
- Die Gaststätte Forsthaus Adlgaß - Judith Weibrecht
Das blendend weiße Haus mit grünen Läden liegt etwas erhöht auf einem Hügel im Sonnenlicht. Es hat eine lange Geschichte: 1308 tauchte es erstmals in den Urkunden des Klosters St. Zeno in Bad Reichenhall auf. In den Türstock ist das Jahr 1765 eingeritzt und ab 1854 war es eine Forstwartei, ein Forsthaus mit Einkehrmöglichkeit. Einkehren kann man dort noch heute, denn 1965 bis 1999 hatten das Haus die Eltern der Adlgaßer Wirtsfamilie, Thekla und Hans Maier, als Gasthaus in Pacht. 2000 erfolgte die Übergabe an die drei Töchter, die es schließlich im November 2000 kauften.
Drei Schwestern und ein Forsthaus
Die drei Schwestern führen sie nun, die Gaststätte Forsthaus Adlgaß, und teilen sich die Aufgaben perfekt untereinander auf. „I bin eigentlich die Außenseiterin“, sagt Ursula Pastötter, die älteste Tochter, „denn i hab vorher auf dem Landratsamt gearbeitet“. Doch um auch auf dem gastronomischen Sektor kompetent zu sein, machte sie eine Ausbildung als Hauswirtschafterin und eine als Ernährungsberaterin nach Dr. Bruker. Die zweite Tochter, Gertrud Maier, ist Köchin und die dritte, Christl Waldherr, Hotelfachfrau. Ein Glücksfall, welch bessere Kombination könnte man sich vorstellen!
Regionale, biologische und frische Gerichte im Forsthaus Adlgaß
Vom Ziel her waren sich alle drei einig: Möglichst regional, biologisch und frisch sollte gekocht werden. „Typisch bayerisch halt“, sagt Frau Pastötter. Das hätten sie so von der Mutter und der Großmutter her gelernt, z. B. seien die Butternudeln nach einem alten Inzeller Rezept zubereitet und Schmalzgebäck und Dampfnudeln nach Rezepten von Oma. Und so schmeckt es auch: Das Angebot auf der Speisekarte ist an den Jahreszeiten und an heimischen Zutaten ausgerichtet: Wild kommt von den Forstämtern Berchtesgaden und Ruhpolding, Rindfleisch von Inzeller Naturland-Höfen, überwiegend wird biologisch angebautes Gemüse verwendet, die fangfrischen Forellen und der Saibling stammen aus Weißbach oder Inzell. Und auch der eigene Kräutergarten liefert zur entsprechenden Zeit frische Zutaten.
Im Adlgaß gibt's Slowfood
Und die Philosophie des Hauses? „So ursprünglich wie möglich mit dem Komfort von heit“, erklärt Pastötter. Durch einen Film über Slowfood Italien wurde sie infiziert vom Slowfood-Virus. Es fehlten nur noch die zwei Würzburger Gäste und Slowfood-Mitglieder, die sie dann endgültig zu der Bewegung brachten.
Die drei Gaststuben sind urgemütlich. Die fangfrische Forelle gebraten mit zerlassener Butter ist ein Gedicht, die geschnetzelte Rinderleber zart und saftig, beides wird mit Bratkartoffeln und gemischtem Salat serviert. Dazu passt ein Helles von der Brauerei Wieninger aus Teisendorf. Lecker. Das Forsthaus Adlgaß - eine Perle im Wald.
Die Gaststätte Forsthaus Adlgaß ist in Adlgaß 1, 3334 Inzell, Tel 0 86 65 – 4 83.
