
- Golden Globes 2009 - NBC
Zum 66. Mal wurden am 11. Januar 2009 die Golden Globes verliehen. In diesem Jahr zeigten sich viele Stars gut gelaunt auf dem roten Teppich, und das Gala-Dinner war eine unterhaltsame Veranstaltung. Als großer Gewinner entpuppte sich schließlich der britische Regisseur Danny Boyle, dessen Drama „Slumdog Millionaire“ gleich vier Mal ausgezeichnet wurde. Große Freude herrschte ebenfalls bei Kate Winslet, die gleich zwei Trophäen mit nach Hause nehmen konnte. Sie wurde als beste Nebendarstellerin in „Der Vorleser“ und beste Hauptdarstellerin in „Zeiten des Aufruhrs“ ausgezeichnet.
„Slumdog Millionaire“ und „Vicky Cristina Barcelona“ siegen über „Der seltsame Fall des Benjamin Button“ und „Doubt“
Im Gegensatz zur Oscar-Verleihung wird bei den Golden Globes in einigen Kategorien zwischen Drama und Komödie bzw. Musical unterschieden. Deshalb waren gleich zehn Filme für einen Preis nominiert. In der Kategorie Drama setzte sich der als Außenseiter gehandelte Film „Slumdog Millionaire“ gegen „Der seltsame Fall des Benjamin Button“, „Frost/Nixon“, „Der Vorleser“ und „Zeiten des Aufruhrs“ durch. „Slumdog Millionaire“ handelt von einem jungen Inder aus den Slums von Mumbai, der in der indischen Version von „Wer wird Millionär“ die Chance auf einen Millionengewinn bekommt.
In der Kategorie Komödie oder Musical war Woody Allens „Vicky Cristina Barcelona“ erfolgreich und verwies „Burn After Reading“, „Happy-Go-Lucky“, „Brügge sehen... und sterben?“ und „Mamma Mia!“ auf die Plätze.
Der Preis für die beste Regie geht an: Danny Boyle
Der Brite Danny Boyle, der mit „Trainspotting" bekannt wurde, wurde überraschend für die beste Regie ausgezeichnet. In der mit Stephen Daldry, David Fincher, Ron Howard und Sam Mendes prominent besetzen Kategorie hatten nur wenige Danny Boyle auf der Rechnung. Aber letztendlich konnte er den Preis für sein Drama mit nach Hause nehmen.
Kate Winslet triumphiert über Meryl Streep
Vor der Verleihung galten Meryl Streep und Kate Winslet als Favoritinnen in den Kategorien für Schauspielerinnen. Sie wurden beide mit zwei Nominierungen und viel Kritikerlob bedacht. Siegreich war Kate Winslet, die den Preis als beste Hauptdarstellerin in einem Drama und als beste Nebendarstellerin mit nach Hause genommen hat.
Sally Hawkins ist die beste Schauspielerin in einer Komödie
Auch bei ihrer zweiten Nominierung für „Mamma Mia!“ hatte Meryl Streep das Nachsehen. Hier gewann mit Sally Hawkins ebenfalls eine Britin, die in dem Film „Happy-Go-Lucky“ eine liebenswerte Optimistin spielt, die das Glück um jeden Preis festhalten will.
Posthume Ehrung für Heath Ledger in „The Dark Knight“
Im Vorfeld der diesjährigen Preisverleihungssaison wurde vielfach prophezeit, dass Heath Ledger für seine verstörende Darstellung des Jokers in „The Dark Knight“ als Kandidat für eine posthume Ehrung gilt. Nachdem er sich nun gegen Tom Cruise („Tropic Thunder“); Robert Downey Jr. („Tropic Thunder“), Ralph 'Ray' Fiennes („The Duchess“) und Philipp Seymour Hoffman („Doubt“) durchsetzte, dürfte eine Oscar-Nominierung nur noch Formsache sein.
Mickey Rourke gewinnt – Leonardo DiCaprio, Brad Pitt und Sean Penn verlieren
Erwartungsgemäß wurde Mickey Rourke für seine Darstellung eines abgehalfterten Wrestlers in dem Drama „The Wrestler“ mit einem Golden Globe ausgezeichnet. Hierfür wurde er bereits in Kritiken und auf dem Filmfest in Venedig begeistert gefeiert. Er setzte sich gegen Leonardo DiCaprio („Zeiten des Aufruhrs“), Frank Langella („Frost/Nixon“), Sean Penn („Milk“) und Brad Pitt („Der Seltsame Fall des Benjamin Button“) durch.
Der Golden Globe für den besten Schauspieler in einer Komödie geht an Colin Farrell
Der Ire Colin Farrell gewinnt den Golden Globe für die Komödie „Brügge sehen... und sterben?“. In dieser ausgeglichenen Kategorie waren außerdem noch James Franco („Pineapple Express“), Brenda Gleeson („Brügge sehen... und sterben?“), Dustin Hoffman („Last Chance Harvey“) und Javier Bardem („Vicky Cristina Barcelona“) nominiert.
Statt „Der Baader Meinhof Komplex“ wird „Waltz with Bashir“ ausgezeichnet
Als „Bester fremdsprachiger Film“ wurde der israelische Beitrag „Waltz with Bashir" ausgezeichnet. In dem verstörenden semi-autobiographischen Trickfilm erzählt Regisseur Ari Folman von seinen traumatischen Erinnerungen an seinen Einsatz als Soldat im Libanon. In der stark besetzen Kategorie waren neben dem deutschen Beitrag „Der Baader Meinhof Komplex“ auch das französische Drama „So viele Jahre liebe ich dich“, der schwedische Beitrag „Die Ewigen Augenblicke der Maria Larsson“ und „Gomorrha, Reise in das Reich der Camorra“ (Italien) nominiert.
Nach den Golden Globes ist vor dem Oscar – Die möglichen Sieger
Nachdem die Sieger der Golden Globes feststehen, sind auch die ersten Favoriten für die Oscar-Verleihung auszumachen. Bei den Schauspielerinnen ist natürlich Kate Winslet eine heiße Kandidatin. Sie wurde bereits fünfmal für einen Oscar nominiert, ist bislang aber immer leer ausgegangen. In diesem Jahr dürfte sie endlich siegreich sein. Allenfalls die beliebte Meryl Streep könnte ihr noch zuvor kommen. Auch bei den Schauspielern ist mit wenigen Überraschungen zu rechnen. Hier sind als Favoriten Mickey Rourke als beste Hauptdarsteller und Heath Ledger als bester Nebendarsteller zu nennen.
Weitaus spannender ist die Frage, welcher Film mit einem Oscar ausgezeichnet wird. Erfahrungsgemäß sind die Kritiker, die über die Golden Globes entscheiden, mutiger und progressiver als die Academy-Mitglieder. Deshalb sind hier die Produktionen der großen Studios in einer besseren Ausgangsposition und trotz des Gewinns des Golden Globes bleibt „Slumdog Millionaire“ ein Außenseiter.
