Die Entdeckung von Spaniens beeindruckendster Höhle jährt sich in diesem Jahr zum 50. Mal. 1959 entdeckten fünf spielende Jungen die Höhle von Nerja, und ein Jahr danach wurde ein Teil der Höhle als Schauhöhle für Touristen freigegeben.

Da sie über 3.000 Jahre unzugänglich war, blieb sie von Räubern und Zerfall verschont. Mit ihrer Entdeckung entpuppte sich ein ungeahnter Schatz für Nerja, das nach dem Prado in Madrid und der Alhambra in Granada zur meist besuchten Sehenswürdigkeit Spaniens wurde. Durchschnittlich zählt die cueva de Nerja 450.000 Gäste jährlich.

Bis zu 60 Meter hohe Stalaktiten und Stalagmiten

Derzeitigen Erkenntnissen zufolge ist das Alter der Nerjaer Höhle auf die Altsteinzeit zurückzuführen. Über 22 Gemälde mit Huftieren, Hirschen, Ziegen und Wassertieren wurden entdeckt, ebenso menschenähnliche Motive. Um sie vor Korrossionsschäden zu schützen, ist lediglich ein Drittel der gesamten Höhle für die Besucher zugänglich. Der restliche Teil, der erst 1969 entdeckt wurde, ist ausschließlich für Höhlenforscher geöffnet. Mit ihrem Ausmaß von 300.000 Kubikmetern und einer Länge von 4.823 Metern findet sich genügend Raum, um die bis zu 60 Meter hohen Stalaktiten und Stalagmiten zu bestaunen. Während der Entdeckung stießen die Kinder auch auf Skelette, die schlussfolgern ließen, dass die Höhle von 30.000 vor Christus bis 1.800 vor Christus bewohnt war.

Jährlich stattfindendes Tanz- und Musikfestival im Juli

Ein Teil der Höhle wurde mit Bestuhlung ausgestattet, so dass an die 600 Gäste hier Platz haben. Seit der Eröffnung findet jährlich im Juli das Tanz- und Musikfestival an fünf aufeinanderfolgenden Abenden statt, was sich immer größerer Beliebtheit rühmen kann.

Im Laufe der vergangenen Jahrzehnte bereicherten Vorstellungen mit Tanz, Musik, Oper, Ballett, Flamenco oder klassischen Sinfonieorchestern das Festival. Namhafte Musiker, wie Paco de Lucia, José Mercé, Joaquin Cortes, José Carrera, oder Monserrat Caballé waren in sakraler Atmosphäre zu hören und zu sehen. Neben in Spanien bekannten Tänzern und Musikern kamen auch zahlreiche internationale Künstler zum Festival. Anlässlich des 50. Jahrestages der Entdeckung der cueva de Nerja wird es in diesem Jahr unter einem besonderen Stern stehen. Sobald das Programm festgelegt ist, kann man sich über die Internetseite der Höhle informieren.

Von Nerja nach Maro zu den cuevas de Nerja

Außerhalb des Tanz- und Musikfestivals ist die Höhle im Sommer von 10.00 Uhr bis 19.30 Uhr geöffnet und in den Wintermonaten von 10.00 Uhr bis 14.00 Uhr und von 16.00 Uhr bis 18.30 Uhr. Der Eintritt für Erwachsene beträgt 8,50 Euro und für Kinder von 6 bis 12 Jahren 4,50 Euro. Kinder bis zu 5 Jahren haben freien Eintritt. Auf dem Parkgelände befinden sich ein Spielplatz und ein Restaurant. Mitte Mai endet auch hier das Fest San Isidro, das mit einem typisch spanischen Umzug in Flamencotrachten mit oder ohne Pferd am Balcon de Europa in Nerja mittags beginnt. An den Höhlen angekommen, tanzen und feiern Jung und Alt zwei Tage lang bis in die Morgenstunden. Die Höhle befindet sich circa 3 Kilometer von Nerja entfernt und kann gut zu Fuß, vorbei an zwei Aquädukten, erreicht werden. Buslinien fahren ebenfalls ab Nerja Busbahnhof direkt zu den Höhlen.

Ayo, einem der Entdecker begegnen

Wer einen der leibhaftigen Entdecker der Nerjaer Höhlen begegnen möchte, genehmige sich im Strandrestaurant Ayo, am Strand Burriana in Nerja, eine Paella. Meist steht Ayo hier selbst an der Pfanne und bereitet die Paella selbst zu. Wie in kaum einem anderen Restaurant bekommen besonders Hungrige hier Nachschlag ohne Mehrkosten. Im dem Fall, dass er nicht im Hause ist, könnte es sein, dass er gerade wieder in Brasilien weilt, um hier für die Straßenkinder seine legendäre Paella zu kochen.