
- Große Freude über viele neue Spiele - Ursula Reppmann-Wörsdörfer
Zum einen sind Ganztagsschulen wichtiger Bestandteil eines sich stetig ändernden Bildungssystems, zum anderen sind für Kinder von arbeitenden Eltern eine warme Mittagsmahlzeit, Betreuung während der Freizeit und Hausaufgabenüberwachung gewährleistet. Zudem bieten sie ein vielseitiges Angebot an Förderung und Aktivitäten, die in diesem Ausmaß hohe Kosten beanspruchen und einen erheblichen organisatorischen Aufwand erfordern würden. Am Beispiel der Grundschule Nauort zeigt dieser Artikel exemplarisch, wie eine solche Schule strukturiert sein kann und was sie bietet.
Personelle Besetzung
Die Ganztagsschule öffnete im Sommer 2003 ihre Tore und war damit eine der ersten öffentlichen Grundschulen mit Ganztagsangebot in Rheinland-Pfalz. Die personelle Besetzung wird aufgrund der Kinderzahl jährlich neu geplant. Das bedeutet, es gibt einen festen Personalstamm von Betreuern, Lehrern und fachkompetenten AG-Leitern. Die Personalkosten basieren auf den Schülerzahlen; werden mehr Kinder angemeldet, sind auch mehr AGs und zusätzliches Personal zur Hausaufgabenbetreuung möglich. Das Betreuungspersonal wird von einer Sozialpädagogin, der so genannten Pädagogischen Fachkraft geleitet, die in enger Zusammenarbeit mit der Schulleitung die Planung für den Nachmittag gestaltet. Daneben sind je nach Kinderzahl zwei bis drei Betreuerinnen für Mittagessen und Freizeit zuständig. Die Hausaufgaben werden stets unter Anleitung eines Lehrers erledigt, dem meist noch eine zweite Person zur Seite steht. Das Personal pflegt einen regen Austausch untereinander, so ist gewährleistet, dass aktuelle Anlässe oder spezifische Situationen einzelner Kinder berücksichtigt werden. Seit mehreren Jahren können in der Ganztagsschule auch Praktikanten pädagogischer Berufe oder Teilnehmer eines Freiwilligen Sozialen Jahres ein Praktisches Jahr absolvieren.
Tagesablauf
Nach dem regulären Unterricht am Vormittag sammeln sich die Ganztagsschüler zum Mittagessen, bei dem täglich zwei Menüs zur Auswahl stehen, daneben lockt ein Salatbuffet zum Selbstbedienen. Das Essen wird von einer Cateringfirma geliefert und vor Ort zubereitet. Nach dem Essen bleibt eine gute halbe Stunde Freizeit, bevor es zu den Hausaufgaben in die Klassen geht. Danach warten ein kleines Dessert und eine zehnminütige Ruhepause. Weiter geht’s mit dem AG-Angebot. Last not least ist noch eine knappe Stunde Freizeit angesagt. Die Kinder haben die Wahl zwischen vielen Spielbereichen, draußen locken Schulhof, Spielplatz und Schulgarten, drinnen Turnraum, Spieleraum oder die Mensa. Schließlich sammeln sich die Kinder zum Nach-Hausegehen oder zur Heimfahrt.
AG-Angebot (Arbeitsgemeinschaften)
Das AG-Angebot ist vielseitig strukturiert und lässt kaum Wünsche offen. Im Medienbereich werden regelmäßige AGs in den Bereichen Computer durchgeführt, doch auch dem Lese- und Literaturbereich wird große Bedeutung beigemessen, in Lyrik-, Balladen- Märchen- und Bücherwurm-AGs machen die Schüler ihre ersten Erfahrungen mit guter Kinderliteratur. Zusätzlich zum regulären Englischunterricht am Vormittag wird nachmittags Französisch angeboten. Im musischen und kreativen Bereich gibt’s jede Menge Möglichkeiten: Von Puppenbau über Theater, Kunst, Töpfern, Musik , Rhythmik und Legobau reicht die Palette. Wertvolle Erfahrungen über Umwelt, Geographie und Geschichte sammeln die Schüler in der Natur-, Zeitreise- oder Afrika-AG. Soziale Kompetenzen vermitteln Traumreisen, Konzentrations- und Wahrnehmungsspiele, Ich-AG und die Kinderkonferenz, in der die Kinder sich regelmäßig an der Mitgestaltung des Nachmittags beteiligen. Daneben gibt es für die Dritt- und Viertklässler regelmäßige Förderangebote. Auch die Motorik kommt nicht zu kurz: Zum Programm gehören auch sportliche Angebote wie Fußball, Schwimmen, .Erlebnissport und Ballspiele.
Elternarbeit
Ein regelmäßiger und informativer Austausch mit den Eltern ist ebenfalls fester Bestandteil des Schulalltags. Durch Elternabende, -stammtische und -sprechtage findet ein regelmäßiger Austausch statt, auch tägliche Tür- und Angelgespräche tragen zu einem Informationsaustausch bei.
