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Die Karl-May-Festspiele in Mörschied sind seit Jahren in der Region Idar-Oberstein etabliert. Doch zu einer gelungenen Vorführung gehören viele Vorbereitungsarbeiten und, um das Erreichte dauerhaft abzusichern, sollte auch eine Vision für die Zukunft entwickelt werden...
Die Gemeinde Mörschied im Hunsrück
Mörschied gehört zur Verbandsgemeinde Herrstein im Landkreis Birkenfeld (Rheinland-Pfalz) und liegt am Naturpark Saar-Hunsrück. Das Örtchen liegt 420m über NN und hatte Ende 2009 872 Einwohner zu verzeichnen. Wirtschaftlich ist Mörschied hauptsächlich von Handwerk und Dienstleistungen geprägt. Die Freilichtbühne mit den jährlichen Karl-May-Festspielen hat sich über die Jahre zu einem kulturellen Anziehungpunkt entwickelt.
Die Geschichte der Karl-May-Festspiele
Die Karl-May-Festspiele fanden erstmals 1990 mit dem Stück "Der Lockruf des Goldes" statt, seither wird jeden Sommer ein neues Stück präsentiert. Fanden die Aufführungen in den ersten Jahren noch unter Regie des Reiterhofes statt, so wurde im April 1994 der Verein "Freilichtbühne Mörschied e.V." gegründet, der auf mittlerweile über 100 Mitglieder angewachsen ist. Davon sind bis zu 40 Personen aktive Mitspieler.
Um die anfallenden Aufgaben zielgerecht zu bearbeiten, arbeiten mehrere Ausschüsse an verschiedenen Projekten... so z.B. der Bauausschuss oder der Werbeausschuss. Während auch die Tontechnik vereinsintern betrieben wird, ist für die Pyrotechnik ein spezialisiertes externes Unternehmen engagiert.
Die Besucherzahl hat sich von etwa 1500 in den Anfangsjahren auf mittlerweile durchschnittlich etwa 7500 eingependelt, wobei durch den Erfolgsfilm "Der Schuh des Manitu" -eine Parodie auf die Karl May-Filme der 60er Jahre- sich ein enormer Schub nach vorne einstellte.
Vorbereitung auf die Spielzeit der Freilichtbühne
Bei den Festspielen gilt ähnlich wie im Fußball "nach dem Spiel ist vor dem Spiel"... so beginnen die ersten Vorbereitungen auf eine neue Spielzeit bereits 14 Tage nach der letzten Aufführung des aktuellen Stückes. Das Textbuch steht den Akteuren 6 Monate vor der Premiere zur Verfügung, die Proben beginnen dann 6 Wochen vor der ersten Aufführung.
Die mitwirkenden Pferde, überwiegend gestellt durch Vereinsmitglieder, werden schrittweise an Belastungen gewöhnt: Zuerst an das Schießen mit Platzpatronen, dann an die Pyrotechnik - während den Proben dann durch Simulationen zusätzlich noch an die Anwesenheit einer Zuschauerkulisse.
Für jede Spielzeit sind etwa 2000 Arbeitsstunden zur Vorbereitung, für Bühnenbau und Kulissenpflege usw. eingeflossen; die Proben schlagen mit insgesamt geschätzten 6000 Stunden zu Buche - und darüber hinaus nochmals 2000 Stunden für Werbe- und Organisationsmaßnahmen.
Somit ist klar: Eine Festspielsaison ist nur mir sehr viel Idealismus durchführbar, der Einsatz der Beteiligten ist unbezahlbar!
Daher wird auch bei jedem Wetter gespielt und zum Glück gab es bislang selten Unterbrechungen und noch keinen einzigen wetterbedingten Abbruch.
Pläne für die Zukunft in Mörschied
Die Karl-May-Festspiele erfreuen sich großer Beliebtheit, nicht nur überregional hinaus bei den Zuschauern, sondern auch bei der Kommunal- und Landespolitik. Nicht nur der Bürgermeister der Gemeinde, sondern auch der Landtagsabgeordnete und der zuständige Staatssekretär engagieren sich für das Projekt der Freilichtbühne Mörschied. So zahlt das Land Rheinland-Pfalz einen Zuschuss von 100.000 € als Förderung zum Ausbau der Anlage mit einer weiteren Tribüne mit behindertengerechter Ausstattung.
Aber der betreibende Verein hat noch weitergehendere Visionen: Angestrebt ist die Weiterentwicklung hin zu einem Wild-West-Erlebnispark; mit einem fest eingerichteten Saloon, Bogenschießanlage und Goldwaschgelände.
Den engagierten, spielfreudigen Akteuren und ihren Helfern im Hintergrund sind noch viele erfolgreiche Spielzeiten und die rasche Umsetzung ihrer Pläne zu wünschen...
