Die Heckenrose und ihre Hagebutten

Querschnitt einer Hagebutte - Elietta Becker
Querschnitt einer Hagebutte - Elietta Becker
Heckenrosen bieten nicht nur einen schönen Anblick, sondern bilden auch Früchte, die vielseitig verwendbar sind: die Hagebutten.

"Rosa Canina" lautet der lateinische Name für die Heckenrose, was mit "hundsgemeiner Rose" zu übersetzen ist und sich darauf bezieht, dass diese Pflanze nahezu überall zu finden ist.

Heckenrosen

Heckenrosen, auch als Hagrose, Hundsrose und Wildrose bekannt, sind in Europa, Asien und Nordafrika in über 150 verschiedenen Arten zu finden, die bis zu drei Meter hoch werden können. Sie sind völlig anspruchslos und gedeihen an Böschungen sowie an Feld- und Waldrändern in Form von Gebüschen oder Hecken sowohl in voller Sonne als auch im Halbschatten. Diese widerstandsfähigen Rosengewächse sind völlig frei von Krankheiten jeglicher Art; lediglich auf Streusalz reagieren sie empfindlich. Sie vermehren sich überwiegend durch Selbstaussaat, wobei die Keimdauer ihrer Samen bis zu zwei Jahren betragen kann; eine Vermehrung durch Abteilung ihrer Wurzelausläufer ist ebenfalls möglich. Im Juni/Juli bilden die Heckenrosen weiße bis rosafarbene Blüten mit jeweils fünf Blütenblättern, die den typischen Wildrosenduft verströmen und durch sichelförmig gebogene Stacheln geschützt sind. Für viele Insekten, insbesondere Wildbienen, sowie Vögel dienen sie als Nahrungsquelle. Aus diesen Blüten bilden sich im September/Oktober orangerote Früchte: die Hagebutten.

Die Hagebutten

Diese Bezeichnung setzt sich aus den niederdeutschen Wörtern "hag" (Hecke, dichtes Gebüsch) und "butte" (Gefäß) zusammen. Bei näherer Betrachtung der Frucht wird deutlich, wie der Begriff "Gefäß" in diesem Zusammenhang zu interpretieren ist: die Frucht ist in der Form, in der man sie sieht, eigentlich eine Scheinfrucht, die in ihrem Inneren neben dem Fruchtfleisch aus fleischigem Blütenboden eine harte Schließfrucht (Nuss) sowie Borsten enthält. Diese Borsten können aufgrund ihrer kleinen Widerhaken allergische Reaktionen wie Jucken auslösen, weshalb sie auch als "Juckpulver" bekannt sind. Das Fruchtfleisch hat einen süß-sauren Geschmack; je später die Hagebutten geerntet werden, desto süßer werden sie. Lässt man sie den Winter über am Strauch hängen, so kann man sie im folgenden Frühjahr immer noch essen. Geerntete Früchte sollten nicht länger als ein Jahr unverarbeitet aufgehoben werden.

Hagebutten zu medizinischen Zwecken

Seit dem Mittelalter ist die Heilwirkung der Hagebutten bekannt. Neben Fruchtsäuren und dem Vitamin-B-Komplex enthalten sie vor allem Ascorbinsäure (Vitamin C) in großen Mengen; auf 100 Gramm frische Früchte circa 400-500 Milligramm. Deswegen werden sie vor allem in Situationen verwendet, in denen ein erhöhter Vitamin-C-Bedarf besteht, wie beispielsweise bei Frühjahrsmüdigkeit, zur Stärkung des Immunsystems, bei Bronchitis oder bei Erkältungen. Durch ihre harntreibende Wirkung werden Hagebutten zudem bei chronischen Blasen- und Nierenleiden sowie zur allgemeinen Ausscheidung von Giftstoffen eingesetzt. Zur Behandlung aller dieser Leiden ist es sinnvoll, die Hagebutten in Form von Tee einzunehmen, der im Übrigen auch sehr erfrischend bei Fieber ist. Für dessen Herstellung befreit man die Früchte von ihren Borsten und der Nuss und trocknet sie, am besten klein geschnitten. Mit heißem Wasser übergießen und 15-20 Minuten ziehen lassen - schon ist eines der vielseitigsten Hausmittel fertig. Dieser Absud ist ebenfalls geeignet zur äußerlichen Anwendung bei Zahnschmerzen und Zahnfleischentzündungen. Aufgrund seiner entzündungshemmenden Wirkung beschleunigt er - vorsichtig auf offene Wunden aufgetragen - deren Heilung. Darüber hinaus ist die Einnahme von Hagebutten als unterstützende Maßnahme bei einer Arthrosetherapie sowie zur Festigung der Gefäße sinnvoll.

Verarbeitungsmöglichkeiten für Hagebutten

Nicht nur in den medizinischen Bereich, sondern auch in die Ernährung haben Hagebutten längst Einzug gehalten. Dabei gibt es vielfältige Verwendungsmöglichkeiten. Interessant daran ist, dass selbst bei gewöhnlichen Speisen wie Marmelade ein gesundheitsfördernder Aspekt vorhanden ist:

  • Tee
  • Marmelade/Konfitüre (appetitanregend)
  • Mus (nicht nur zur Füllung fränkischer Krapfen, sondern auch gegen Gicht und Rheuma)
  • Wildgewürz
  • Fruchtwein/Likör
  • Öl
  • Hautpflege

Generell sollte man bei jeglicher Verarbeitung von Hagebutten Handschuhe tragen, um allergische Reaktionen zu vermeiden.

"Wild Rose" - die Bachblüte Nummer 37

Doktor Edward Bach, der die Auffassung vertrat, dass "die gebundene Energie von Blüten eine regulierende Wirkung auf psychische Zustände hat", erkannte auch bei der Hagebutte ihre heilenden Kräfte. Die Essenz, die aus ihren Blüten, Früchten und Kernen gewonnen wird, nannte er "Wild Rose" und gab ihr die Nummer 37.

Eingesetzt wird Wild Rose als Therapeutikum bei Menschen, die jegliche Hoffnung aufgegeben und sich ihrem traurigen Schicksal ergeben haben. Des Weiteren hilft sie gegen

  • Teilnahmslosigkeit
  • Apathie
  • innere Kapitulation
  • mangelnde Vitalität

Durch Einnahme dieser Bachblüte sollen Lebensfreude und Vitalität nach und nach verbessert werden und zurückkehren. Der Patient soll wieder in der Lage sein, Chancen zu sehen und Hoffnung zu schöpfen. Kräfte sollen mobilisiert und positiv genutzt werden.

Übrigens: die Bachblütentherapie hat in den vergangen Jahren auch immer mehr Einzug in die Veterinärmedizin gehalten.

Bitte beachten Sie, dass Suite101-Artikel nicht den fachlichen Rat - eines Arztes, Heilpraktikers oder Physiotherapeuten - ersetzen können. Außerdem übernehmen weder der Autor noch Suite101 das Risiko für eine Eigenbehandlung aufgrund dieses Artikels.

Quellen:

hagebutten-info.de

gartendatenbank.de

botanikus.de

doc-nature.com

Elietta Becker, Elietta Becker

Elietta Becker - Ich möchte mich kurz vorstellen: Ich bin Mitte 30 und lebe in der Nähe von Hannover. Nach dem Abitur habe ich Germanistik, ...

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