
- Hauskatze - Schwarzäugige Susanne / pixelio.de
Erst als der Mensch den Wert der Katze als Mäusefänger erkannte, begann ihre weltweite Ausbreitung, und seit Beginn des 19. Jahrhunderts avancierte sie zum beliebten Heimtier. Aber man sollte nie vergessen: Auch der schmusigste Stubentiger ist bis heute eine überaus eigenwillige Persönlichkeit geblieben!
Überlegungen vor der Anschaffung einer Katze
Drei Dinge braucht der künftige Katzenbesitzer: Geld, Zeit und Geduld. Vor der Anschaffung einer Katze sollte man sich deshalb folgende Fragen ehrlich beantworten:
- Ist es erlaubt, in der Wohnung eine Katze zu halten?
- Bin ich bereit, meinen schnurrenden Hausgenossen die nächsten 14 bis 18 Jahre - so alt kann er nämlich werden - regelmäßig zu versorgen?
- Ist die artgerechte Haltung und Pflege auch bei längerer Abwesenheit (Urlaub, Krankheit) gesichert?
- Katzen sind eigenwillig. Sie lassen sich zwar ein wenig erziehen, aber nicht dressieren. Kann ich das akzeptieren?
- Hat meine Katze in der Wohnung ausreichend Bewegung und Abwechslung?
- Sind weitere Heimtiere vorhanden, mit denen es Probleme geben könnte (z.B. ein Vogel oder ein Goldhamster)?
- Bin ich mir darüber klar, dass die Katze regelmäßig geimpft werden muss (zusätzliche Kosten)?
- Toleriere ich Katzenstreu im Toilettenbereich, Katzenhaare überall in der Wohnung und Kratzer an den Möbeln?
- Besteht eine Allergie gegen Katzenhaare?
Haben Sie sich alle Fragen gewissenhaft beantwortet, sollten Sie sich ausführlich über die Eigenarten und Bedürfnisse einer Katze informieren und sich auch danach richten. Nur dann wird sich das Kätzchen bei Ihnen richtig wohl fühlen.
Soll es eine normale Hauskatze oder eine Rassekatze sein?
Das Farbmuster des kurzhaarigen Fells der Hauskatzen variiert, denn sie werden nicht nach ganz bestimmten Regeln gezüchtet. Besonders häufig sind getigerte Hauskatzen. Jedes Tier hat aber seinen individuellen Charakter, von ausgesprochen ruhig bis temperamentvoll. Hauskatzen haben noch viel von ihren wildlebenden Vorfahren bewahrt, beispielsweise den Jagdtrieb. Sie brauchen deshalb genügend Auslauf. Katzen ohne Stammbaum sind leicht erhältlich, z.B. bei Freunden oder Nachbarn, durch Zeitungsinserat, im Zoogeschäft oder Tierheim. Rassekatzen werden seit rund 100 Jahren gezüchtet. Ihrem Wesen nach unterscheiden sich die verschiedenen Züchtungen aber nicht so sehr wie die Hundrassen (von den Perserkatzen heißt es z.B., sie seien ruhiger als Siamkatzen). Hier einige Beispiele von Rassekatzen:
- Birmakatze: Sie hat schöne blaue Augen und ist sehr lebhaft.
- Burma-Katze: Das Fell dieser dunklen Rassekatze ist kurz. Sie hat ein lebhaftes Temperament und ist sehr auf den Menschen fixiert.
- Kartäuserkatze: Diese blaugraue Katze hat ein ruhiges Wesen. Sie wurde von französischen Kartäusermönchen gezüchtet.
- Chinchilla-Perser: Sie zählt zu den Langhaarkatzen und ist sehr ausgeglichen. Ihr weißes, seidiges Fell muss täglich gekämmt werden.
- Abessinier: Sie gehört zu den ältesten Katzenrassen. Es gibt sie in verschiedenen Farben. Sie sind sehr anschmiegsam.
Natürlich sind Rassekatzen teurer als Hauskatzen. Die Frage "Hauskatze oder Rassetier?" ist mehr eine Frage der persönlichen Vorliebe und eigentlich nicht so entscheidend, denn jedes Tier hat auf seine Art eine überaus liebenswerte Persönlichkeit. Wichtig ist nur, dass Sie Ihre Katze mögen und es ihr deutlich zeigen.
Artgerechte Haltung und Pflege der Katze
Spielen Sie regelmäßig mit der Katze, damit sie sich nicht langweilt. Dies sorgt auch für ausreichende Bewegung und ersetzt ihr den Auslauf.
Katzen müssen sich regelmäßig die Krallen schärfen. Um die Wohnungseinrichtung wenigstens etwas zu schonen, sollten Sie ihr Kratzmöglichkeiten bieten. Bewährt haben sich Kratzbretter und standfeste Kratzbäume.
Katzen sind von Natur aus sehr reinlich. Deshalb muss ihr Klo regelmäßig gesäubert und mit frischer Streu aufgefüllt werden. Es sollte aus Hartplastik bestehen und groß genug sein, damit die Katze genügend Platz hat, sich darin zu drehen und in der Streu zu kratzen. Wichtig ist auch der Standort der Katzentoilette: Es sollte ein ruhiger Platz sein (z.B. im Gäste-WC, Bad oder Abstellraum), damit sich die Katze unbeobachtet fühlt.
Die Nahrung der Katze
Junge Katzen werden drei- bis viermal täglich gefüttert, erwachsene zweimal. Füllen Sie den Fressnapf immer zur gleichen Zeit. Die Nahrung muss alle Nährstoffe, Mineralien und Vitamine im ausgewogenen Verhältnis enthalten, was beim handelsüblichen Fertigfutter auch der Fall ist. Sie bekommen es in vielen Geschmacksrichtungen. Eine weitere wichtige Vollwertnahrung bietet das Trockenfutter. Da es aber kaum Flüssigkeit enthält. müssen Katzen viel Wasser dazu trinken. Milch hingegen vertragen nicht alle. Sie führt oft zu Verdauungsproblemen.
Gefahren für die Katze in der Wohnung
Für neugierige, verspielte Katzen lauert so manche Gefahr in der Wohnung. Lassen sie deshalb nicht die Balkontür und Fenster offenstehen, und sehen Sie vor dem Schließen von Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank und Schubladen noch einmal nach, ob sich die Katze nicht darin verkrochen hat. Es dürfen aber auch keine Näh- oder Stecknadeln oder gar Reißzwecken herumliegen, und Tabletten und Putzmittel müssen an einem sicheren Ort aufbewahrt werden. Natürlich können auch heiße Herdplatten und Bügeleisen sowie giftige Zimmerpflanzen den Katzen leicht gefährlich werden.
Literaturtipp:
Claire Bessant: Das Beste für meine Katze. Kosmos-Verlag, 2010, Stuttgart.
