Die Geschichte des US Federal Reserve Systems

Federal Reserve Headquarter Washington - Wikimedia Commons (AgnosticPreachersKid)
Federal Reserve Headquarter Washington - Wikimedia Commons (AgnosticPreachersKid)
Die Gründung und Etablierung des Federal Reserve Banking Systems war ein stockender Prozess, der durch Ängste vor Omnipotenz der Banken aufgehalten wurde.

Das Federal Reserve System, oder auch kurz Federal Reserve oder FED genannt, bezeichnet das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten. Die Federal Reserve besteht aus zwölf Bankbezirken – Boston, New York City, Philadelphia, Cleveland, Richmond, Atlanta, Chicago, St. Louis, Minneapolis, Kansas City, Dallas, San Fransisco - welcher heute jeweils seine eigene Federal Reserve Bank besitzen.

Stockender Beginn einer 'Bank of America'

1791 setzte sich der erste US-Finanzminister Alexander Hamilton gegen den damaligen Secretary of State (Außenminister) Thomas Jefferson durch und etablierte die erste 'Bank of the United States of America' mit Hauptsitz in Philadelphia. Jefferson sah die Einrichtung einer Zentral Bank als ein undemokratisches Werkzeug des nordöstlichen Bankensystems. Es war die größte Bank der damaligen Zeit, gleichzeitig aber auch das größte Unternehmen. Die allgemeine Akzeptanz war gering und nach dem Auslaufen der zwanzigjährigen Lizenz wurde diese Bank aufgelöst.

Mit dem Ausbrechen des britisch-amerikanischen Krieges 1812 entstand Chaos, was aufgrund eines nicht vorhandenen Regulierungsmechanismus über Banken und Kreditvergabe zu noch größerer Verwirrung führte. Private Banken in den einzelnen Bundesstaaten schossen aus dem Boden wie Pilze und gaben erstaunliche Variationen von Banknoten heraus, manche so gut wie nichts wert. Man konnte nicht von einem Bundesstaat zum nächsten wechseln, ohne dass das Aussehen der Banknoten wechselte. Die Goldreserven viele dieser Banken waren inadequat. Eine massive Inflation setzte ein.

Als zusätzliches Problem erwies sich, dass die Regierung keinen Ort oder System hatte um ihre eigenen finanziellen Mittel zu lagern oder die Geldmittel sicher von einem Ort zum anderen zu transportieren. Gleichzeitig konnte sie in Abwesenheit eines Handelsmechanismus ihre Staatsanleihen nicht handeln.

Zweiter Versuch 1816

Der Gesetzentwurf für die zweite 'Bank of the United States' wurde nur mit großen Mühen akzeptiert. Dieser zweite Versuch einer zentralen Bank of America entwickelte sich ähnlich dem vorherigen. Diese zweite Bank war sogar noch größer in Bezug auf Kapitalisierung und Einfluss und wurde bald von Geschäftsleuten, Politikern und auch Bürgern als Bedrohung gesehen, sowohl für deren eigenes finanzielles Wohlergehen als auch als Bedrohung gegen die Demokratie. Vom damaligen Präsidenten Andrew Jackson wurde sie als 'Monsterbank' tituliert. Mit dieser Opposition hörte auch die zweite Zentral Bank mit dem Auslaufen ihrer Lizenz 1836 auf zu existieren.

Zu dieser Zeit hatten sich schon eine Vielzahl privater Banken niedergelassen und etabliert und eine Myriade von verschiedenen Banknoten in Umlauf gebracht, meistens mit wenig oder so gut wie gar keine Goldreserven als Gegenwert für die im Umlauf befindlichen Banknoten. Zusätzlich litt dieses von privaten Banken getragene System an zu wenig Kapitalisierung und einer risikoreichen Kreditvergabe. Mit der wachsenden Bevölkerung, zunehmender Mobilität sowie wachsender wirtschaftlicher Aktivität wurde die Situation bald untragbar chaotisch.

The national Bank Act von 1863

Aufgrund dieser ernsten und wirtschaftlich schädlichen Situation erließ der amerikanische Kongress 1863 den 'National Bank Act’. Dieser führte einen nationalen Standard für das Bankensystem ein, etablierte eine Minimum-Menge an Kapital, welches Banken zu halten hatten, und regelte das Kreditvergabegeschehen. Außerdem wurde durch Auferlegung einer Steuer weitgehend sichergestellt, dass nur die 'National Banks’ Banknoten herausgaben.

Trotzdem war das Bankengeschäft immer noch größtenteils eine lokale Angelegenheit der einzelnen Bundesstaaten, ohne zentrale Regulation bezüglich der im Umlauf befindlichen Geldmenge und den durch die Banken gehaltenen Sicherheiten.

Amerika hatte eine Aversion gegen große, übermächtige Banken. Bis 1913 war die USA essentiell in einem System freier Banken verstrickt, welche oft vollkommen unterfinanziert waren. Dies resultierte in fast regulär auftretenden Finanzkrisen, vor allem in den Jahren 1873, 1893 und 1907. Besonders die letzte Krise, die 1907 viele Banken in den Bankrott gleiten sah, verursachte erneute Bestrebungen für eine Reform des Banken- und Währungssystems.

Glass-Willis proposal und Federal Reserve Act

Diese kam 1912 in Form des 'Glass-Willis Proposal’. In diesem wurde vorgeschlagen, statt eine übermächtige Zentralbank zu kreieren, sollte man lieber ein System von zwanzig oder mehr regionalen, privat regulierten Reserve-Banken etablieren. Diese Banken sollten einen bestimmten Anteil des Kapitals ihrer Mitgliedsbanken halten und Geldnoten gegen kommerzielle Werte und Gold ausgeben.

Dieser Vorschlag resultierte, nach einigen Abänderungen - unter anderem die Reduzierung auf zwölf Bankbezirke und Reduzierung privater Kontrolle zu Gunsten indirekter Regierungsaufsicht - in dem 'Federal Reserve Act’ von 1913, den Präsident Woodrow Wilson verabschiedete. Innerhalb des neu etablierten Federal Reserve Banking Systems, mit zwölf Federal Reserve Banks, war und ist die New York Fed die größte und einflussreichste.

Trotz der Notwendigkeit einer regulierenden Einheit ist die Kritik der Omnipotenz des Federal Reserve Systems, die durch die Jahrhunderte die Bildung einer amerikanischen Zentralbank begleitete, auch heute nicht verstummt. Kritiker deuten sowohl auf die fast vollständige Unabhängigkeit und mangelnde Transparenz des Systems hin als auch auf die gleichzeitige Involvierung privatwirtschaftlicher Finanzkräfte.

Andrea Heitger, Andrea Heitger

Andrea Heitger - Geboren und aufgewachsen in Deutschland, einer Ausbildung in BWL und Tiermedizin mit anschließender Promotion, arbeitete sie mehrere ...

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