Die "Karst and Coast Mystery Tour" im Südwesten Sloweniens

Predjama Burg Slowenien - © Gabriele Eckhardt
Predjama Burg Slowenien - © Gabriele Eckhardt
Ein Ausflug zur Predjama-Burg, der Škocjan Grotte, dem Lipizzaner-Gestüt und dem beliebten Badeort Piran: Sehenswürdigkeiten der Karst-Region.

Das slowenische Touristen-Informationszentrum in der Hauptstadt Ljubljana bietet regelmäßig Ausflüge zu sehenswerten Zielen in ganz Slowenien an. Die Touren werden zum Beispiel vom Reiseveranstalter Roundabout durchgeführt und haben ein gutes Preis-/Leistungs-Verhältnis. Eine dieser Touren ist die „Karst and Coast Mystery Tour“, die zur mittelalterlichen Predjama-Burg, dem Lipizzaner-Gestüt, der Škocjan-Tropfsteinhöhle und dem idyllischen Ort Piran an der Adria-Küste führt. „Karst“ bezeichnet eine Landschaftsform, die aus lösungsfähigem Gestein wie Kalk und Gips besteht. Sie ist der korrosiven (lat. corrodere, „zernagen“) Kraft des Wassers ausgesetzt. Es bildet sich ein unterirdisches Entwässerungssystem, das zur Entstehung von Höhlen führt.

Die mittelalterliche Predjama-Burg

Etwa 80 Kilometer von der slowenischen Hauptstadt Ljubljana entfernt, liegt die imposante Burg Predjama, die mitten in eine 123 Meter hohe Felsenwand gebaut ist. Sie wurde vermutlich im 12. Jahrhundert erbaut. Die Burg ist ein Meisterwerk mittelalterlicher Baukunst und war ein sicheres Versteck. Prominentester Burgherr war Erasmus Lueger, den im Jahr 1484 ein unschönes Schicksal ereignete: Er wurde vom Hauptmann von Triest im Auftrag des Kaisers getötet, als er gerade auf einem Örtchen saß, “wo sich nicht einmal der türkische Sultan durch seinen Abgesandten begeben kann”. In der Felswand gibt es mehrere natürliche Zugänge zu einem geheimnisvollen Höhlensystem im Untergrund des Felsens. Als die Burg 1990 renoviert wurde, fand man im Keller einen vergrabenen Burgschatz aus dem 16. Jahrhundert. Er ist heute im Nationalmuseum in Ljubljana ausgestellt.

Die slowenischen Škocjan-Höhlen sind UNESCO-Weltkulturerbe

Die Natur hat an diesem Ort ein monumentales Bauwerk erschaffen, das die kühnsten Vorstellungen der menschlichen Architektur übertrifft. Die Škocjan-Grotte besteht aus zahlreichen Höhlen und Gängen, Schwinden und Naturbrücken. Geschaffen wurden sie vom Fluss Reka, der 50 Kilometer nach seiner Entstehung in die Höhlen entschwindet und erst wieder in Italien zu Tage tritt. Aufgrund seines reichen archäologischen Erbes und der großen Biodiversität wurde die Grotte von Škocjan von der UNESCO in die Liste der Natur- und Weltkulturerbe aufgenommen. In den Höhlen kann man imposante Tropfstein-Gebilde bewundern, die unwirklich erscheinen und an einen Fantasy-Film erinnern. Die Stalagmiten sind teilweise bis zu 15 Meter hoch und wachsen weiter. Wer die beeindruckenden Höhlen besucht, muss gut zu Fuß sein. Die Wege sind rutschig und dunkel, und es müssen mehrere hundert Höhenmeter überwunden werden. Eine weitere Herausforderung ist der Gang über eine 50 Meter hohe Brücke.

Das Lippizaner-Gestüt im Südwesten Sloweniens

Zwölf Kilometer von der Škocjan-Grotte entfernt, liegt das weltberühmte Gestüt der weißen Lippizaner-Pferde, die für die Spanische Reiterschule in Wien gezüchtet werden. Das 1580 von Erzherzog Karl II gegründete Gestüt war bis zum Jahr 1918 im Besitz des Wiener Hofs. Die schneeweißen Tiere kommen mit einem grauen Fell zur Welt. Erst nach einiger Zeit verlieren sie ihre Pigmentierung, und das Fell wird weiß. Das Gestüt Lipizza bietet Vorführungen der klassischen Reitkunst, Reitunterricht und Reiterferien. Auf dem Gelände gibt es ein Hotel, ein Casino und einen 9-Loch-Golfplatz.

Mediterranes Flair in Piran an der slowenischen Adria-Küste

Letztes Ziel dieses Tagesausfluges ist die beliebte slowenische Adria-Küste und das Städtchen Piran. Der Ort mit dem mediterranen Flair und dem venezianischen Stil ist mit seinen vielen kleinen Gassen dem benachbarten Italien sehr ähnlich. Inmitten der malerischen Altstadt liegt der große Tartini-Platz, der nach dem berühmtesten Sohn der Stadt, Geiger und Komponist Giuseppe Tartini, benannt ist. Piran verfügt über historische Bauten und viele Kulturdenkmäler. Es gibt zahlreiche gute Cafés und Restaurants in der Altstadt. Piran hat etwa 4.000 Einwohner. Kurz hinter Piran liegt der Badeort Portorož, in dem einige Fünf-Sterne-Hotels beheimatet sind, unter anderem ein Haus der Kempinski-Gruppe. Die slowenische Adria-Küste ist 47 Kilometer lang. Die Adria ist ein Seitenbecken des Mittelmeeres. Sie ist nach der italiensichen Stadt Adria benannt und trennt die Alpenhalbinsel von der Balkanhalbinsel. Das Mittelmeer ist ein äußerst wichtiger Verkehrsweg für alle seine Anrainerstaaten.

Die “Karst and Coast Mystery Tour” ist eine gut geführte, kompakte Tour, auf der man viele interessante Sehenswürdigkeiten geboten bekommt. Wahlweise kann auch eine für die Region typische Wein und Schinken-Probe gebucht werden. Die Tour beginnt um 08.30 Uhr und endet mit der Rückkehr in der Hauptstadt Ljubljana gegen 20.00 Uhr. Der Ausflug kostet 45,- Euro. Der Eintritt in die Predjama-Burg (neun Euro) und in die Škocjan Grotte (15,- Euro) müssen zusätzlich bezahlt werden.

Quellen:

Fremdsprachensekretärin und freie Texterin, Gabriele Eckhardt

Gabriele Eckhardt - Gabriele Eckhardt ist Fremdsprachensekretärin und freiberufliche Texterin.

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