Beim Schreiben für Online ist die Headline das wichtigste Element

Engelmagazin: Nischenthema mit Google-Potential - Mondhaus-Medien
Engelmagazin: Nischenthema mit Google-Potential - Mondhaus-Medien
Schreiben für Online funktioniert genauso wie das Schreiben für Print - und scheitert genau daran. Tipps für zielführendes und erfolgreiches Online-Texten.

Nichts haben Computer, nichts hat das Internet an der Bedeutung des guten Stils geändert: Wer gelesen, ja, wer gerne gelesen werden will, tut gut daran, sich der Regeln und Anregungen zu bedienen, wie sie die Großmeister guten Stils von Reiners bis Schneider lehren. Das gilt, wiederholt sei’s gesagt, für das gedruckte genauso wie für das digitalisierte Wort. Nur dass im Internet ein paar Fallstricke lauern, die man kennen sollte, will man mit seinem Schreiben für Online überhaupt wahrgenommen werden.

Schreiben für Online: So hilft man Google, den eigenen Text zu finden

Man mag’s bedauern, aber sämtliche Untersuchungen belegen es: Wer nicht auf Seite 1 bei Google steht, existiert nicht! Hierhin zu gelangen lautet das Ziel: sich an der Konkurrenz vorbeidrängeln und die vorderen Plätze besetzen. Das schafft man nicht durch guten Stil allein, denn noch kann Google „guten Stil“ nicht wirklich messen, aber man arbeitet dran. Womit wir bei Google wären – und den Lesern.

Kein Mensch geht ins Internet und gibt bei Google den Suchbegriff „Engelmagazin online“ ein. Doch Halt!, das stimmt so nicht. Durchschnittlich 22 Anfragen werden monatlich mit diesem Suchbegriff durchgeführt (Stand Juli 2011). Nach „Engelmagazin“ allein wird im selben Zeitraum immerhin 1.300 Mal gefragt. Nüchtern konstatiert, bleibt die Erkenntnis, dass nach dem „Engelmagazin“ jene suchen, die es sowieso schon kennen. Und der große Rest? Den muss man als Autor lenken. Interessante Artikel zu schreiben hilft hier nicht allein – wer will, dass seine Online-Texte gelesen werden, muss Googles Taktstock folgen. Und so lautet der erste Tipp: „Lass dich finden!“

Online texten: Die Headline ist das wichtigste Einzelelement, um gefunden zu werden

Was heißt das nun: Lass dich finden? Das Basteln an der Schlagzeile gilt im Print als große Kunst! Die griffige Headline lockt den Leser an, in der Überschrift darf der Autor, Redakteur, der Texter am Wortspiel feilen. „Schwarz – rot – geil“ hat die Bild 2006 getitelt, weil Deutschlands Fußballer faszinierende Spiele bei der Weltmeisterschaft absolvierten. Ein grandioser Einfall, vergleichbar nur noch mit der Schlagzeile „Wir sind Papst!“ Bild steht an den Kiosken, liegt in den Regalen, auf der Werkbank und den Schreibtischen, bei solch einem Titel greift man zu. Aber Bild veröffentlicht auch im Internet. Preisfrage: Wie sucht jemand nach Berichten über die Spiele der Fußballweltmeisterschaft?

  • Antwort a) mit „schwarz- rot – geil“?
  • Antwort b) …?

Die Headline ist in vielen Fällen gleichbedeutend mit der URL (Uniform Resource Locator). Die URL bezeichnet den eindeutigen Ort einer Website, seine Adresse. Wenn dieser Ort mit dem Suchbegriff übereinstimmt, freut das die Crawler der Suchmaschinen: Sie liefern als Ergebnis genau diese Website. Eine schon etwas ältere Analyse zwischen dem Online-Auftritt der Süddeutschen Zeitung und dem der Welt belegt, wie wichtig die sogenannten „sprechenden Titel“ beim Schreiben für Online sind.

Überschriften stehen in den sogenannten h1-Tags, und h1-Tags werden von den Suchmaschinen (Google, Bing, Yahoo) als wesentliches Indiz für die Relevanz eingestuft. Wer hier keine Keywords einbaut, vergibt genauso Chancen wie jener, der statt einer „sprechenden URL“ nur Zahlen produzieren lässt (wie es der Autor in seiner Anfängerphase im Blog www.wortport.de getan hat). Wenn es dann gelingt, Keywords in eine feuilletonistische Überschrift einzubauen, ist der Kampf um die Leser gewonnen.

Beim Schreiben für Online erklärt die Headline worum es geht

Es klingt banal, ist aber so: Wer gefunden werden will, muss auch Headlines schreiben, die gefunden werden können. Ein allein feuilletonistischer Ansatz erweist sich in den meisten Fällen als wenig zielführend: Sagen Sie Ihren Lesern, worum es in dem Artikel geht. Die Headline, also die Überschrift, ist das Versprechen an den Leser. Ihre Aufgabe ist es, dem Leser klar mitzuteilen, was er davon hat, wenn er sich die Zeit nimmt, den Artikel zu lesen.

Quellen:

Erfolgreiche Websites. Esther Düweke, Stefan Rabsch. Galileo Press, Bonn. 1. Auflage 2011. ISBN: 978-3-8362-1652-4

Website Boosting 2.0. Mario Fischer. mitp, 2. Auflage 2009. ISBN: 978-3-8266-1703-4.

Johannes Flörsch, Johannes Flörsch

Johannes Flörsch - Johannes Flörsch (Jahrgang 1956): Nach einer Bankkaufmannslehre, nach dem Studium der klassischen Gitarre am Konservatorium ...

rss