Die gelbe Post auf dem Weg zu einem grünen Unternehmen

Gelbe Post auf grünen Wegen.  - Foto: dp-dhl
Gelbe Post auf grünen Wegen. - Foto: dp-dhl
Am Tag, als die UNO in Nairobi über Visionen des globalen Umweltmanagements diskutierte, beging die Deutsche Post DHL in Bonn einen Nachhaltigkeitstag.

Am 24. Februar 2011 beendeten etwa 100 Umweltminister und Vertreter aus 130 Staaten in Nairobi, Kenia, ihr jährliches Aufsichtsratstreffen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). In ihrem Abschlussbericht betonten sie, dass die Stärkung des internationalen Umweltmanagements über einzelne Rationalisierungsmaßnahmen hinausgehen müsse. Vielmehr sollte es um neue Visionen und sogar Träume gehen, was von jedem Unternehmen, jeder Organisation oder jeder Behörde gefordert ist, um die Umwelt nachhaltig zu nutzen und zu bewahren. Am gleichen Tag hatte die Deutsche Post DHL in ihre Bonner Unternehmenszentrale zu einem ersten Nachhaltigkeitstag geladen, um mit prominenten Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Medien über unternehmerische Verantwortung im 21. Jahrhundert zu „träumen“.

Erwartungen zum Umweltschutz herausfinden, um sie erfüllen zu können

Damit scheint die Post erkannt zu haben, dass weltweit agierende Unternehmen heute nicht nur an ihrem wirtschaftlichen Erfolg gemessen werden, sondern auch daran, wie sie ihre Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft wahrnehmen. Das bestätigte zumindest Frank Appel, Vorstandsvorsitzender von Deutsche Post DHL, als er sagte: „Wir wollen als global tätiges Unternehmen nicht nur Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft übernehmen, sondern auch den Dialog über nachhaltiges unternehmerisches Handeln mit allen gesellschaftlichen Akteuren vorantreiben. Nur im Dialog mit unseren Partnern, Wettbewerbern, Aktionären und Kunden sowie im Austausch mit Politik und Wissenschaft können wir erfahren, welchen Erwartungen und Forderungen wir gerecht werden müssen“. Als Teil der Konzernstrategie 2015 konzentriert sich die Deutsche Post DHL unter dem Motto „Living Responsibility“ mit seinen Nachhaltigkeitsprogrammen GoGreen, GoTeach und GoHelp auf die Bereiche Umweltschutz, Bildung und Katastrophenmanagement, die eng mit ihrem Kerngeschäft und ihrem Know-how verknüpft sind.

Lebendige Verantwortung für Nachhaltigkeitsprogramme

Der Logistikbranche kommt bei der Senkung des Kohlendioxidausstoßes weltweit eine Schlüsselfunktion zu. Mit seinem Umweltschutzprogramm GoGreen hat sich der Konzern als erstes Unternehmen in der Logistikbranche ein konkretes Ziel zur Senkung des Kohlendioxid-Ausstoßes gesetzt. Die Transport-Effizienz soll bis 2020 im Vergleich zu 2007 um 30 Prozent verbessert werden. Das heißt, jeder versandte Brief, jeder beförderte Container und jeder Quadratmeter Fläche muss fast ein Drittel weniger CO2-Emissionen verursachen.

Schon heute fahren bei der Post über 3.000 Fahrzeuge mit Hybrid- beziehungsweise Elektromotoren, mit aerodynamischen Modifikationen oder alternativen Antrieben wie Bio- oder Erdgas. Auch der grüne Versandservice GOGREEN für Privat- und Geschäftskunden erfreut sich wachsenden Zuspruchs. So wurden allein im letzten Jahr über eine Milliarde GOGREEN-Sendungen verschickt. Dabei gleicht die Deutsche Post DHL die beim Transport entstehenden CO2-Abgase in externen Klimaschutzprojekten aus.

Verursachte Emissionen durch globale Klimaschutzprojekte kompensieren

Voraussichtlich 2012 sollen Kunden dann auch die Möglichkeit haben, durch ihre Aufträge verursachte Kohlendioxid-Emissionen über das erste eigene Klimaschutzprojekt der Post in Lesotho im südlichen Afrika ausgleichen zu können.

Als Arbeitgeber für rund 500.000 Menschen sind Qualifikation, Bildung und Aufklärung entscheidend für den Erfolg eines Unternehmens wie der Deutschen Post DHL. Der Konzern ist daher im Rahmen seines Programms GoTeach seit 2010 globaler Partner der internationalen nicht-staatlichen Organisation Teach For All. Gemeinsam engagieren sich die Postler und Länderorganisationen von Teach For All in Indien, Chile, Argentinien, Peru und Spanien für eine bessere Bildung und Förderung von Kindern und Jugendlichen. In Deutschland tritt der Konzern als Gründungspartner und größter Förderer von Teach First Deutschland auf.

Die Vereinten Nationen haben darüber hinaus in dem Bonner Logistikunternehmen mit seinem Programm GoHelp einen aktiven Partner für das Katastrophenmanagement gefunden. Im Bereich Katastrophenhilfe organisieren die freiwilligen Mitarbeiter der sogenannten Disaster Response Teams (DRT) an betroffenen Flughäfen die eintreffenden Hilfsgüter für den Weitertransport.

Postler schlossen Globalvertrag mit der UNO über sozialverträgliches Wirtschaften

In Nepal und Indonesien bewährte sich bereits ein Katastrophenvorsorgekonzept unter dem Namen „Get Airports Ready for Disaster“ (GARD). Daneben engagieren sich Mitarbeiter weltweit über den konzerneigenen Hilfsfonds „We Help Each other“ und sammeln Spenden für Kollegen, die von Naturkatastrophen betroffen sind. Durch einen „Living Responsibility Fund“ fördert die Post auch das vielfältige, freiwillige Engagement ihrer Mitarbeiter.

Mit ihrer Suche nach Wegen zu umwelt- und sozialverträglichem Wirtschaften gehört die Post seit 2006 zu den Partnern des „Global Compact“ der Vereinten Nationen – einer strategischen Initiative für Unternehmen zur Ausrichtung ihres Handelns nach zehn weltweit akzeptierten ethischen Prinzipien zum Schutz von Menschenrechten, Beschäftigung und Umwelt sowie gegen die Korruption.

Der Autor an der UNO-Mission in Sierra Leone, Foto: UNIOSIL

Christian Holger Strohmann - Mehr als 20 Jahre lang habe ich für die Vereinten Nationen (United Nations Organisation - UNO) auf allen Kontinenten als Journalist, ...

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