Die Messerschmitt Me 163 „Komet“, bei den Fliegern auch „Kraftei“ genannt, war eine bemannte Rakete. Sie war gegen Ende des Zweiten Weltkriegs das erste Raketenflugzeug im Kampfeinsatz und das schnellste Kampfflugzeug im Zweiten Weltkrieg. Die wenigen verfügbaren Maschinen dieses Typs wurden vor allem zum Schutz besonders wichtiger Objekte eingesetzt.

Entwicklung der Me 163

Der Flugzeugentwickler Alexander Lippisch verfolgte den Raketenantrieb für Flugzeuge. Von ihm stammte das Versuchs-Segelflugzeug DFS 194, das mit dem Raketentriebwerk RI-203a ausgestattet wurde. Im Sommer 1940 wurden damit vor Peenemünde Erprobungsflüge durchgeführt.

Das Reichsluftfahrtministerium ließ danach zwei Prototypen der Me 163 bauen. Am 8. August 1941 kam es in Peenemünde zum ersten Raketenflug einer Me 163 mit einem stärkeren Triebwerk. 840 km/h erreichte die Maschine. Im September 1941 flog sie sogar 920 km/h. Dabei trat Ruderflattern auf und Teile des Seitenruders gingen verloren.

Dann wurde das Raketenflugzeug mit einer Messerschmitt 110 in 4000 Meter Höhe gebracht und dort erst gestartet. In der Höhe wurden Geschwindigkeiten über 1000 km/h erreicht.

Aus dem Prototyp Me 163A wurde die Me 163B entwickelt. Ein Prototyp sollte noch 1941 fliegen und bis zum Herbst 1943 sollten 68 Maschinen gebaut werden. Doch der Lieferant der Triebwerke, die Hellmuth-Walter-Werke in Kiel, hatte große Schwierigkeiten mit der Lieferung. Erst am 17. Juni 1943 standen erste Triebwerke zur Verfügung. So kam es am 24. Juni 1943 zum Erstflug der Me 263B in Peenemünde.

Am 15. Januar 1944 begann Hauptmann Wolfgang Späte, Kommandant des Erprobungskommando 16, die Truppenerprobung der Me 163 mit einer leuchtend rot lackierten Maschine.

Technik und Einsatztaktik der Me163

Die Me 163 startete auf einem Startschlitten oder wurde von Schleppflugzeugen in die Luft gebracht. Mit ihrem knappen Treibstoffvorrat, er reichte für nicht einmal 8 Minuten, wurde sie dann in große Höhen geschossen. Das war für die Piloten nicht ohne Risiko, denn das Flugzeug hatte keine Druckkabine. Trotz Sauerstoffatmung konnten Formen der Taucherkrankheit auftreten. Aus der Höhe nahmen die Piloten dann im Gleitflug ihr Ziel ins Visier. Dabei erreichten sie hohe Geschwindigkeiten, was aber ihre Aussichten auf Erfolg schmälerte. Denn zum Zielen und Schießen blieben nur wenige Sekunden. Danach stand ihnen das riskante Landemanöver auf der Landekufe bevor. Oft genug waren das Außenlandungen, da sie nach dem Einsatz nicht mehr genügend Höhe für die Rückkehr zur Basis hatten.

Einsatz der Me 163

Am 16. August 1944 kam es zum ersten Kampfeinsatz einer Me 163. Dabei wurden zwei Boeing B-17 abgeschossen. Im September gab es weitere Erfolge. Am 6. Oktober 1944 ging die erste Me 163B im Einsatz verloren.

Das JG 400 verfügte im Herbst 1944 über 30 Me 163B. Die Lieferung weiterer Maschinen verzögerte sich und die Versorgung mit dem Treibstoff war ungenügend.

Ende des Jahres 1944 standen 64 Maschinen zur Verfügung. Die Zahl einsatzbereiter Me 163 reduzierte sich jedoch durch Bruchlandungen und fehlgeschlagene Einsätze drastisch. Für die Piloten war die Me 163 eine Todesfalle, weil sie bei der Landung häufig so hart aufsetzte, dass ihre Landekufe brach und die Maschine beschädigt wurde. Dabei wurde oft der restliche freigesetzt Treibstoff und explodierte. Es kamen mehr Piloten durch Flugunfälle als durch Feindeinwirkung ums Leben.

Am Ende hat die Me 163 die in sie gesetzten Erwartungen in keiner Weise erfüllt. Ganze neun Abschüsse von amerikanischen Bombern gelangen mit dem Flugzeug. Daher wurde das Jagdgeschwader 400 im April 1945 aufgelöst. Die Piloten wurden auf der Me 262 eingesetzt.

Produktion der Me 163

Die Serienfertigung der Me 163 begann im Mai 1944 bei Klemm und Junkers. Klemm lieferte 133 Flugzeuge und Junkers 14 Flugzeuge bis zum Dezember 1944. Danach wurden bis März 1945 noch 127 weitere Maschinen gebaut. Insgesamt wurden 274 Serienflugzeuge hergestellt. Sie wurden überwiegend dem Jagdgeschwader 400 zugewiesen.

Die Messerschmitt Me 163 im Museum

Erhaltene Exemplare der Me 163 sind zu sehen im:

Die Daten der Messerschmitt Me 163

  • Länge: 5,84 Meter
  • Höhe: 2,77 Meter
  • Spannweite: 9,32 Meter
  • Tragflügelfläche: 18,50 Quadratmeter
  • Leermasse: 1905 Kilogramm
  • Max. Startmasse: 4110 Kilogramm
  • Triebwerk: Ein Raketenmotor Walter HWK 509A-2 mit 1700 Kilopond Schub
  • Höchstgeschwindigkeit 960 km/h in 10.000 m Höhe
  • Dienstgipfelhöhe: 12.100 Meter;
  • Zeit für angetriebenen Flug: 450 Sekunden
  • Bewaffnung: zwei 30 mm Maschinenkanonen