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Pesach, auch Pessach, Passah oder Pascha genannt, erinnert an den Auszug des Volkes Israel aus Ägypten. Das Wort leitet sich vom Hebräischen „springen“ oder „vorübergehen“ ab. Das Fest dauert acht Tage, wobei der erste und der siebte Tag die Höhepunkte darstellen, und wird vom 15. bis zum 22. Nissan gefeiert. 2011 fallen diese Tage auf den 19. – 26. April.
Die Geschichte des Pesachfestes: der Auszug aus Ägypten
Als die Israeliten in ägyptischer Gefangenschaft als Sklaven lebten, befahl Gott dem Pharao, sie ziehen zu lassen, worauf dieser nicht einging. Daraufhin gingen 10 Plagen über das Land, die den Ägyptern schadeten, den Israeliten jedoch nicht. Die zehnte Plage, der Tod sämtlicher erstgeborenen Ägypter, war besonders schwerwiegend für den Pharao und sein Volk, so dass sie die hohe Macht Gottes anerkennen mussten. Sie waren so verängstigt, dass sie die Israeliten drängten, das Land zu verlassen. So hatte das Volk Israel keine Zeit, gewöhnliches gesäuertes Brot zu backen und stellte ungesäuertes Brot – Mazzah – her. Daher auch der Zweitname von Pesach: „Fest der ungesäuerten Brote“. Durch den Auszug aus Ägypten erlangten die Israeliten die Freiheit und das freie jüdische Volk war geboren.
Die Tradition der Festtage: ungesäuertes Brot
An Pesach darf kein gesäuertes Brot gegessen werden, auch darf man keines im Haus haben. In Schmot 12,15 steht: „Sieben Tage sollt ihr ungesäuertes Brot essen, doch am ersten Tag müsst ihr den Sauerteig wegschaffen aus euren Häusern, denn alles, was Gesäuertes isst, dies Leben soll vertilgt werden aus Israel“; und in Schmot 13,7: „Ungesäuertes Brot soll gegessen werden diese sieben Tage; und es soll bei dir nichts Gesäuertes gesehen werden, und es soll bei dir kein Sauerteig gesehen werden in deinem ganzen Gebiet“. Statt des gesäuerten Brotes wird Mazzah gegessen, das in maximal 18 Minuten hergestellt sein muss, damit der Säuerungsprozess nicht einsetzen kann. Erstgeborene Söhne fasten vor Pesach aus Dankbarkeit dafür, dass Gott die Erstgeborenen der Israeliten bei der zehnten Plage verschont hatte. Am Vorabend wird die Wohnung gereinigt, Ofen und Herd und eventuell Besteck und Geschirr gekaschert, alles Gesäuerte verbrannt, die Planung für den Seder-Abend abgeschlossen. Während der Seder-Mahlzeit wird in Form eines Dialogs vom Auszug aus Ägypten erzählt, so fragt der jüngste Sohn beispielsweise: „Warum essen wir in dieser Nacht bittere Kräuter?“. Zusätzlich wird gesungen.
Das Essen an Pesach: Mazzot, Maror und Charoset
An Pesach werden traditionellerweise bestimmte Gerichte und Lebensmittel verzehrt, jedoch auf keinen Fall gesäuertes Brot. Dafür werden drei Mazzot gegessen, die an den eiligen Aufbruch aus Ägypten erinnern sollen. Karpass, Gemüse, erinnert an die armselige Mahlzeit vor dem Aufbruch. Bittere Kräuter (Maror) und/oder Meerrettich werden gegessen und sollen an die Bitterkeit der Sklaverei erinnern. Eine Schale mit Salzwasser erinnert an die salzigen Tränen, die die Sklaven vergießen mussten. Man isst Charoset, eine Mischung aus Äpfeln, Nüssen, Zimt und Wein, das an den Mörtel erinnern soll, den die Israeliten herstellen mussten. Ein gekochtes Ei ist ein Trauersymbol für die beiden zerstörten Tempel in Jerusalem. Dazu werden vier Becher koscherer Wein getrunken. Ein weiterer Becher Wein wird bereitgestellt, jedoch nicht getrunken. Er steht für den Propheten Elija, den Wegbereiter des Messias. Das Fest wird nicht von allen Juden gleich gefeiert, je nach aschkenasischer, sephardischer oder anderer Tradition und nach Strenge des Glaubens werden die Regeln verschieden ausgelegt. Orthodoxe Juden reinigen Geschirr und Besteck, das vor Pesach mit gesäuerten Lebensmitteln in Berührung gekommen war, weniger strenge Juden tun dies nicht. Auch unterscheiden sich die Zutaten für das Charoset, die bitteren Kräuter und andere Pesachspeisen.
Quellen
talmud.de/cms/Pessach.153.0.html
Michael Tilly: Das Judentum. Marix-Verlag 2007, Wiesbaden.
