
- Goldpaarmäne - Katrine Lihn
Der Apfel gilt als das beliebteste deutsche Obst schlechthin. Die Sorten sind zahlreich und immer neue moderne Züchtungen landen in den Supermärkten, obwohl es reichlich deutsche Äpfel gibt, die teilweise keiner mehr kennt und deshalb auch nicht gekauft werden. Die Goldparmäne ist ein gutes Beispiel für eine fast vergessene Apfelsorte, die hier bei uns von manchen Obstbauern noch gezüchtet wird.
Die Goldparmäne auch Wintergoldparmäne ist ein Spitzenapfel in Europa
Im 13. bis 15. Jahrhundert wurde sie in England entdeckt und dann in der Normandie angebaut. Die hohe Wertschätzung dieser Sorte drückt sich in der französischen Sortenbezeichnung "Reine des Reinettes" (Königin der Prinzessinnen) aus.
Die mittelgroßen Früchte haben eine glatte, glänzende, grünlichgelbe Schale, deren Sonnenseiten goldig und gerötet sind. Sie verströmen einen kräftigen Duft. Das Fruchtfleisch ist gelblichweiß, saftig und edel gewürzt. Es schmeckt süßsäuerlich.
Leider ist dieser wunderbare Apfel heute fast aus dem modernen Erwerbsanbau verschwunden, da Aufzucht, Schnitt und Pflege nur mit sehr großem Sachverstand zu erreichen sind. Im Taunus in den Obstwiesen kann man die Goldparmäne noch finden, ob das in den nächsten Jahren auch noch der Fall sein wird ist fraglich, denn die Endverbraucher sind nicht bereit für einen kostbaren Apfel einen entsprechenden Kilopreis zu zahlen und greifen zum eingeschweißten Normobst.
In den Obstwiesen des Taunus gibt es noch einige dieser alten Apfelsorten
Doch auch dort werden sie weniger, denn die Pflege dieser Bäume ist aufwendig und der Verbraucher ist - wie bereits erwähnt nicht bereit einen höheren Preis für ein Kilo Äpfel zu bezahlen - denn er kennt die Sorte nicht.
Es sollte eine regionale Aufgabe sein, das Gut des Bodens anzupreisen und nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. Eine Aufgabe die SlowFood zu kommt, die jedoch von der lokalen Presse ebenfalls unterstützt werden sollte.
Schön und wünschenswert ist es auch, wenn in den Schulen die heimischen Produkte gezeigt werden und die Kinder lernen welche köstlichen Speisen daraus zu kochen sind. Aus der Goldparmäne lässt sich ein köstlicher Apfelkompott zu bereiten.
Zutaten für zwei Gläser Apfelkompott à 400gr
800gr Goldparmäne, Zitronensaft von einer Zitrone, 125ml Apfelsaft, Schale einer unbehandelten Zitrone, 3 EL Honig
1. Eine Schüssel mit Wasser füllen und den Saft der Zitrone hinein gießen, die Apfelspalten nach dem Schälen dort hineingeben, dann werden sie nicht braun.
2. Apfelspalten mit Apfelsaft und Zitronenschalen zum Kochen bringen und bei gut 100 Grad mit geschlossenem Deckel bissfest schmoren – ca. 30-40 Minuten.
3. Die Hälfte der Apfelstücke aus dem Topf nehmen, die restlichen weich dünsten und dann pürieren.
4. Apfelstücke und Apfelmus mischen und mit Honig abschmecken und noch einmal kurz aufkochen.
5. In heiß ausgespülte Gläser füllen, diese für 5 Minuten auf den Kopf stellen und dann kühl aufbewahren.
Dieses Kompott ist im Kühlschrank ungeöffnet gut 4 Wochen haltbar.
Besonders raffiniert zu Wildgerichten, Gulasch sowie Sauerbraten – mehr als nur ein Dessert.
