Die interessantesten Berliner Brücken

Jungfernbrücke Berlin - Rebecca Haertel
Jungfernbrücke Berlin - Rebecca Haertel
Es gibt viele Brücken in Berlin. Einige von ihnen, wie etwa die Glienicker Brücke, haben eine aufregende Vergangenheit.

Berlin hat mehr Brücken als Venedig. Viele von ihnen sind ganz gewöhnliche Übergange. Doch einige Berliner Brücken haben eine interessante Geschichte zu erzählen.

Bösebrücke

Rückblende: 9. November 1989: Tausende Menschen strömen von Prenzlauer Berg euphorisch auf die Bösebrücke Richtung Westen. Gerade haben sie erfahren, dass die Grenze geöffnet wurde. Nach mehr als 28 Jahren Teilung ist Berlin endlich wieder vereint.

Die Bösebrücke war der erste Übergang in Ost-Berlin, der für DDR-Bürger geöffnet wurde. Noch heute treffen sich Berliner jeden 9. November auf der Bösebrücke, um dieses Ereignis zu feiern. Informationstafeln erinnern an diese denkwürdige Nacht sowie an die Geschichte der „Friedlichen Revolution“ und des 9. Novembers.

S-Bahnhof: Bornholmer Straße; Tram: M13

Schlossbrücke

Die Schlossbrücke ist Berlins eleganteste Brücke, denn in der Nähe lag einst das Berliner Schloss. Vor langer Zeit gab es hier nur eine einfache hölzerne Brücke, die Hundebrücke genannt wurde. Der Name kommt wahrscheinlich daher, weil sich hier die Jäger mit ihren Hunden versammelten, um auf die Jagd im nahen Tiergarten zu gehen. 1824 errichtete niemand anderes als der berühmte Architekt Karl Friedrich Schinkel die heutige Brücke. Die prächtigen Figuren, die die Schlossbrücke verzieren, wurden erst später hinzugefügt. Zu DDR-Zeiten hieß die Brücke Karl-Marx-Brücke.

Tram: M1, M4, M5, M6; Bus: 147,100, 200, M48, TXL

Glienicker Brücke

Die Glienicker Brücke ist ein Symbol der Berliner Teilung und der Wiedervereinigung. Lange Zeit teilte sie West-Berlin von Potsdam; also Ost von West. Im Kalten Krieg fanden auf der Glienicker Brücke dreimal spektakuläre Agentenaustausche statt. Jetzt kann man von der Glienicker Brücke eine spektakuläre Aussicht auf viel Wasser und Grün genießen.

Bus: 316

Oberbaumbrücke

Eine der außergewöhnlichsten Brücken Berlins ist die Oberbaumbrücke. Sie verbindet die beiden Ortsteile Kreuzberg und Friedrichshain miteinander, die seit 2001 den Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bilden. Eröffnet wurde die Brücke 1896. Seit der Teilung Berlins verlief hier die Grenze. Die Oberbaumbrücke war einer der Grenzübergänge nach Ost-Berlin. Jedes Jahr findet auf der Oberbaumbrücke eine Wasser- und Gemüseschlacht zwischen den Bewohnern von Friedrichshain und Kreuzberg statt. Bei diesem Spaß bewerfen sich Friedrichshainer und Kreuzberger mit Wasser, Gemüse, Eiern und anderen matschigen Sachen.

S-Bahn: Ostbahnhof; U-Bahn: Warschauer Straße; Tram: M10, M13; Bus: 347

Gertraudenbrücke und Jungfernbrücke

Eine Statue von der heiligen Gertrud ziert die Gertraudenbrücke, die seit 1896 über den Spreegraben führt. Die Gertraudenbrücke erhielt ihren Namen von dem, einst am Spittalmarkt gelegenen, Gertraudenhospital, das 1881 abgerissen wurde. Wenige Meter von der Gertraudenbrücke liegt eine weitere attraktive Brücke. Die Jungfernbrücke ist Berlins älteste Zugbrücke. Sie wurde 1798 erbaut. Der Sage nach hat sie ihren Namen von neun hugenottischen Schwestern, die hier in der Nähe wohnten und deren spitze Zungen nichts anderes taten als zu tratschen und zu klatschen. Daher blieben sie für immer unverheiratet.

U-Bahn: Spittelmarkt

Sechserbrücke

In Tegel überspannt eine rote Brücke die Mündung des Baches Tegeler Fließ in den Tegeler See. Die Brücke aus dem Jahr 1909 heißt Sechserbrücke, weil man früher fünf Pfennig (einen Sechser) zahlen musste, um sie zu überqueren.

U-Bahn: Alt-Tegel

Abteibrücke

Die Abteibrücke in Treptow führt auf die Insel Berlin - früher auch Insel der Jugend genannt. Einst befand sich hier ein Restaurant, das einer schottischen Abtei nachgebildet war. Nur noch der Name ist geblieben. Die Brücke wurde 1916 errichtet und ist eine der ersten Stahlbetonbrücken Deutschlands.

S- Bahnhof: Treptower Park

Admiralbrücke

Kreuzbergs beliebteste Brücke ist in den Sommermonaten der Treffpunkt von (meist) jungen Menschen, die besonders in den Abendstunden hier fröhlich und kräftig feiern. Aber trotz allen Feierns sollte man sich die Architektur der Brücke genauer betrachten. Errichtet wurde sie 1880-1882.

U-Bahn: Kottbusser Tor

Quelle: ADAC Reiseführer Berlin

 Rebecca Haertel, Rebecca Haertel

Rebecca Haertel - Mein Name ist Rebecca Haertel. Ich bin eine internationale Autorin, Journalistin und Texterin (Deutsch/Englisch). Sprache war schon ...

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