
- Nie wieder Krieg - Philipp Meischner
Die Schlacht um Verdun, die während des ersten Weltkrieges von Februar bis Dezember 1916 im Nordosten Frankreichs erbittert geführt wurde, gilt heute als Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges.
Die Bedeutung der Schlacht von Verdun im Ersten Weltkrieg
Der Erste Weltkrieg, 1914-1918/19, war eine Folge der imperialistischen Politik der europäischen Eliten des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts. Nach dem Angriff des Deutschen Kaiserreichs in Frankreich im September 1914 gerieten die französischen Truppen recht schnell in die Defensive, so dass die Lage für die Entente, das Bündnis zwischen Frankreich und Großbritannien, bedrohlich wurde.
Doch wer Frankreich besiegen will, muss Paris, das Herz Frankreichs, einnehmen. Die Truppen der Deutschen standen in einer Linie von Verdun nach Paris, so dass sich die Schlacht um die Festung als Entscheidungsschlacht für den Krieg herausstellen sollte. Ginge Verdun für die Franzosen verloren, so bräche deren Verteidigung zusammen, verlören hingegen die Deutschen, so wären sie erheblich geschwächt und Frankreich in einer guten Position, von Verdun aus eine eigene Offensive zu wagen.
Der Verlauf der Schlacht – Zahlen und Fakten der „Hölle von Verdun“
Ursprünglich war der Angriff der deutschen Truppen für den 12. Februar 1916 geplant, aber Regen und Schnee versperrten die Sicht. Doch am 21. Februar heult in den frühen Morgenstunden eine Granate durch die Luft, die „Hölle von Verdun“ beginnt mit dem Einschießen der Artillerie. Am 25. Februar besetzen die deutschen Truppen beinah kampflos das Fort Douaumont. Was die Deutsche Generalität als Vorbote des Sieges feiert, ist für die französischen Verteidiger der Weckruf. Schleunigst werden Reservetruppen der Franzosen in Bewegung gesetzt und nach Verdun verbracht. Da die Deutschen nun nicht länger von dem Vorteil der Überraschung profitieren können, bricht der deutsche Angriff nach einer Woche zusammen. Die gegnerischen Truppen haben sich ineinander verkeilt, es gibt kein Entrinnen mehr, auf engstem Raum entfaltet sich eine der grauenvollsten Vernichtungsschlachten der Menschheitsgeschichte. Im Juni beginnen die Briten mit einem Entlastungsangriff an der Somme, wodurch die deutschen Truppen gezwungen sind, Soldaten aus der Schlacht abzuziehen. Von nun an beginnt die Rückeroberung des Gebietes durch die französischen Truppen bis zum 18. Dezember 1916, als schließlich Douaumont wieder unter französischer Flagge steht. Die Schlacht von Verdun forderte insgesamt mehr als 200.000 Menschenleben.
Die symbolische Bedeutung der Schlacht von Verdun
Nach fast einem Jahr der Kampfhandlungen und Millionen Tonnen verschossener Granaten und Patronen hatte sich der Frontverlauf nicht nennenswert verändert. Was bleib, waren die hohen Verluste. Das Deutsche Kaiserreich verliert, kapituliert 1918 und unterzeichnet 1919 den Versailler Vertrag, damit ist der Erste Weltkrieg beendet. „Die Hölle von Verdun“, wie die Schlacht von Zeitgenossen einhellig benannt wurde, brachte keine Kriegsentscheidung, sie brachte Leid und Tod für Hunderttausende, nicht zuletzt deshalb ist die Schlacht von Verdun heute ein Symbol für die Sinnlosigkeit des Krieges.
Quelle: Hebold, Wolfgang: 50 Klassiker. Siege und Niederlagen. Militärische Entscheidungen von Troja bis Jom Kippur, Gerstenberg Verlag, Hildesheim, 22004.
