
- Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof - Rebecca Haertel
Berliner Friedhöfe sind herrliche Orte, um ausgedehnte Spaziergänge zu machen und die Seele baumeln zu lassen. Zudem sind sie auch „Geschichtsbücher“, da viele Prominente, die Berlins Vergangenheit geprägt haben, hier ihre letzte Ruhe fanden.
Dorotheenstädtischer Friedhof und Französischer Friedhof
Auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof findet man besonderes viele berühmte Berliner. Er wurde um 1763 angelegt. Unzählige Künstler, Schriftsteller und Politiker, die Berlin beeinflusst haben, liegen hier begraben. Zu den Berliner Architekten und Künstlern, die hier ihre letzte Ruhe gefunden haben, gehören: Karl Friedrich Schinkel, Gottfried Schadow, der Bildhauer Christian Daniel Rauch und Friedrich August Stüler, der das Neue Museum erbaute. Der Architekt Heinrich Strack errichtete eines der bekanntesten Berliner Wahrzeichen - die Siegessäule. Auch Bertolt Brecht und seine Frau Helene Weigel sowie Heinrich Mann und Anna Seghers liegen hier begraben. Gleich nebenan ist der Französische Friedhof, der 1780 für die Berliner Hugenotten angelegt wurde.
Friedhöfe an der Bergmannstraße
Gleich vier Friedhöfe liegen an der Bergmannstraße. Sie gehen nahtlos ineinander über, so dass der Besucher kaum merkt, auf welchem Friedhof er sich gerade befindet. Zu den prominenten Personen, die hier beerdigt sind, gehören der Architekt Martin Gropius, der Maler Adolph Menzel, der Verleger August Scherl und der Politiker Gustav Stresemann.
Bergmannstr. 39-47, U-Bahn: Gneisenaustraße
Friedhöfe vor dem Halleschen Tor
Am Mehringdamm laden fünf Friedhöfe zu einem wundervollen Spaziergang ein. Sie wurden um 1735 außerhalb der Stadt Berlin, vor dem ehemaligen Stadttor Hallesches Tor angelegt. Die Schriftsteller Adalbert von Chamisso, E.T.A. Hoffmann und Adolf Glaßbrenner sowie der Komponist Felix Mendelssohn-Bartholdy und der Architekt Georg Wenzeslaus von Knobelsdorff sind hier beerdigt.
Alter St. Matthäus Kirchhof
Hier liegen die Gebrüder Grimm begraben. Der Friedhof wurde 1856 angelegt und gehört eigentlich zur St. Matthäusgemeinde in Tiergarten. Doch die reichen Leute, die dort lebten, wollten ihre Toten lieber außerhalb der Stadt bestatten. Weitere bekannte dort Begrabene sind: Friedrich Drake, der die Goldelse auf der Siegessäule schuf, der Architekt Heino Schmieden, der Arzt Rudolph Virchow und der Komponist Max Bruch.
Großgörschenstraße 26, U- und S-Bahn: Yorkstraße, Bus: M 19
Heerstraße
Gleich neben dem Olympiastadium liegt einer der schönsten Friedhöfe Berlins - der Friedhof Heerstraße. Er wurde 1921-1924 angelegt. Der Psychiater Karl Ludwig Bonhoeffer, die Schauspielerin Grete Weiser, der Dichter Joachim Ringelnatz und der Bildhauer Georg Kolbe fanden hier ihre letzte Ruhe. Auch der Humorist Loriot wurde 2011 hier beerdigt.
Trakehner Allee 1, S-Bahn: Olympia-Stadion, U-Bahn: Olympiastadion, Bus: 145, 468
Der Invalidenfriedhof und der Friedhof der Märzgefallenen
Der Invalidenfriedhof, einer der ältesten Friedhöfe Berlins, wurde 1748 angelegt. Er gehörte zum Invalidenhaus, das Friedrich der Große für Kriegsversehrte gegründet hatte. Vor allem Militärs fanden hier ihre letzte Ruhe. Das beeindruckendste Denkmal ist das von General Scharnhorst. Auf dem Friedhof der Märzgefallen, der im Volkspark Friedrichshain liegt, fanden die Opfer der Revolution von 1949 ihre letzte Ruhe.
Scharnhorststraße 33, Bus: 120, U-Bahn: Schwartzkopffstr., Tram: M6, M8
Friedhof Grunewald Forst
Wie der Name schon sagt, dieser Friedhof wurde mitten im Grunewald angelegt. Er ist auch als Selbstmörder-Friedhof bekannt. Denn hier fanden viele Menschen, die sich selbst das Leben genommen haben, ihre letzte Ruhe. Im 19. Jahrhundert, als der Friedhof angelegt wurde, war Selbstmord eine Sünde. Die Toten sollten nicht in geweihter Erde begraben werden. Auch Nico, die Sängerin von der Band Velvet Underground, wurde 1988 hier beerdigt.
Bus: 218
Jüdische Friedhöfe in Prenzlauer Berg und Weißensee
Der Jüdische Friedhof in Prenzlauer Berg wurde 1827 eröffnet, nachdem der alte Jüdische Friedhof in der Hamburger Straße in Mitte geschlossen wurde. Der Verleger Leopold Ullstein, der Maler Max Liebermann und der Komponist Giacomo Meyerbeer fanden hier ihre letzte Ruhe.
Schönhauser Allee 23-25, U-Bahn: Senefelder Platz, Tram: M2
Der Jüdische Friedhof in Weißensee wurde 1880 eröffnet. Der Haupteingang führt zu einem Rondell; in dessen Mitte ist ein Stein zum Gedenken an die unzähligen Juden, die von den Nazis ermordet wurden. Samuel Fischer, der Gründer des S.Fischer Verlages, liegt auf dem Jüdischen Friedhof in Weißensee begraben.
Herbert-Baum-Strasse 45, Tram : M4, M12, M13
Russischer und Islamischer Friedhof
Der Russische Friedhof wurde 1894 angelegt. Die Toten ruhen in russischer Erde, die extra dafür nach Berlin gebracht wurde. Am imposantesten ist die Friedhofskapelle, sie hat fünf blaue Zwiebeltürmchen und erinnert an die Basilius Kathedrale in Moskau.
Wittestraße 37, Bus: 221,322 125
Den Islamischen Friedhof gibt es seit 1866, doch schon 1798 wurde das erste Mal ein türkischer Botschafter in Berlin begraben. Allerdings nicht auf dem heutigen Islamischen Friedhof, sondern in der Tempelhofer Feldmark. Heute finden keine Beerdigungen mehr auf dem Islamischen Friedhof statt. Zwischen 1999 und 2004 entstand auf dem Gelände die prächtige Sehitlik Moshee. Ein neuer islamischer Friedhof besteht seit 1988 in Gatow.
Türkischer Friedhof am Columbiadamm, Columbiadamm 128, Bus: 104
Landschaftsfriedhof Gatow, Maximilian-Kolbe-Str., Bus: 135, 638
Quelle:
Enrico Straub, Berliner Grabdenkmäler, Haude & Spener
