Die Gestaltung des Mobile Marketing betrachtet am Marketing-Mix

Politwerbung per Mobile Marketing - Flickr: Piratenpartei Deutschland
Politwerbung per Mobile Marketing - Flickr: Piratenpartei Deutschland
Mobile Marketing erfährt seit einigen Jahren größere Beachtung. Dieser Artikel betrachtet diesen Trend mit dem klassischen Instrument des Marketing-Mixes.

Angesichts der künftig steigenden Zahl der Mobilfunkanschlüsse ist damit zu rechnen, dass die Bedeutung von Mobile Marketing für die Werbebranche kontinuierlich zunimmt und als selbstverständliche Ergänzung im Marketing-Mix auftreten wird.

Mit dem Begriff des Marketing Mix wird die Gesamtheit der Marketingmaßnahmen bezeichnet, die ein Unternehmen für einzelne Leistungsangebote am Markt einsetzt. Der Marketing-Mix unterteilt sich in die vier Instrumente Preis-, Kommunikations-, Distributions- und Produktpolitik.

Preispolitik: Vituelle Gewinnspiele und Gutscheine

Im Rahmen der Preispolitik versucht das Unternehmen zu analysieren, in wie weit der Markt den Preis des Produktes beeinflusst. Durch gezielte Maßnahmen des Mobile Marketing wird eine Erhöhung des Absatzes bewirkt. Als Maßnahme ist die mobile Distribution preispolitischer Instrumente zu nennen, beispielsweise virtuelle Gewinnspiele, bei denen sich die Teilnehmer per SMS anmelden können. Außerdem werden den Kunden mobile Coupons angeboten, wobei Gutscheine und Rabatte in verschlüsselter Form über SMS versendet werden. Das dient der Verkaufsförderung, wodurch ein vergünstigter Bezug einer Dienstleistung auf das mobile Endgerät des Kunden möglich ist. Als Anwendungsbeispiel können wir hier die Hotel- und Eventbranche nennen, in der der Anbieter eine zeitnahe Kontrolle der Angebote hat.

Kommunikationspolitik: Nichts geht ohne "Opt-in"

Unter Kommunikationspolitik versteht man alle Maßnahmen zur bewussten Gestaltung, der auf den Markt gerichteten Informationen, um das Verhalten von aktuellen und potenziellen Kunden zu beeinflussen. Mobile Marketing ist ein Instrument, bei dem neuartige Kommunikationskänale genutzt werden. Durch das Verschicken von interessanten Informationen beispielsweise „Werbung“ per SMS an den Endverbraucher, versucht man sein Interesse zu wecken. Ein Manko ist hierbei, dass die Werbefläche sehr gering ist und wenige Informationen verschickt werden können. Diese Hürde nennt man „Opt-in-Prinzip“. Unter dem Opt-in-Prinzip versteht man die vorherige Einholung des Einverständnisses des Beworbenen. So wird mit geringen Möglichkeiten eine hohe Wirkung erreicht. Mittlerweile kann man auch durch das Anschalten des Bluetooths Werbebotschaften erhalten und darauf reagieren.

Distributionspolitik: Nicht greifbar, aber handfeset

Innerhalb der Distributionspolitik legt das Unternehmen fest, auf welchem Wege das Produkt zum Kunden gelangt. Hierunter fallen also das Vertriebssystem, die Absatzformen und die Absatzwege. Im Mobile Marketing muss man beachten, dass nur immaterielle Güter, wie etwa Bilder, Töne, Filme oder Tickets für eine direkte Distribution zu Verfügung stehen. Die direkte Verteilung von Produkten ist über das Handy nicht möglich, aber es dient der Verkaufs- und Informationsförderung von physischen Produkten. So hat der Kunde die Möglichkeit, einzelne Produkte und Dienstleistungen mobil zu bezahlen. Da hier die Technik noch nicht ausgereift ist, muss eine Verbesserung der Transaktions- und Bezahlungsvorgänge stattfinden. Die Unternehmen sind bereits am Forschen. Ein Beispiel stellen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) dar. Sie versuchen, mit Testpersonen den Kauf von Fahrkarten über das Handy zu optimieren und an den Markt zu bringen. Eine Grenze besteht darin, dass mobile Endgeräte für Spamming-Aktionen missbraucht werden können, indem unerwünschte Massenwerbesendungen an die Kunden verschickt werden.

Produktpolitik: Schnell am Markt

Die Produktpolitik ist dazu da, um die Wünsche und Bedürfnisse der Kunden mit den Produkten und Dienstleitungen des Unternehmens zu befriedigen. Durch die Produktpolitik kann man dem Kunden digitale und personalisierte Angebote unterbreiten. Eine Möglichkeit besteht darin, dass eine hohe Aufmerksamkeit bei den zu erreichenden Zielgruppen, aufgrund des persönlichen Mediums, vorhanden ist. Unter kostenpflichtigen Produkten sind hierbei mobile Spiele oder Nachrichten per SMS aufzuzählen. Mit dem Mobile Marketing werden in kürzester Zeit mehr Menschen erreicht und Produkte promotet. Daher spielt im Mobile Marketing die Produktpolitik eine sehr bedeutsame Rolle. Bekanntermaßen können mobile Zusatzdienste zur Kundenbindung eingesetzt werden und neue Zielgruppen an die Angebote der Unternehmen herangeführt werden. Image- und Markenbildung sowie Marktforschung sind weitere erfolgversprechende Einsatzbereiche für Mobile Marketing.

Fazit

Diese Ausführungen zu Mobile Marketing verdeutlichen beispielhaft welche Potenziale und welcher Facettenreichtum in dem jungen Kommunikationsinstrument stecken. Die Möglichkeiten Menschenmassen auf kurzem Weg und mit geringem Kostenaufwand zu erreichen, bilden hierbei eine herausragende Rolle. Wie dargestellt bilden dazu technische und rechtliche Voraussetzungen sowie die Akzeptanz der Konsumenten für das Kommunikationsinstrument eine hohe Bedeutsamkeit für den Erfolg von Mobile Marketing.

Unter den Vorbedingungen einer zielgerichteten Partnerschaft unter Einbezug des Kunden, dem Vorantreiben technischer Innovationen und einer breiten Akzeptanz mobiler Anwendungen besitzt das Mobile Marketing realistische Zukunftschancen. Auch die absatzpolitischen Möglichkeiten und Grenzen des Mobile Marketings im Rahmen des gesamten Marketing Mix, rücken zunehmend in das Interesse der Werbetreibenden. Sollte es gelingen Mobile Marketing geschickt einzusetzen, wird es mehr als nur eine Ergänzung zu klassischen Werbekampagnen sein. Speziell zur Fußballweltmeisterschaft 2006, als es für die Sponsoren darum ging ihre immensen Investitionen zu refinanzieren, hat Mobile Marketing einen Boom erlebt. Hier lässt sich ein Trend erkennen, der sich aller Voraussicht nach kontinuierlich fortsetzen wird.

Ince, Ich

Inan Ince - Ich bin ausgebildeter IT-System-Elektroniker, studierter Betriebswirt und Master in International Business. Meine Leidenschaft gilt der ...

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