Die Kapelle auf dem Klimsenhorn

Die kleine Kirche ist ein Baudenkmal auf dem Pilatus bei Luzern

Die Kapelle auf dem Klimsenhorn bei Luzern - Ließ
Die Kapelle auf dem Klimsenhorn bei Luzern - Ließ
Bei Luzern in der Schweiz ist die Kapelle auf dem Klimsenhorn malerisches Ausflugsziel auf dem Weg zum Gipfel des Pilatus. Sie ist außerdem ein nationales Denkmal.

Mehrere hundert Höhenmeter unterhalb des Pilatusgipfels blickt auf einer kleinen Ebene die Klimsenhorn-Kapelle über den Vierwaldstätter See und das umliegende Bergpanorama. Eifrige Wanderer nutzen den Picknickplatz vor dem beschaulichen Gotteshaus gern für einen Snack, doch auch in ihrer ursprünglichen Funktion wird die Kapelle gelegentlich noch genutzt.

Die Kapelle auf dem Klimsenhorn

Oberhalb von Luzern thront der Pilatus (2.232 Meter) als stiller und äußerst präsenter Wächter. Von seinem Gipfel aus führt ein Weg über Steine und Geröll hinunter zur verträumten kleinen Kapelle auf dem Klimsenhorn. Das Klimsenhorn oder Klimsensattel liegt auf 1.864 Meter Höhe. Der Bergrücken unterhalb des Pilatusgipfels zeichnet sich durch eine ebene Fläche aus, die von 1856 bis 1860 mit einem Gast- und Kurhaus bebaut wurde. Neben dem Hotel wurde als weiteres Gebäude die malerische kleine Kapelle errichtet. Die Einweihung des Hauses im neugotischen Stil fand am 18. August 1861 statt.

Das kleine Gebäude erlebte unzählige oft wohlhabende Besucher, die sich in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts noch mit Tragstühlen und Sattelpferden auf den Pilatus mühten, um die sensationelle Aussicht auf den Vierwaldstätter See zu genießen und sich im komfortablen Hotel Klimsenhorn die Zeit zu vertreiben.

Zerstörung und Restauration der Kapelle

Das baufällige Hotel neben der Kapelle musste 1967 abgerissen werden, der Platz auf dem Klimsensattel wurde wieder frei. Man hielt es nicht für sinnvoll, es weiter zu erhalten, denn bereits 1889 war mit der Pilatusbahn, der steilsten Zahnradbahn der Welt, endgültig die wahre Höhe des Pilatus erschlossen worden. Das historische Hotel Pilatus-Kulm hatte eröffnet. Jedoch wurde beschlossen, zumindest die beschauliche Kapelle zu erhalten. Eine kirchliche Funktion aber sollte sie vorerst nicht mehr erfüllen. Noch unwahrscheinlicher wurde dies mit der heftigen Beschädigung des Gebäudes durch Vandalismus in den folgenden Jahren.

Befürworter fanden sich in der Kommission Klimsenhorn-Kapelle, einer Untergruppe der Pilatus-Bahn-Gesellschaft. Die Mitglieder setzten Anfang der 1970er Jahre schließlich die Finanzierung einer Restauration durch. Die Arbeiten wurden 1975 beendet und die Kapelle auf dem Klimsenhorn im selben Jahr eingesegnet. Eine Stiftung wurde ins Leben gerufen, um den weiteren Erhalt der Kapelle zu überwachen.

Die Klimsenhorn-Kapelle als Baudenkmal

Seit 2002 hat die Kapelle ihren verdienten Platz im Denkmalverzeichnis der Schweiz. Frühere Aufzeichnungen wurden damit endgültig festgeschrieben. 2003 wurde die Kapelle erneut vollständig saniert und im darauf folgenden Jahr neu eingesegnet. Der Picknickplatz vor dem Eingang ist heute ein beliebter Pausenplatz bei Wanderungen auf den Pilatus mit großartigem Blick auf Luzern, auf den Vierwaldstätter See und die Alpen. Am dritten Sonntag im August findet jedes Jahr ein Berggottesdienst statt – bei jeder Witterung.

Constanze Liess, Constanze Liess

Constanze Ließ - Constanze Ließ studierte Journalismus an der Freien Journalistenschule Berlin. Sie bringt ihre Erfahrungen aus anderen Ländern ...

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