Die Geschichte und die Entwicklung des Tauchcomputers

Der Vorfahr des Tauchcomputers - Tauchernet
Der Vorfahr des Tauchcomputers - Tauchernet
Ein Tauchcomputer ist heute ein fester Bestandteil der Grundausrüstung eines Sporttauchers - er hat die Dekotabelle inzwischen fast vollständig ersetzt.

Die Geschichte des Tauchcomputers hat im Grund genommen mit der Erforschung der Dekompressionskrankheit angefangen – also schon lange, bevor die Menschen das Tauchen als Freizeitbetätigung entdeckten.

Die ersten längeren und auch tieferen Aufenthalte unter der Wasseroberfläche wurden um 1690 in einer Taucherglocke durchgeführt. Die Erforschung der Stickstoffsättigung steckte zu dieser Zeit noch in den Kinderschuhen. Wie die Dekompressionskrankheit entsteht und welche Auswirkungen sie auf Taucher hat, wurde erstmals 1878 in einem Handbuch für Taucher dargestellt.

1907 wurde die erste Tauchtabelle veröffentlicht. Die Navi-Tabelle (1945) und eine Taucheruhr waren für die Pioniere des Sporttauchens die einzigen Hilfsmittel, um ihre Tauchgänge zu planen. Die Tauchgangsplanung mittels Tauchtabellen ist bei vielen Dachverbänden auch heute noch ein Bestandteil der Grundausbildung. Dass dieser Teil der Ausbildung bei den Tauchern recht schnell in Vergessenheit gerät, ist auch dem Tauchcomputer zu verdanken.

Die ersten Schritte des Tauchcomputers

Als in den 1960er Jahren der erste analoge und pneumatische „Tauchcomputer“ auf den Markt kam, wurde dieser eher mit Skepsis als mit Begeisterung aufgenommen. Zu Recht, wenn man bedenkt, dass dieses Modell nur mit einem Kompartiment (theoretischem Gewebe) die Dekompressionszeiten „berechnete“.

Stellte sich der erste tatsächliche Tauchcomputer 1961 noch in Form eines IBM-Computers da, gab es bereits 1979 eine wesentlich kleinere Version. Der erste Tauchcomputer mit Mikroprozessor war geboren. Das mit vier 9V-Blöcken ausgestattete Modell konnte tatsächlich die Dekompressionszeiten Unterwasser berechnen und anzeigen.

Vier Jahre später kamen die ersten Tauchcomputer auf dem Markt. 1984 gelang einer Schweizer Firma der Durchbruch. Der „DECO-Brain“ hatte zwar noch immer die Größe eines Unterarms, berechnete aber die Dekompressionszeiten mit 16 Kompartimenten.

Der Tauchcomputer heute

Mit der rasanten Entwicklung der Computer im Allgemeinen werden auch Tauchcomputer immer leistungsfähiger. Viele Modelle haben mittlerweile die Größe einer normalen Armbanduhr, doch können sie weitaus mehr als ihre Vorfahren. Das Anzeigen der Tauchtiefe, der Tauchzeit und der Nullzeitgrenzen stellen die leichtesten Übungen für diese Rechner da. Das integrierte Logbuch und der Tauchgangsplaner für den nächsten Tauchgang gehören ebenso zum Standard. Mittlerweile kann der Taucher auf seinem Tauchcomputer den Flaschendruck ablesen und verschiedene Atemgasgemische einstellen. Tauchcomputer berechnen die Dekompressionszeiten anhand der aktuellen Tauchtiefe und der verstrichenen Tauchzeit. Luftintegrierte Tauchcomputer fügen zudem noch die Atemfrequenz des Tauchers in die Berechnung mit ein.

Mit dem Modell Galileo hat die Firma Uwatec wohl zurzeit das Höchstmaß der Tauchcomputerevolution erreicht – quasi die Eier legende Wollmilchsau der Tauchcomputer. Der Rechner bezieht die Herzfrequenz in seine Berechnung der Dekogrenzen mit ein, hat einen integrierten Kompass, vier Zusatzsender, mit denen man auch den Luftverbrauch seiner Tauchpartner im Blick hat, und noch vieles mehr. Die über 80 Seiten dicke Gebrauchsanleitung spricht hier für sich.

Alles nur Theorie

Der Tauchcomputer ist zweifelsohne eine fantastische Erfindung und aus dem Tauchsport nicht mehr wegzudenken. Dennoch ersetzt diese Technik auf keinen Fall den gesunden Menschenverstand. Er ist nur ein Hilfsmittel und Taucher sollten stets innerhalb der angezeigten Grenzen tauchen.

Quellenangaben:

El Gouna, Angelica Hagen

Angelica Hagen - The Hagenz, das sind Angelica & Daniel Hagen. Angelica ist diplomierte Übersetzerin für Italienisch, Deutsch und Englisch mit ...

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