Die Emscher entspringt bei Holzwickede (Kreis Unna) in Westfalen und fließt dann über Dortmund, Herne, Gelsenkirchen, Essen, Bottrop und Oberhausen weiter zum Rhein, in den sie in Dinslaken-Eppinghofen mündet.

Die Geschichte der Emscher in aller Kürze

Bis zum Jahr 1904 war die Emscher, ursprünglich Iscara (= kleines Flüsschen), ein kurvenreicher, sauberer Fluss, der Lebensraum für viele seltene Fisch- und Krebsarten bot. Erst ab diesem Zeitpunkt wurde sie im Zuge der voranschreitenden Industrialisierung zur Kloake des Ruhrgebiets, das heißt, sämtliche Industrie- und Privatabwässer wurden in die Emscher geleitet, ihr Lauf wurde zwischen Dortmund und Dinslaken begradigt und von hohen, mehrstufigen Deichen eingefasst.

Renaturierungsmaßnahmen

Ein Teil der Emscher wurde bereits renaturiert, unter anderem ein Teilstück im Dortmunder Westfalenpark. Vorher kam es gerade an warmen Tagen zu einer erheblichen Geruchsbelästigung der Parkbesucher.

Der Geruch nach faulen Eiern insbesondere an warmen Tagen ist dadurch zu erklären, dass die Emscher dann nur wenig Wasser führt und der am Grund befindliche Schlamm einen Geruch von faulen Eiern verströmt.

An einigen Nebenflüssen der Emscher ist die Renaturierung bereits weit fortgeschritten, so beispielsweise am Mühlenbach im Essener Südwesten, der im weiteren Verlauf Borbecker Mühlenbach heißt, der Läppkes Mühlenbach, der sich auf der Stadtgrenze Essen - Oberhausen entlang schlängelt und am Kirchschemmsbach in Bottrop.

Zur Renaturierung werden große Rohre in den Boden eingebracht, so dass Abwässer künftig nicht mehr in die Emscher und ihre Nebenflüsse geleitet werden, sondern in ein ganz normales unterirdisches Kanalisationssystem. Verantwortlich hierfür ist die Emschergenossenschaft mit Sitz in Essen. Die Kosten für die vollständige Renaturierung - ohne Berücksichtigung der Kosten für die Renaturierung der Nebenflüsse - werden sich auf etwa 15 Mio. € belaufen.

Planungen für die Freizeitgestaltung

Viele Ruhrgebietsbürger hatten bereits angedacht, die Deiche als Wander- und Radwegenetz zu nutzen. Die Emschergenossenschaft hat sich gegen diese Idee bislang jedoch gesträubt, um mögliche Unfälle zu vermeiden. Insbesondere im Herbst und Winter, wenn die Emscher unter Umständen doch einmal Hochwasser führt, ist besonders die Sorge um spielende Kinder sehr groß. Im Jahr 1998 fiel ein 8-jähriger Junge im Essener Stadtteil Bochold in den Hochwasser führenden Borbecker Mühlenbach. Obwohl sein älterer Bruder ihn zu retten versuchte und schließlich auch Polizei und Feuerwehr verständigte, konnte das Kind erst tot im Emscherklärwerk Dinslaken, etwa sieben Kilometer vor der Rheinmündung, geborgen werden. Im Jahr 1983 ertrank ein Journalist in der Hochwasser führenden Emscher, als er versuchte, seinen Hund zu retten, der in den Fluss gefallen war. Dem Tier gelang es schließlich, aus eigener Kraft wieder ans Ufer zu kommen.

Um derartige Unfälle zu vermeiden, sind die Deiche häufig von Stacheldrahtzäunen eingefasst, oft sind Warnschilder aufgestellt worden, die vor einem Fall ins Wasser warnen. Die kleinen, gelben Schilder der Emschergenossenschaft mit dem Hinweis, dass das Betreten des Deichs verboten ist, sind am häufigsten zu finden.

Bereits bestehende Freizeitmöglichkeiten

In Bottrop, kurz hinter der Essener Stadtgrenze am Einrichtungshaus Domäne, gibt es einen Weg, der zur und per Holzbrücke sogar über die Emscher führt, wobei dieser Weg allerdings nicht besonders lang ist. Überquert man die Holzbrücke nicht, sondern geht stattdessen den Weg geradeaus weiter, kommt man zum Rhein-Herne-Kanal, der über weite Strecken parallel mit der Emscher verläuft und dessen Ufer gerne von Radfahrern und Spaziergängern genutzt werden. Insbesondere Jugendliche suchen im Rhein-Herne-Kanal an heißen Tagen eine Abkühlung.

Der Mühlenbach im Essener Südwesten ist vom Mühlbachtal umgeben. Die Spazier- und Radwege führen zum Grugapark, zum Halbachhammer oder zum Rhein-Ruhr-Zentrum, einem beliebten Einkaufszentrum im benachbarten Mülheim an der Ruhr. Zum Mühlbachtal gehört unter anderem ein Waldstück, der Mühlenbach ist zwischen Margarethenhöhe und Fulerum bereits vollständig renaturiert.

Die Umgebung des Läppkes Mühlenbach und des Kirchschemmsbach in Bottrop laden ebenfalls zu Spaziergängen und Radtouren ein, wobei die Gebiete jedoch nicht groß genug sind, um ausgedehnte Wandertouren zu ermöglichen. Oft muss hierfür auf benachbarte Naherholungsgebiete wie beispielsweise die Kirchheller Heide oder den Bottroper Stadtgarten mit dem angrenzenden Naturpark Hohe Mark ausgewichen werden.

Was noch zu tun ist

Trotz des Voranschreitens der Renaturierung ist ein großes Stück der Emscher noch nicht renaturiert, ebenso wenig wie viele Nebenflüsse in verschiedenen Ruhrgebietsstädten, zum Beispiel die Berne in Essen, der Schwarzbach in Gelsenkirchen oder die Boye in Bottrop. Hinzu kommt, dass zumindest Teile der Emscher und ihrer Nebenflüsse durch (ehemalige) Industriegebiete fließen, so dass die Attraktivität des Umfeldes noch weiter gesteigert werden müsste.

Des Weiteren wäre es wichtig, nach der Renaturierung wieder Fische, Wasservögel und Ähnliches in der Emscher und ihren Zuflüssen anzusiedeln. Obwohl das Wasser hinter dem Emscherklärwerk in Dinslaken immerhin wieder so sauber ist, dass Möwen sich etwa einhundert Meter vor der Rheinmündung auf der Wasseroberfläche tummeln, so verbreitet das Wasser zwar keinen Geruch nach faulen Eiern, aber nach Waschmittel und Weichspüler. Die einzigen Tiere, die häufig am Lauf der Emscher und ihrer Zuflüsse zu finden sind, sind Wildkaninchen und im Frühjahr und Sommer Schafherden, die das Gras an den Deichen mähen.