Die Dresdener Bahn stand schon in ihren Anfangstagen unter keinem guten Stern. Darüber wird im Beitrag Die Geschichte der Bahnstrecke Berlin-Dresden bis 1945 berichtet. Am Ende des Zweiten Weltkriegs gab es schwere Schäden an den Bahnanlagen.
Wiederaufbau ab 1945
Abschnittsweise wurde der Verkehr zwischen August und Oktober 1945 wieder aufgenommen. Zwischen den S-Bahnhöfen Mariendorf und Marienfelde wurden der S-Bahn-Verkehr sowie der verbliebene Personen- und Güterverkehr fortan auf einem zweigleisigen Abschnitt gemeinsam abgewickelt. Zwischen Rangsdorf und Wünsdorf verkehrten dampfbetriebene Vorortzüge als Anschluss zur S-Bahn.
Die Teilung Deutschlands und Berlins brachte auch für die Dresdner Bahn erhebliche Veränderungen. 1951 wurde die Strecke über eine Verbindungskurve in östlicher Richtung mit dem neuen Berliner Außenring verknüpft. Die Züge aus Richtung Dresden wurden nun in Richtung Berliner Stadtbahn, Schöneweide oder Lichtenberg geführt. Nur die S-Bahn ab Rangsdorf fuhr noch über die Grenze. In West-Berlin wurde noch Güterverkehr aus Richtung Norden zum Bahnhof Marienfelde und zum Gaswerk in Mariendorf und das Daimler-Werk Marienfelde abgewickelt. Gleise südlich des Bahnhofs Marienfelde wurden teilweise abgebaut oder von der Natur zurück erobert.
Mit dem Bau der Mauerbau am 13. August 1961 wurde der S-Bahn-Betrieb zwischen Lichtenrade und Mahlow eingestellt. Zwischen Mahlow und Rangsdorf gab es noch einen S-Bahn-Inselverkehr, der zum 9. Oktober 1961 eingestellt wurde. Ab 26. Mai 1963 verkehrte zwischen Mahlow und Blankenfelde ein Pendelzug.
Entwicklung seit 1960
Ab 1972 war die Fernstrecke zwischen Berliner Außenring und Dresden wieder durchgängig zweigleisig ausbaut. Abschnittsweise wurde die Strecke zwischen 1969 und 1983 mit Oberleitung ausgerüstet. In West-Berlin ließen die Berliner Verkehrsbetriebe ab 1988 das zweite Gleis wieder aufbauen.
Entwicklung seit 1990
Nach dem Fall der Mauer wurde auch die Lücke zwischen Lichtenrade und Mahlow für die S-Bahn geschlossen. Ab 31. August 1992 führ die S-Bahn auf einem Gleis bis Blankenfelde. Gelegentlich verkehren auf dem S-Bahn-Gleis Güterzüge von der Müllumladestation Gradestraße und dem Tanklager am Hafen Mariendorf.
Vom Januar bis Mai 1992 wurden umfangreiche Nachrüstungs- und Erneuerungsarbeiten an der Strecke durchgeführt. Die Höchstgeschwindigkeit wurde auf 160 km/h angehoben. Danach verschlechterte sich der Unterbau erheblich und über weite Strecken muss wieder langsamer gefahren werden. Arbeiten zur Verbesserung der Situation sind in Gang. Doch der Fertigstellungstermin der Ertüchtigung auf 160 oder 200 km/h verschiebt sich immer weiter in die Zukunft.
Neuaufbau der Dresdner Bahn in Berlin
Seit Ende Mai 2006 verkehren die meisten Reisezüge aus Richtung Süden nach Berlin über die Anhalter Bahn und steuern die unteren Bahnsteige des Hauptbahnhofs an. Züge von der Dresdner Bahn werden über den Berliner Außenring geführt und wechseln über ein wenig leistungsfähiges Verbindungsbauwerk beim Bahnhof Genshagener Heide auf die Anhalter Bahn nach Berlin-Südkreuz, wo Anhalter und Dresdner Bahn zusammen geführt werden. Die direkte Verbindung der Bahnstrecke Berlin–Dresden zwischen dem südlichen Außenring bei Blankenfelde und dem Bahnhof Südkreuz soll wieder hergestellt werden. Dieser Streckenbau ist für die schnelle Anbindung des zukünftigen Flughafens Berlin Brandenburg International (BBI) mit dem Airport-Express wichtig. Aber die Planung dieser Strecke ist ein Trauerspiel der besonderen Art und wird in einem eigenen Beitrag abgehandelt.
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