Von Gebetserhörungen und Trost, aber auch von Hilfe in der Not und sogar von Heilungen ist die Rede, wenn Christgläubige aus aller Welt auf das Walburgisöl zu sprechen kommen. Doch was ist das Walburgisöl eigentlich? Wo und wie wird es gewonnen? Kann es wirklich heilen oder gehen die wundersamen Berichte auf fromme Ammenmärchen zurück? Wir haben uns auf die Suche gemacht:

Auf Spurensuche nach dem Walburgisöl der Heiligen Walburga

Wer sich auf Spurensuche in Sachen "Walburgisöl" begibt, wird geradewegs in die Abtei der Benediktinerinnen nach Eichstätt geführt. Dort lässt sich am schnellsten und zuverlässigsten in Erfahrung bringen, was es mit diesem Öl auf sich hat. Die Heilige Walburga lebte und starb nämlich als Äbtissin im Kloster Monheim (nähe Eichstätt). Ihr Grab finden Wallfahrer heute in der Kirche St. Walburga in Eichstätt, wo zahlreiche Votivtafeln an die Fürbittkraft der Heiligen Walburga erinnern.

Leben und Wirken der Heiligen Walburga

Walburga erblickte um 710 in Südengland in der heutigen Grafschaft Wessex das Licht der Welt. Man geht davon aus, dass sie mindestens fünf Geschwister hatte, von denen aber nur ihre beiden älteren Brüder Willibald (*700) und Wunibald (*701) namentlich bekannt sind. Obwohl in England zu dieser Zeit heidnische Religionen die eindeutige Vorherrschaft hatten, war Walburgas Familie aber schon fest im christlichen Glauben verwurzelt. Walburga genoss vermutlich eine umfassende geistliche und intellektuelle Bildung in einem Kloster, in dem die heilige Lioba Nonne war. Die heilige Lioba gehörte ebenso wie der heilige Bonifatius zur damaligen Sippe, wie nähere Verwandtschaftsverhältnisse damals betitelt wurden. Während Willibald und Wunibald beide zum Priesterdienst berufen wurden, führte Walburgas Lebensweg sie zunächst als Missionarin nach Germanien. Als Wunibald 761 starb, wurde Walburga zur Äbtissin des Heidenheimer Mönchkonvents berufen – ein wohl eher ungewöhnliches Vorgehen, aber die Leitung sollte in den Händen der Familie bleiben. Später unterstand ihr auch eine Frauengemeinschaft, sodass sie nach angelsächsischem Vorbild fortan ein Doppelkloster führte. Die Evangelisierung stand dabei stets im Mittelpunkt ihres Wirkens. Außerdem soll die Heilige Walburga eine Befürworterin der hohen Bildungstradition gewesen sein. Quellen lassen darauf schließen, dass Walburga an einem 25. Februar des Jahres 779 starb.

Das Wunderwirken der Heiligen Walburga

Neben Wundern wie das Lichtwunder im Dormitorium der Nonnen zu Heidenheim oder der Heilung eines sterbenden Mädchens, die sich noch zu Walburgas Lebzeiten ereignet haben sollen, wissen historische Quellen noch mehr "Wunderliches" zu berichten: So sollen im Jahr 893 zwei Kinder auf wundersame Weise geheilt worden sein, als die Gebeine der Heiligen Walburga als Reliquie von Eichstätt nach Monheim übertragen wurden. Der Priester Wolfhard von Herrieden hat zwischen 894 und 899 in vier Büchern Wunder aufgezeichnet, die sich alleine in Monheim auf die Fürsprache der Heiligen Walburga ereigneten, aufgezeichnet.

Die Heilige Walburga und ihr Walburgisöl

Als Walburgas Erdgrab im Jahr 893 geöffnet wurde, um ihre Gebeine als Reliquie ins Kloster Monheim zu bringen, ereignete sich etwas Sonderbares: Walburgas Gebeine waren von Feuchtigkeit getränkt. Trotz der Feuchtigkeit blieb zur Verwunderung der Arbeiter aber dennoch keine Erde an den Händen der Betastenden kleben. In der ersten Hälfte des 11. Jahrhunderts wurden die Gebeine erneut umgebetet. Sie befinden sich heute in einem kleinen Reliquienschrein aus Kalkstein, der in den Tischsockel des Hochaltars in der Kirche St. Walburga in Eichstätt eingefügt wurde. Am Boden des Reliquienschreins sammelt sich das Walburgisöl, das mithilfe kostbaren Gefäßen aufgefangen und an hilfesuchende Pilger ausgegeben oder versandt wird. Eine Besonderheit des Walburgisöls ist zweifelsohne die Tatsache, dass das Öl Jahr für Jahr um den 12. Oktober, dem Tag der Reliquienübertragung, zu rinnen beginnt und wie durch ein Wunder am Todestag Walburgas, dem 25.Februar, versiegt. Quellenangaben zufolge soll das Walburgisöl zu Notzeiten besonders reichhaltig fließen und dann auch mitunter außerhalb dieses Zeitraumes.

Die Heilige Walburga und ihr Walburgisöl – die Benediktinerinnen-Abtei St. Walburg

Weitere Informationen und allgemein Wissenswertes zum Thema Walburgisöl und der Heiligen Walburga erfahren interessierte Leser auch direkt über die Benediktinerinnen-Abtei St. Walburg. Hier erhalten Wallfahrer gegen eine kleine Spende auch das Walburgisöl, das bei Bedarf auch versandt wird:

Abtei St. Walburg

Walburgiberg 6

85072 Eichstätt

Telefon: (08421)9887-0 Telefax (08421)9887-40

E-Mail: kloster.st.walburg@bistum-eichstaett.de