den Brixender Bischof Albuin übergeben. Es war ein Geschenk des deutschen Kaisers Heinrich II.
Die Höhlen von Postojna
Die Unterwelt von Postojna besteht aus einem 20 Kilometer langen Höhlensystem, das aus vielen Hallen und Gängen besteht und in dem sich bizarre Formen von Tropfsteinen gebildet haben. Postojna ist die meist besuchte Tropfsteinhöhle Europas. Bisher wurden bereits über 33 Millionen Besucher gezählt. Durch die Höhlen fährt man bequem in einer Bahn. Der Bau der Bahnstrecke führte zu Protesten von Naturschützern, die sie als Bedrohung des einzigartige Ökosystem ansahen. Die Temperatur in der Höhle beträgt konstant 10° C und die Besichtigung dauert 1,5 Stunden. Die Höhlen von Postojna wurden im Jahr 1818 entdeckt und bereits ein Jahr später für Besucher geöffnet. Sie gelten als Wiege der Wissenschaft vom Leben im Untergrund. Die Höhlen von Postojna bieten 130 verschiedenen Tierarten einen Lebensraum. Das berühmteste Lebewesen der Höhlen ist der Grottenolm (Proteus anguinus).
Die Burg von Predjama
Nur wenige Kilometer von den Höhlen von Postojna entfernt liegt ein Wunderwerk der altertümlichen Architektur: Die mittelalterliche Burg Predjama, die in eine 123 Meter hohe Felswand gebaut ist. Sie bot seinen Bewohnern einen idealen Schutz vor Angriffen, denn unterhalb der Burg gibt es ein verzweigtes Höhlensystem. Einer der Burgherren, der kühne und aufständische Ritter Erasmus Lueger, fand hier ein tragisches Ende. Er wurde während eines Besuchs des Aborts durch Steinkugelschläge ermordet. Im Juli finden auf dem Gelände der Burg traditionelle Erasmus-Turniere statt. Dann erhält die Burg und mit ihr der ganze Ort Predjama ein mittelalterliches Flair. Die Burg wurde bereits im 12. Jahrhundert erbaut und in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erstmals urkundlich erwähnt. 1990 wurde die Burg von Predjama umfassend renoviert. Bei der Renovierung folgte man der Architektur der Frührenaissance. Dabei erhielt die Burg auch ein neues Dach.
Lipizza - die Wiege der Perde der spanischen Hofreitschule Wien
In Lipizza werden die berühmten Pferde für die spanische Hofreitschule in Wien gezüchtet, die einst Reitschule der kaiserlichen Familie Österreichs war. Die Wiege der berühmten Lipizzaner-Pferde liegt im Südwesten von Slowenien, nahe der italienischen Grenze. Im Jahre 1580 gegründet, ist das Gestüt eines der schönsten Kulturdenkmäler Sloweniens. Seit mehr als 400 Jahren werden hier die reinrassigen Lipizzaner-Pferde gezüchtet. Die schönen Tieres nehmen an vielen internationalen Reitsportveranstaltungen teil. Das Gestüt ist ein beliebtes Ausflugsziel in Slowenien. Es ist heute ein komplettes Freizeitzentrum und verfügt über ein Hotel, einen 9-Loch-Golfplatz und einen Tennisplatz. Und selbstverständlich kann man dort auch Reitstunden nehmen und Vorführungen in klassischem Dressurreiten besuchen.
Weitere beliebte Ausflugsziele Sloweniens sind der 2864 Meter hohe Berg Triglav und die mediterranen Orte Piran und Portorož an der slowenischen Adria-Küste. Slowenien vereint Natur und Kunst, bäuerliche Traditionen und Avantgarde. Das Land ist eines der waldreichsten Länder Europas.
Quellen:
