
- Der Preis um den es geht: Die Goldene Kamera - Hörzu
Am 5. Februar 2011 um 20.15 Uhr ist es wieder soweit gewesen: Die Fernsehzeitschrift Hörzu verlieh im ZDF die Goldene Kamera. Seit 1965 zeichnet eine Jury in mehreren Kategorien Protagonisten aus der deutschen und internationalen Filmszene aus. Inzwischen zählt die Goldene Kamera neben dem Bambi zu den wichtigsten deutschen Film- und Fernsehpreisen. Lediglich 2009 gab es eine Unterbrechung, als der Axel-Springer-Verlag aufgrund der Finanzkrise die festliche Gala absagte und lediglich eine wenig glamouröse Pressekonferenz organisierte.
Monika Lierhaus rührt Publikum mit Heiratsantag
2011 galt der Heiratsantrag von Monica Lierhaus, die zuvor lange im Koma gelegen hatte, als einer der bewegendsten Momente der Show. Als internationale Gäste waren Michael J. Fox, Gloria Gaynor und Eros Ramazotti dabei. Als beste Künstler international wurden in der Sendung Renée Zellweger und John Travolta ausgezeichnet. Ein Jahr zuvor waren die beiden Hollywood-Stars Richard Gere und Diane Kruger in Berlin mit der Kamera ausgezeichnet worden sowie auch die deutsche Fernsehlegende Joachim „Blacky“ Fuchsberger und die Deutsch-Rapper Die Fantastischen Vier. Seit zwei Jahren moderiert Hape Kerkeling die Goldene Kamera, der damit die Nachfolge von Thomas Gottschalk antrat.
Goldene Kameras werden in Bremen gefertigt
Der Entwurf für die 25 Zentimeter hohe und etwa 800 Gramm schwere Goldene Kamera stammt von dem Berliner Künstler Wolfram Beck, hergestellt wird die Kamera aber schon seit mehr als vier Jahrzehnten von der Bremer Silberschmiedemanufaktur Koch und Bergfeld Corpus. Alle Kameras werden in Handarbeit gefertigt und haben sich im Design seit 1965 nicht verändert. Hergestellt werden sie aus 925-Sterlingsilber und werden anschließend vergoldet. In die Bodenplatten werden die Namen der Preisträger eingraviert. Sonderanfertigungen gibt es nicht, eine Ausnahme jedoch bildete die Kamera, die für das Lebenswerk von Vicco von Bülow, besser bekannt als Loriot, benötigt wurde. Sie bekam von den Silberschmieden einen Brillanten in den Kamerasucher eingesetzt.
Nur ein einziges Mal wurde die Bremer Firma Koch und Bergfeld Corpus nicht mit der Herstellung der Kameras betraut. Aus Kostengründen vergab Springer den Auftrag nach China. Doch diese Sparmaßnahme machte sich nicht bezahlt, denn bei der damaligen Verleihung fiel eine Kamera auf den Boden, ging kaputt, und ließ sich nicht mehr reparieren. In diesem Jahr sind es 20 Kameras, die Koch und Bergfeld Corpus hergestellt hat, und auch für das nächste Jahr ist den Bremern der Auftrag sicher.
Geschichte der Goldenen Kamera
Als es 1965 mit der Goldenen Kamera losging, wurde der Kritikerpreis anfänglich nur in einem sehr kleinen Rahmen verliehen. Die Idee mit der großen Fernsehgala kam erst deutlich später. Inzwischen dürfen sich neben der Jury auch die Hörzu-Leser an der Wahl der Preisträger beteiligen. Der Jury gehören der Hörzu-Chefredakteur sowie die anderen Mitarbeiter der Redaktion an. Seit der 43. Goldenen Kamera werden sie von namhaften Vertretern aus Film und Fernsehen unterstützt.
Eine wichtige Tradition bei der Goldenen Kamera ist, dass nur Personen – mit ganz wenigen Ausnahmen – ausgezeichnet werden, die den Preis vor Ort persönlich entgegennehmen. Feste Kategorien für die Preise gibt es erst seit 2008. Geld bekommen die Preisträger nicht, einzige Ausnahme bilden Personen, die die Lilli-Palmer-und-Curd-Jürgens-Gedächtniskamera bekommen. Dieser Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
