
- Handpuppen für den Unterricht - Widdertier / pixelio.de
Kinder lieben Handpuppen. Selbst auf Grundschüler üben sie noch eine große Faszination aus. Handpuppen sind witzig, machen Quatsch, reden lustig und dürfen Sachen tun, die sich Schüler und Lehrer im Unterricht nicht so einfach erlauben können. Auch wenn ältere Kinder sehr wohl wissen, dass Handpuppen von Menschen gesteuert und gesprochen werden, sind sie dennoch in der Lage, dies zu ignorieren und sich vollkommen verzaubern zu lassen.
Die Handpuppe als Motivationsträger und Helfer im Unterricht
Es bietet sich daher an, die Handpuppe als Motivationsträger im Unterricht einzusetzen; besonders im Fremdsprachenunterricht. Bei der Auswahl der Handpuppe ist es wichtig, dass sie einen beweglichen Mund und im Idealfall sogar bewegliche Hände hat. Der Lehrer sollte vor dem Einsatz im Unterricht mit der Handpuppe üben und sicher mit deren Umgang werden. Große, ausdrucksstarke Handpuppen eignen sich besonders gut. Die Handpuppe muss als Freund und Helfer im Fremdsprachenunterricht vorgestellt werden und sollte fortan in jeder Stunde präsent sein. Das heißt nicht, dass sie permanent zum Einsatz kommen muss, aber sie sollte gut sichtbar im Klassenzimmer platziert werden und wenigstens einen kleinen Teil der Stunde übernehmen. So lernen die Kinder die Handpuppe als Native-Speaker zu akzeptieren und freuen sich auf deren Auftritt. Jeder Lehrer, der mit Handpuppen arbeitet, wird schnell feststellen, dass die Kinder deren Einsatz immer wieder einfordern werden.
Die Handpuppe als Native-Speaker im Englischunterricht
Handpuppen können zu jeder Zeit im Unterricht eingesetzt werden: zur Begrüßung, zur Verabschiedung oder einfach zwischendurch, wenn es zum Beispiel darum geht, neue Vokabeln einzuführen und zu festigen. Normalerweise spricht die Handpuppe im Englischunterricht nur Englisch. Dabei kann sie mit dem Lehrer Dialoge zur Veranschaulichung führen oder mit den Schülern selbst ins Gespräch kommen. Fehlen dem Schüler die nötigen Vokabeln, kann die Handpuppe diese beispielsweise vorsagen. Sie eignet sich zudem besonders gut als Geschichtenerzähler oder Liedsänger.
Die Handpuppe als Fremdsprachenlerner im Englischunterricht
Es gibt aber auch Handpuppen, die bewusst die gleiche Stellung wie die Kinder haben und die Rolle eines Fremdsprachenlerners einnehmen. Dadurch hat der Lehrer die Möglichkeit, typische Fehler auf die Handpuppe abzuwälzen, diese zu korrigieren oder sogar auch zu tadeln. Die Kinder lernen so unter anderem eine korrekte Aussprache oder den Gebrauch von Wörtern, ohne selbst auf Fehler hingewiesen werden zu müssen. Durch Handpuppen kann der Lehrer zudem Ich-Botschaften übermitteln, wenn zum Beispiel der Lärmpegel im Klassenzimmer ansteigt und die Puppe plötzlich davon Kopfweh bekommt. Im Gegenzug dazu, darf sie dann aber dem Lehrer manchmal einen Streich spielen oder unbequeme Fragen stellen - dies wird die Schüler besonders erfreuen. Und wer weiß, vielleicht darf die Handpuppe ja auch ab und zu bei den Schülern übernachten, wenn sie sich im Unterricht besonders gut angestrengt haben?!
Jüngere Kinder lernen sehr gerne mit der Handpuppe eine Fremdsprache. Die Faszination von Handpuppen nimmt meist im Laufe der vierten Klasse ab. Bis dahin lassen sie sich allerdings problemlos in den Unterricht integrieren; ihr Einsatz muss für die Kinder jedoch zu jeder Zeit authentisch sein. Generell gilt, dass die Handpuppe sich verabschieden sollte, sobald die Schüler diese nicht mehr akzeptieren und sie als kindisch ansehen.
Quellen:
- Haß, F.: Fachdidaktik Englisch. Tradition, Innovation, Praxis. Stuttgart: Klett. 2006
- Wortmann, L. ; Frey, C.: Anregungen für den Einsatz der Handpuppe im Fremdsprachenunterricht der Grundschule. 2003 (Letzter Zugriff: 29.12.2011)
- Kaktyté, V.: Handpuppe im Fremdsprachenunterricht. Goethe-Institut. 2011. (Letzter Zugriff: 29.12.2011)
