Cottbus ist die zweitgrößte Stadt des Landes Brandenburg. Sie inmitten des Lausitzer Braunkohlenreviers ist eine erstaunlich grüne Stadt. Schon bei der Aufhebung der Stadtmauer sorgten Bürger und Stadtväter für einen grünen Ring um die heutige Innenstadt. Die Parkanlagen sind ebenso sehenswert wie die Baudenkmäler, von denen es in der Stadt zahlreiche gibt.

Der Grüngürtel um die Innenstadt von Cottbus

Der Spremberger Turm, ein Wahrzeichen der Stadt, markiert den Beginn der Einkaufsmeile Spremberger Straße und den Einstieg in den Grüngürtel um die City. Er wurde vor der einstigen Stadtbefestigung angelegt. Entlang der Stadtmauer geht es zur Lindenpforte, einem Durchbruch durch die Stadtmauer von 1879. Hier beherrschen das Neue Rathaus und die Stadthalle die Szene. Von dort aus kann man die Puschkinpromenade an der Stadtmauer entlang spazieren. Ein kurzer Abstecher in die Stadt führt zur sehenswerten Klosterkirche. Am Ende der Puschkinpromenade erhebt sich der Münzturm. Am Tuchmacherbrunnen, der seit 1939 an das einst blühende Gewerbe der Tuchmacher erinnert, vorbei gelangt der Besucher auf den Schlossberg mit dem Schlossbergturm und den Gerichtsbauten. Über eine Brücke geht es dann in den Goethepark, der schon 1898 angelegt wurde. Das Gelände wurde vorher als Bleiche genutzt.

Am gegenüber liegenden Spreeufer entstand in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts der Blechenpark. Er ist mit seinen seltenen Bäumen und Stauden ein gärtnerisches Kleinod.

Vom neuen Spreewehr aus kommt man auf das andere Ufer des Flusses. Eine alte Kastanienallee führt in die Vorgärten des ehemaligen Besitzes der Familie Pückler. Am Weg liegt das Raumflugplanetarium von 1974. Über die Bahnstrecke geht es in den Eliaspark, der im Westen vom „Stadion der Freundschaft“, der Spielstätte des Bundesligaclubs „Energie Cottbus“, begrenzt wird. Hier ist der Ausgangspunkt der Parkeisenbahn, die den Eliaspark mit dem Spreeauenpark und dem Branitzer Park verbindet.

Der Eliaspark entstand 1902 und war eine Stiftung des Kommerzienrates Elias. Er wurde zur Bundesgartenschau 1995 neu gestaltet. Um den 1,2 Hektar großen Parkweiher herum gibt es einen Rosengarten, einen Rhododendronhain und einen Apotheker- und Bauerngarten.

Der Spreeauenpark und die Bundesgartenschau 1995

Es folgt der Spreeauenpark. Dieser Park war 1995 das Zentralgelände der Bundesgartenschau. Er verbindet die Grünanlagen im Stadtgebiet mit dem Branitzer Park. Sehenswert ist der Tertiärwald mit Pflanzen und Gehölzen aus verschiedenen erdgeschichtlichen Epochen. Er soll den Wald der Lausitz in der Zeit, als sich die Braunkohle bildete, nachbilden.

Der Tierpark Cottbus

Am Spreeauenpark ist der Tierpark Cottbus zu finden. Dieser liegt in einer Landschaft mit uralten Bäumen. Mehr als 1.000 Tieren aus 170 Arten aus allen Erdteilen werden hier gezeigt. Er ist der größte zoologische Garten in Brandenburg. Besondere Verdienste erwirbt sich der Cottbusser Tierpark mit der erfolgreichen Zucht von Wasservögeln.

Der Branitzer Park

Der Branitzer Park, heute als Fürst-Pückler-Park bezeichnet, ist der bedeutendste und bekannteste Park in Cottbus. Seit 1696 war Branitz im Besitz der Grafen von Pückler. 1845 begann Hermann von Pückler-Muskau mit dem Bau der neuen Parkanlage. Der von ihm hier geschaffene Landschaftspark nach englischem Vorbild ist ein Gartenkunstwerk von internationaler Bedeutung. Allerdings hat erst sein Nachfolger Heinrich Graf von Pückler den Park vollendet. Fürst Hermann von Pückler-Muskau gehörte mit Peter Joseph Lenné und Friedrich Ludwig von Sckell zu den bekanntesten Gartengestaltern des 19. Jahrhunderts.

Im Zentrum der Parkanlage steht das von 1770 bis 1772 erbaute Schloss. Um das Schloss gibt es einen reich mit Blumenbeeten, Plastiken und Ziergehölzen ausgestatteten Blumenpark. Hier wurden auch exotische Gehölze gepflanzt. Dagegen waren im Park nur einheimische Pflanzen zugelassen.

Den hohe Grundwasserstand und die Nähe zur Spree nutzte Pückler, um im Park ein System von Gewässern zu schaffen. Der Aushub aus Teichen und Wasserläufen wurde zu einem Elemet der Gestaltung des Geländereliefs.

Besonders aufwändig wurde die Schilfseepartie modelliert. Die Pyramidenebene mit der Landpyramide und der Seepyramide hat eine besondere Wirkung. Hermann Fürst Pückler wurde 1871 in der Seepyramide beigesetzt. 1884 wurde seine bereits 1854 verstorbene Gattin Lucie dorthin umgebettet.

Durch die Gruppierung der Gehölze und das angelegte Relief kombiniert mit geschickter Wegeführung schuf der Fürst mit dem Park eine Galerie. Dem durch den Park gehenden Betrachter wird eine Folge von ständig wechselnden Gartenbildern geboten.