Die geplante Moschee am Ground Zero in New York

Ground Zero-New York - O. Fischer / pixelio.de
Ground Zero-New York - O. Fischer / pixelio.de
Der geplante Bau des muslimischen Gotteshauses in der Nähe des Ground Zero in New York erhöht den politischen Druck auf Präsident Barack Obama.

15 Stockwerke, ein Theater mit 500 Sitzplätzen, eine Schwimmhalle und eine Sporthalle. All das soll die geplante Riesenmoschee auszeichnen, deren Bau am 11. September 2011 in New York beginnen soll. Doch nicht nur das symbolträchtige Datum des Baubeginns löst bei vielen Amerikanern Empörung aus.

Der geplante Bau der Moschee am Ground Zero

Bewegend für die Kritiker des Vorhabens ist vor allem der geplante Standort des muslimischen Gotteshauses. Dieser soll nicht einmal zwei Blogs vom Ground Zero entfernt liegen, jenem Ort, an dem 2001 fast 3.000 Menschen bei muslimischen Terroranschlägen ums Leben kamen. Für die Angehörigen der Opfer ein Schock. Sie befürchten nun, auf eine Moschee blicken zu müssen, wenn sie den Opfern gedenken.

Der zwölfköpfige Stadtrat von New York hingegen hegt keine Vorurteile gegen den geplanten Bau. Sie stimmten im Herbst vergangenen Jahres dem Erwerb der Burlington-Mantel-Schneiderei zu, die der geplanten Moschee Platz machen soll. Die alte Fabrik wurde durch Trümmerteile des einstürzenden World Trade Centers beschädigt und steht seitdem leer. Das Vorhaben löste heftige, weitestgehend von Polemik geprägte, Proteste aus. Von Provokation und "einer Religion des Hasses" wird hier gesprochen.

Der Initiator der Moschee

Der Initiator Imam Feisel Abdul Rauf verteidigte sein Projekt. Das „Cordoba-Hauses“, wie die Moschee ursprünglich heißen sollte, solle als Gemeindezentrum und Begegnungsstätte dienen. In dem Gebäude werden sich jeden Freitag bis zu 1.000 Muslime zum Gebet versammeln. Jedoch seien auch andere New Yorker eingeladen, um so ein besseres Verständnis für den Islam zu fördern. Inzwischen wurde der Name des Baus in "Park 51" geändert. Die Finanzierung der Moschee ist bisher undurchsichtig.

Obamas Äußerungen zu der Debatte um die Moschee am Ground Zero

Obwohl die halbe Welt die "Ground Zero-Moschee" kommentierte und die Debatte verfolgte, äußerte sich Präsident Obama anfangs nicht dazu. Man wolle die Diskussion auf lokalem Niveau halten, so seine Aussage. Nun fand er es doch an der Zeit, sich dazu zu äußern. In seiner Rede, die er zu Beginn des muslimischen Ramadan hielt, ging er auf die Sensibilitäten des geplanten Baus ein. Dabei begrüßte er das Vorhaben und stützte es mit dem Hinweis auf die Freiheitsrechte der USA.

"Muslims have the same right to practice their religion as anyone else in this country. And that includes the right to build a place of worship and a community center on private property in Lower Manhattan, in accordance with local laws and ordinances." - Obama

"Muslime haben das selbe Recht wie jeder Andere, ihre Religion in diesem Land auszuüben. Das schließt das Recht ein, einen Ort der Verehrung und ein Community Center auf privatem Besitz in Lower Manhatten, unter dem Einverständnis der lokalen Gesetze und Rechte, zu errichten." - Obama

Inzwischen wird Obamas Aussage zur politischen Kraftprobe, denn die Republikaner wollen sie sich für den bevorstehenden Kongress-Wahlkampf zu Nutze machen. Über 65% der Amerikaner sind gegen den Bau der Moschee, wie CNN-Umfragen ergeben haben. Unter den Gegnern ist der Anteil der Wechselwähler besonders hoch, weswegen die Moschee zum Wahlkampfthema Nummer 1 werden könnte.