
- Die Katze als Traumsymbol - © Heiko Grupp / pixelio.de
Leise nähert sie sich auf ihren Samtpfoten. Mit traumwandlerischer Sicherheit bewegt sie sich in schwindelnden Höhen und scheut den Sprung in die Tiefe nicht. Fühlt sie sich wohl, so schnurrt sie, um im nächsten Moment ihre Krallen auszufahren, wenn ihr etwas nicht passt. Die Katze: eigenwillig und selbstbestimmt, ein kleines Raubtier, das erst mit der Beute spielt, bevor es tötet. Schmusig und anhänglich zeigt sie sich dagegen als Haustier und wirkt beruhigend auf ihre Besitzer.
Mythologisches und Aberglauben zur Katze
Als Tier der Nacht und Dunkelheit wird die Katze mit dem Mond in Verbindung gebracht. Sie gilt als Symboltier des Weiblichen. Katzen zogen das Gespann der germanischen Muttergöttin Freya, die Göttin der Liebe, Fruchtbarkeit und Geburtshilfe. In Sagen und Märchen werden der schwarzen Katze als Begleiterin der Hexe übernatürliche Kräfte zugeschrieben. Noch heute gilt der Aberglaube, dass eine schwarze Katze Unglück bringt oder ankündigt, wenn sie den Weg einer Person kreuzt.
Bedeutung der Katze im Traum: weibliche Sexualität
In der Psychoanalyse steht das weibliche Triebleben bei dem Traum von einer Katze im Vordergrund. So gilt die Katze im Traum als Symbol für das weibliche Geschlechtsorgan zusammen mit Gefühlen der Lust, der Unzucht und Orgasmusfähigkeit. Träumt eine Frau von einem Kater gilt dies als Ausdruck männlicher Aggressivität, verbunden mit heftigen sexuellen Bedürfnissen und häufig wechselnden Liebesbeziehungen.
Bedeutung der Katze im Traum: Eigensinn und Unberechenbarkeit
Neben der sexuellen Bedeutung des Traumes symbolisiert eine Katze im Traum diejenigen Eigenschaften, die auf ihr charakteristisches Wesen zurückzuführen sind:
- der starke Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit
- der Wunsch nach Selbständigkeit und Selbstbestimmung
- der Eigensinn und Eigenwillen
- die Unberechenbarkeit und Falschheit
- das Zeichen für (körperliche) Geschmeidigkeit
Die Katze im Traum von Männern
In Träumen von Männern verweist die Katze auf das momentane Liebesleben. Hier stellt sich die Frage, ob der Träumer seine gegenwärtigen sexuellen Beziehungen zu Frauen als (zu) unberechenbar oder sogar falsch erlebt. Nämlich dann, wenn die Partnerin sich wie eine Katze endlos streicheln lässt, um dann unverhofft in Beißen und Kratzen überzugehen und völlig unnahbar zu werden. Träumt ein Mann von einer Katze, so sind nach der analytischen Psychologie nach C.G. Jung immer auch seine weiblichen Seiten angesprochen: die leidenschaftlichen und erotischen Gefühle, die Sinnlichkeit, der Wunsch nach Zärtlichkeit und Liebe.
So deuten Sie Ihren Traum
Um der Bedeutung des eigenen Traumes auf die Spur zu kommen, empfiehlt es sich, den Traum kurz zu notieren und sich dann folgende Fragen zu stellen:
- Was fällt Ihnen spontan zu dem Traum ein?
- Welches Gefühl bestimmte den Traum?
- Welches Verhalten der Katze stand im Vordergrund?
- Welche weibliche Seite vernachlässigen Sie und will von Ihnen mehr gelebt werden?
Um Träume zu verstehen, braucht es manchmal Abstand und Zeit. Falls Sie nicht weiterkommen, sprechen Sie mit vertrauten Menschen über den Traum oder schauen Sie ihn zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal an.
Quellen und weitere Informationen
Anna D. Garuda: Das erotische Traumlexikon. Droemer-Knaur, München 2000.
Manfred Lurker: Das Wörterbuch der Symbolik. 5. Auflage. Kröner Verlag, Stuttgart 1991.
Ratgeber Traumdeutung: Träume verstehen lernen
