Der Autor will mit seinem Artikel auf die Fehleinschätzung der Gesellschaft und der Politik gegenüber Jugendlichen aufmerksam machen. Dazu ist seiner Meinung nach die Shell-Studie unabdingbar. Die Shell-Studie ermittelt seit über 50 Jahren Fakten und Ergebnisse empirischer Untersuchungen der Lebenswelt Jugendlicher. Somit gibt sie Auskunft über Bildungsziele, politisches, wie soziales Engagement, Unterschiede zwischen den Geschlechtern sowie über sozial wie finanziell benachteiligte Jugendliche. Onkenbach bezieht sich in seinem Artikel auf die 16. Shell-Studie, die 2010 veröffentlicht wurde.
Gedanklicher Aufbau des Textes
Der Autor beginnt mit einem Blickfang: er wählt Jugendikone Lady Gaga als Aufhänger, um sein Befinden gegenüber den aktuellen Missständen deutlich zu machen und natürlich auch, um einen "Skandal-Auftritt" als Leseimpuls zu nutzen. Das Fazit, das der Autor trifft, wird auch im Kopf des Lesers formuliert: ein "Skandälchen", was heute bei und mit den Jugendlichen passiert. Anschließend revidiert der Autor dieses Bild. Vielmehr dient dieser Gedankengang der Entlarvung des Lesers, selbst vorurteilsbehaftet zu sein und sich nicht wirklich auszukennen. Dies wird mit den Ergebnissen der Shell-Studien faktisch untermauert.
Im folgenden Absatz benennt Onkenbach die "Schuldigen": Es fehlt an Geldern und vor allem am Verständnis der Politik. Dazu stellt der Autor klare Forderungen auf, basierend auf seiner These, dass die Jugend "nach Visionen" verlange. Er benennt konkrete Projekte als Lösungshilfe. Der letzte Abschnitt des Kommentars beschäftigt sich mit einem Ausblick, den der Autor als "düster" beschreibt, wenn die Politik nicht endlich einlenkt. Die Kernthese seines Textes: Die Politik muss handeln und die Ergebnisse der Shell-Studie ernst nehmen, sonst blüht der nächsten Generation eine "düstere" Zukunft.
Argumentationstruktur des Kommentars
Jedem Leser des Textes ist sofort klar: "Durch 'übersexualisierter Selbstdarstellung (...)' kann nicht einfach die Befindlichkeit der jugendlichen Fans ermittelt werden." Diese These wird sogleich mit Argumenten unterstützt und mit Beispielen belegt, denn laut Onkenbach ist bei den Jugendlichen eher "Reihenhaus statt Rebellion" angesagt. Der Leser wird in diesem Moment der Selbstentlarvung, nur über Halbwissen zu verfügen, nicht allein gelassen, auch der Autor musste sich zunächst mithilfe der neuen Shell-Studie, die er als "Standardwerk" lobt, "schlau" lesen. Damit stellt er die Relevanz dieser Studie klar in den Vordergrund. Eine weitere These, die wiederum den Leser entlarvt formuliert er folgendermaßen: "Weit und breit ist nichts zu sehen von der Null-Bock-Generation".
Das Argument folgt direkt: Jugendliche sind trotz Wirtschaftkrise engagiert. Es bewerben sich viele etwa um ein freiwilliges soziales Jahr. Nicht die Jugendlichen sind Schuld an ihrem schlechten Ruf, auch nicht die Leserschaft. Viel mehr engt der Autor den Kreis auf die Machthaber des Landes ein, denn um die Jugend zu fördern, fehlt an Geldern und vor allem am Verständnis der Politik, die Jugendliche aus ihren Überlegungen und Handeln sichtlich ausschließen.
Onkenbach benennt anschließend konkrete Projekte als Lösungshilfe und liefert neben Faktenargumenten auch emotionale Argumente, wie "schwer vorstellbar, dass ein junger Mensch da nicht mitmachen wollte". Die These im letzten Abschnitt des Kommentars lautet: "Wenn sich nichts ändert wird die soziale Kluft der Gesellschaft auch in der nächsten Generation fortgesetzt" und wird unterstützt mit dem Argument, dass die Shell-Studie nur Hilfe leisten kann, wenn Politiker diese als Auftrag verstehen.
