Die größten Niederlagen der römischen Legionen

Kaiser Valens - Jastrow
Kaiser Valens - Jastrow
Mit den Legionen wurde das Römische Reich errichtet, aber sie erlitten auch Niederlagen: die Schlachten von Cannae, im Teutoburger Wald oder von Adrianopel.

Das Römische Reich wurde mit Waffengewalt geschaffen. Roms Legionen eroberten einen Gegner nach dem anderen. Auch wenn die römische Armee unaufhaltsam schien, so musste sie doch immer wieder schwere Niederlagen erleiden. Bekannt sind die Schlachten von Cannae, im Teutoburger Wald und von Adrianopel. Dank seiner großen personellen Reserven konnte sich das Imperium Romanum aber immer wieder von seinen Niederlagen erholen, was sich erst in der Spätantike ändern sollte.

Die Schlacht von Cannae

Während des 2. Punischen Krieges (218-201 v. Chr.) zwischen Rom und Karthago hatte der karthagische Feldherr Hannibal die Alpen überquert und war in Italien eingefallen. In mehreren Schlachten hatte er die Römer schon geschlagen. So suchte Rom 216 v. Chr. die Entscheidungsschlacht bei Cannae. Rom zog dafür 16 Legionen zusammen, also nominell 80.000 Fußsoldaten, dazu 6.000 Reiter. Hannibal besaß dagegen nur rund 40.000 Mann Infanterie aber 10.000 Mann Kavallerie. In der Schlacht schaffte der geniale Karthager es einen Rückzug vorzutäuschen, worauf die Römer auch prompt herein fielen. Dadurch konnte Hannibal das römische Heer mit Hilfe seiner Reiter einkesseln und nahezu vollständig aufreiben: 70.000 Römer sollen in dieser Kesselschlacht gefallen sein. Aber selbst diesen Verlust konnte Rom nach einiger Zeit ausgleichen und den Sieg über Karthago erringen, nachdem die Römer selbst in die Offensive gegangen waren.

Die Schlacht im Teutoburger Wald

Unter Augustus schritt die Eroberung Germaniens immer weiter voran. Im Jahr 7 n. Chr. wurde Publius Quinctilius Varus Statthalter in Germanien und damit auch der Oberbefehlshaber der dort stationierten Legionen. Unter dem Cherusker Arminius, der selbst in der römischen Armee gedient hatte, kam es schließlich 9 n. Chr. zum Aufstand. Er konnte seinen militärisch wenig erfahrenen Gegenspieler Varus samt drei Legionen in unwegsames Gelände locken. In den germanischen Wäldern konnte die römische Armee ihre Überlegenheit nicht ausspielen und so wurden die Legionäre in einem Hinterhalt nieder gemetzelt, der als Schlacht im Teutoburger Wald oder Varusschlacht bekannt wurde. Alle drei Legionen, diverse Hilfstruppen und deren Tross gingen verloren, sicherlich an die 20.000 Mann. Als Augustus die Nachricht der Niederlage erhielt, soll er gerufen haben: "Quinctilius Varus, gib mir meine Legionen wieder!" (Suet. Aug. 23) Die römische Expansion in den germanischen Raum war damit erst einmal beendet.

Die Schlacht von Adrianopel

Im 4. Jahrhundert n. Chr. begann die Völkerwanderung in voller Stärke. Große germanische Verbände suchten im römischen Reich eine neue Heimat, so auch die Goten, die vor den Hunnen auf der Flucht waren. Im Jahr 376 waren sie in großer Zahl von Kaiser Valens ins Reich gelassen worden. Doch wurden die Goten nun von korrupten Römern ausgebeutet und in den Aufstand getrieben. 378 n. Chr. zog ihnen Kaiser Valens mit seinem Truppen entgegen und traf nach Eilmärschen auf die Goten unter Frittigern bei der thrakischen Stadt Adrianopel. Da der Kaiser durch falsche Späherberichte von einer weitaus geringeren Zahl an Goten ausging als tatsächlich vorhanden waren, entschloss er sich trotz der Erschöpfung seiner Truppen anzugreifen, ohne auf Verstärkung aus dem Westen zu warten. Anfangs konnten die Römer sogar erfolgreich vordringen, bis schließlich germanische Reiter auf dem Schlachtfeld erschienen und den Römern in den Rücken fielen. Kaiser Valens fand mit zahlreichen Offizieren und Soldaten sein Ende in der Schlacht von Adrianopel – genau Zahlen sind umstritten. Auch wenn die Goten es trotzdem nicht schafften die Städte Adrianopel und Konstantinopel einzunehmen, konnten sie nun ohne Widerstand tiefer ins Reich eindringen. Erst Jahre später konnten sie durch Verhandlungen als Verbündete gewonnen werden.

Michael Lutter, Michael Lutter

Michael Lutter - Geboren 1980 Studium der Geschichte und Informationswissenschaft in Regensburg (M.A.)

rss