Auch wenn man eine Zunahme der entlehnten englischen Wörter in der deutschen Sprache seit dem 19. Jahrhundert stetig feststellen kann, so ließ sich doch auch gleichsam ein Rückgang der Integration der entlehnten Elemente in das deutsche Sprachsystem feststellen. Folglich ändert sich die Schreibung und Lautung englischer Lehnwörter immer weniger, während die morphemische und semantische Integration sich meistens stärker ausgeprägt, auch bei den Lehnbeziehungen, widerspiegelt.
Die graphemische Substitution
Oft stellt die so genannte graphemische Substitution, das Ersetzen eines oder mehrerer Buchstaben durch andere, bei englischen Lehnwörtern die auffälligste Kennzeichnung von Integration englischer entlehnter Elemente dar. Besonders von der Jahrhundertwende um 1900 bis einschließlich dem Zweiten Weltkrieg war die graphemische Substitution hauptsächlich bei Wörtern wie club > Klub (k ersetzt c), shock > Schock (sch anstelle von sh) oder bei der noch gültigen alten Rechtschreibung auffälligen Substitution von boss > Boß und dress > Dreß (jeweils ß ersetzte damals ein ss) markantes Merkmal der Integration. Durch die graphemische Substitution wurden einzelne Schreibungen englischer Begriffe verdeutscht. Diese Entwicklung tritt heute nur noch in seltenen Fällen auf. Es lässt sich sogar eine Rückführung vom k zum c erkennen. So lässt sich das c besonders im Elektronik-Sektor besser verkaufen (Computer, Copy, etc.).
Die Lautsubstitution
Die Lautsubstitution entwickelte sich vorrangig zur wilhelminischen Zeit (1890–1918), die die Kaiserjahre von Wilhelm II. und den ersten Weltkrieg einschließt. Besonders bei Lehnwörtern des Imperialismus (Curry) und gesellschaftlich mondänen Begriffen (Pumps) ließ sich die Veränderung der Aussprache der Lehnwörter erkennen. Auch in den 1920er und 1930er Jahren wurden englische Lehnwörter wie Jazz > als jatz und oder lynchen > als linschen ausgesprochen. Weitere Begriffe, deren Lautung eingedeutscht wurde, sind USA und k.o.. Heute findet man oft bei der Aussprache der s-Laute wie bei Stop, Spleen, Spray eine Verschiebung vom st- > zum sch-Laut. Weiters ersetzten die stimmlosen Verschlusslaute p, t, k die stimmhaften b,d,g im Auslaut bei Job, Trend oder auch Gag. Auch bei den Vokalen ließ sich dieser Trend bei der Aussprache von Diphtongen beobachten. Der Diphtong in toast wird im Deutschen als o und spray als e ausgesprochen. Aus einem Diphtong wird in der Aussprache daher ein Monophtong. Auf die Aussprache bezogen, wird oftmals nicht das englische th übernommen. Eine seltene Ausnahme stellt die Aussprache des Lehnwortes Thriller dar.
Die morphemische Integration
Da die Integration der englischen Lehnwörter im Deutschen heutzutage meistens nicht mehr über die beiden Subsitutionsarten gewährleistet wird, ist die morphemische Integration wichtigstes Merkmal bei der Klassifizierung von entlehnten Wörtern. Die morphemische Integration stellt dabei eine zwischen englischen Lehnwörter und deutschen Flexions- und Ableitungsmorphemen oder Kompositionsgliedern dar: test-en, test-er, aus-test-en, usw. Das beweist die Flexibilität der deutschen Sprache in dieser Hinsicht, kann als ganz natürlicher Vorgang gewertet und darf eben nicht als Hybridform verurteilt werden. Die Flexionsendungen sind Bestandteil des deutschen Satzbaus. Außerdem behalten die englischen Lehnwörter oft ihr Plural-s (Tests, Snobs, Partys). Dadurch verstärkt sich die Frequenz des Plural-s auch bei aus anderen Sprachen entlehnter Wörter, etwa Cappuccinos.
Die semantische Integration
Die semantische Integration von englischen Lehnwörtern findet häufig aufgrund einer Reduzierung oder Differenzierung zwischen den Bedeutungen statt. So findet man Wörter wie Keks, Band und Flirt ebenso wie zusammengesetzte Pseudoanglizismen wie etwa Showmaster, Cutter, Dressman, aber auch falscher Entlehnungen wie Oldies oder Handy.
Die Integration von Lehnwörtern im Deutschen findet dabei aus verschiedenen Entlehnungsgründen statt.
