Großbeeren ist eine südlich von Berlin liegende Gemeinde mit gut 7.000 Einwohnern. Neben dem größten Ort Großbeeren gehören heute die ehemalige Gemeinde Osdorf mit Heinersdorf, Birkenhain, Friederkenhof und Birkholz sowie die Ortsteile Diedersdorf, Kleinbeeren und Neubeeren zur Gemeinde.

Die Geschichte von Großbeeren

1271 wurde Großbeeren erstmals urkundlich erwähnt. Der Ortsname leitet sich wohl von dem Geschlecht der von Berne ab, aus den dann die von Beeren wurden. Die Familie war hier seit dem 14. Jahrhundert ansässig.

Großbeeren war, auch bedingt durch die Nähe zu Berlin, häufig in Kriegen verwüstet worden. So war es während des Dreißigjährigen Krieges und auch im Siebenjährigen Krieg. 1760 marschierten russische und österreichische Truppen in Richtung Berlin durch Großbeeren. Die Kirche und zahlreiche Häuser in Großbeeren gingen dabei in Flammen auf.

Ein Ort von historischer Bedeutung wurde das damals etwa 200 Einwohner zählende Dorf 1813. Im verlauf der Befreiungskriege kam es am 23. August 1813 zu der Schlacht bei Großbeeren. Dabei wurde der Angriff französischen Truppen auf Berlin abgewehrt. In Großbeeren erinnern unübersehbare Bauten an diese Schlacht: der Gedenkturm, der Obelisk auf dem Kirchhof, die Bülowpyramide am damaligen Schlachtfeld und nicht zuletzt die Kirche von Karl Friedrich Schinkel.

Im September 1942 errichtete die Geheime Staatspolizei (Gestapo) am Rande von Großbeeren ein Lager. Hier wurden bis April 1945 insgesamt etwa 45.000 Menschen eingesperrt, von denen mindestens 1.197 aufgrund der Haftbedingungen starben. Eine Mahn- und Gedenkstätte nahe der Bülowpyramide beim Friedhof erinnert an diese unmenschliche Zeit.

Wenige Kilometer nördlich von Großbeeren beginnt das Stadtgebiet von Berlin. Die Mauer trennte die heute zur Gemeinde gehörenden Grenzorte Birkholz, Heinersdorf und Osdorf von den Berliner Nachbardörfern Lichterfelde und Marienfelde.

Seit 1993 gehört Großbeeren zum Landkreis Teltow-Fläming im Land Brandenburg. Am Nordrand des Ortes entstand das Güterverkehrszentrum Großbeeren mit Containerumschlagsbahnhof. Mehrere große Einzelhandelsketten versorgen von hier aus ihre Niederlassungen in Berlin und Umgebung.

Geschichte von Osdorf

Eine Wanderung oder Radtour entlang des Berliner Mauerweges führt an den Ortsteilen im Norden von Großbeeren vorbei. Das sind die direkt an der Grenze zur Bundeshauptstadt Berlin gelegenen Orte Osdorf, Heinersdorf, Birkholz und Birkenhain. Sie bildeten bis zur Fusion mit Großbeeren im Jahre 1999 die Gemeinde Osdorf. Das den Namen gebende Dorf Osdorf wurde nach 1961 zu einem Totalopfer des Grenzregimes der DDR. Die Dorfbewohner wurden vollzählig umgesiedelt und das Dorf bis auf eine Scheune dem Erdboden gleich gemacht.

Die Rieselfelder von Osdorf und Großbeeren

Ab 1875 erwarb die Stadt Berlin viele Güter um Osdorf, Heinersdorf und Birkholz. Der Grund war ein wenig anrüchig. Diese Ländereien wurden zu Rieselfeldern für die Abwässer aus der ungestüm wachsenden Hauptstadt.

Auf den Rieselfeldern wurden in Spitzenzeiten bis zu 52.000 Kubikmeter Abwässer pro Tag verrieselt. Sie waren von 1881 bis 1996 in Betrieb und wurden 1999, weil sie die am besten erhaltene Rieselfeldanlage in Brandenburg waren, unter Denkmalschutz gestellt. Für Interessierte an Technik und Natur gibt es bei Großbeeren den Denkmalpfad Rieselfeld Großbeeren. Am Rande des Ortes kann das Technikdenkmal Rieselfeld Großbeeren besichtigt werden. Das bewahrt ein Stück der Technik- und Kulturgeschichte der Region Berlin. Inzwischen hat sich hier eine eigene Flora und Fauna entwickelt, die zu naturnahen Spaziergängen lockt.

Geschichte von Heinersdorf

Heinersdorf wurde 1299 erstmals urkundlich als „Hinrichstorp“ erwähnt. Bis 1816 war das Rittergut im Besitz der Familie von Hake. 1813 waren bei Heinersdorf die preußischen Truppen unter General von Bülow aufmarschiert. Hier gab Bülow am 23. August den Befehl zum Angriff. Daraus entwickelte sich die die Schlacht bei Großbeeren mit dem Ergebnis, dass die Truppen Napoleons sich nach Sachsen zurückzogen. Nach Heinersdorf zogen nach dem Beschluss zur Zerstörung etliche Bewohner des Dorfes Osdorf. Heute ist Heinersdorf vor allem durch seinen Wochenendmarkt bekannt, einem Überbleibsel aus der Zeit der Wende.

Zur Geschichte von Diedersdorf

Der nordöstlich von Großbeeren gelegene Ortsteil Diedersdorf wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Aus dieser Zeit stammt Dorfkirche des Rittergutes. Das Schloss Diedersdorf entstand im 18. Jahrhundert. 1901 erwarb die Stadt Berlin Gut und Gutshaus oder Schloss Diedersdorf, das nach der Wende zum Hotel und Restaurant wurde.

Eine Zeitreise in die Vergangenheit bietet die Heimatstube mit Bauernmuseum und Museumsscheune für landwirtschaftliche Geräte in Diedersdorf, wo das Leben auf dem Lande an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert dokumentiert wird.